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CBD & Tourette Syndrom: Wirkung, Studien & Erfahrungen – Kann CBD die Tics lindern?

Geschrieben von Dominik Martzy | Aktualisiert am 20.01.26 | Lesezeit 8 min

Das Tourette-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die Betroffene durch unwillkürliche motorische und vokale Tics stark im Alltag einschränken kann. Viele klassische Medikamente sind zwar wirksam, gehen jedoch häufig mit unerwünschten Nebenwirkungen einher – weshalb immer mehr Betroffene und Angehörige nach sanfteren, ergänzenden Alternativen suchen.

In diesem Zusammenhang rückt CBD (Cannabidiol) zunehmend in den Fokus. Als nicht berauschender Bestandteil der Hanfpflanze wird CBD vor allem wegen seiner möglichen beruhigenden, entzündungshemmenden und nervenschützenden Eigenschaften diskutiert. Doch was sagt die Wissenschaft tatsächlich zur Anwendung von CBD beim Tourette-Syndrom? Gibt es Studien, Erfahrungen oder plausible Wirkmechanismen – und wo liegen die Grenzen?

In diesem Artikel erfährst du, ob und wie CBD Öl bei Tourette unterstützen kann, welche Erkenntnisse es aus der Forschung gibt, welche Erfahrungen Betroffene berichten und worauf bei Anwendung, Dosierung und Sicherheit zu achten ist.

🧠 Hilft CBD bei Tourette (Tics)?

CBD kann Tourette-Symptome möglicherweise begleitend unterstützen – vor allem, wenn Stress, innere Unruhe oder Schlafprobleme die Tics verstärken. Die wissenschaftliche Lage ist jedoch noch nicht eindeutig, weil viele Studien eher THC/CBD-Kombinationen untersuchen und weniger reines CBD.

Das Wichtigste im Überblick:

🌿 Wirkansatz: Cannabinoide wirken über das Endocannabinoid-System, das u. a. an Bewegungssteuerung, Stressreaktionen und Emotionsregulation beteiligt ist.

🔎 Erfahrungen: Viele Betroffene berichten, dass Häufigkeit und Intensität der Tics durch CBD abnehmen können – ein „Wundermittel“ ist es aber nicht.

⚖️ CBD vs. THC: Ein wichtiger Punkt: Positive Studienergebnisse beziehen sich häufig auf medizinisches Cannabis bzw. Kombinationen aus THC und CBD – daher lässt sich die Wirkung von CBD allein nicht sicher ableiten.

💧 Anwendung: Üblich ist CBD Öl (sublingual unter die Zunge). Alternativ: Kapseln (konstanter), Sprays oder Tee – je nach Vorliebe.

📏 Dosierung: Starte niedrig und steigere langsam: wenige Tropfen pro Tag, 2–3 Tage konstant halten, dann bei Bedarf schrittweise erhöhen, bis ein Effekt spürbar ist.

😴 Stress & Komorbiditäten: CBD kann indirekt helfen, wenn Tics durch Stress verstärkt werden – z. B. durch mögliche Unterstützung bei Unruhe, Anspannung, Schlafproblemen oder begleitenden Zwangssymptomen.

⚠️ Sicherheit: CBD gilt meist als gut verträglich, möglich sind z. B. Müdigkeit, trockener Mund oder Magen-Darm-Beschwerden. Bei Medikamenten (z. B. Neuroleptika) mögliche Wechselwirkungen ärztlich abklären.

📚 Studienhinweis: In einer randomisierten, doppelblinden Placebo-kontrollierten Crossover-Studie führte eine orale 1:1-Kombination aus THC und CBD über mehrere Wochen zu einer signifikanten Reduktion der Tic-Schwere (gemessen u. a. mit der Yale Global Tic Severity Scale).

📌 Hinweis: Die Studienlage zu CBD allein bei Tourette ist noch begrenzt. CBD kann eine Therapie ergänzen, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

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1. WAS GENAU IST DAS TOURETTE SYNDROM?

Flüche, ein verzogenes Gesicht, undefinierbare Geräusche oder Berührungszwänge – das Tourette Syndrom ist ebenso vielfältig wie befremdlich und für viele Betroffene mit starken Stigmata verbunden. Nicht selten reagieren Unwissende mit Ablehnung oder gar Spott auf die Symptome der Betroffenen, dabei beschimpfen die ihr Gegenüber nicht aus Böswilligkeit, sondern aufgrund einer Erkrankung. Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet am Tourette-Syndrom und die Behandlung ist sowohl in Deutschland, aber auch in weiten Teilen der Welt bis heute nur wenig erfolgsversprechend.

Allerdings berichten immer mehr Betroffene und Angehörige, dass CBD Öl Tourette mildern könnte. Und auch Cannabis gegen Tourette ist selbst bei vielen Wissenschaftlern bereits zum wichtigen Thema geworden.

Die Entdeckung und Entwicklung von Tourette

Das Tourette Syndrom geht auf den französischen Mediziner Georges Gille de la Tourette zurück, der zum ersten Mal im Jahr 1885 von der Tic-Erkrankung berichtete. Er gilt als Namensgeber für das Syndrom, was sich in motorischen und vokalen Tics äußert. Die Krankheit wird diagnostiziert, wenn verschiedene motorische Bewegungs-Tics, aber auch mindestens ein vokaler Tic auftritt.

Unter Kindern sind Tic-Störungen häufig, bis zu 12 von 100 Kindern entwickeln sie, beginnend mit dem 6. Lebensjahr. Bis zum Eintritt der Pubertät sind die Tics aber bei den meisten wieder verschwunden. Die chronische Tic-Störung, zu denen das Tourette Syndrom gehört, betrifft einen von 100 Menschen.

Zynische oder satirische Witze, beziehen sich beim Tourette Syndrom fast ausschließlich auf das unkontrollierte Ausstoßen von Beschimpfungen. Tatsächlich sind von diesem, als Koprolalie bezeichneten Symptom, gerade einmal 10 bis 30 Prozent der Tourette-Patienten betroffen.

Drei Schweregrade von Tourette

Tourette gilt nicht als seelische Erkrankung, auch wenn das häufig fehlinterpretiert wird. Nicht selten entwickeln sich durch Ablehnung und Ausgrenzung aber depressive Störungen und Ängste. Eingeteilt wird das Syndrom in drei Schweregrade:

Geringer Schweregrad: Die Patienten sind in ihrem Berufsleben ebenso wenig eingeschränkt wie im privaten Bereich und empfinden ihre Erkrankung selbst nicht als problematisch. Außenstehende nehmen kaum Kenntnis von den Tics.

Mäßiger Schweregrad: Außenstehende bekommen vom mäßigen Schweregrad der Erkrankung Kenntnis und für die Betroffenen ergeben sich im Alltag und im Berufsleben Komplikationen, die aber oft noch handelbar sind.

Schwerer Schweregrad: Bei Tourette in der schwersten Form sind die Symptome so stark ausgeprägt, dass die Betroffenen nicht vollständig leistungsfähig und in der Alltagsführung eingeschränkt sind. Diese Betroffenengruppe leidet sehr oft unter sozialer Isolierung und folglich unter Depressionen und weiteren Begleiterkrankungen.

Ein Mann greift sich an die Schläfen, hat die Augen zu und leidet an Tourette

Die Symptomatik und die Diagnostik von Tourette

Die Tics sind das Hauptsymptom der Tourette-Störung, allerdings können sie in unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Unterschieden wird zwischen einfachen und komplexen Tics sowie zwischen motorischen und vokalen Tics.

Einfache motorische Tics:

  • Zwinkern
  • Blinzeln
  • Zucken

Komplexe motorische Tics:

  • Hüpfen
  • vulgäre Gestiken
  • Nachahmungen anderer
  • Berührungsdrang

Einfache vokale Tics:

  • Räuspern
  • Pfeifen
  • Grunzen
  • Schnauben
  • Husten

Komplexe vokale Tics:

  • Nachsprechen von Worten
  • Nachsprechen eigener Worte
  • Ausrufen von Beschimpfungen

Auffällig sind die Schwankungen der einzelnen Tics, die durch Emotionen oder starke Konzentration nachlassen können. Einige Betroffene schaffen es, kurzfristig ihre Tics zu unterbinden. Die Diagnostik ist komplex, insbesondere im Kindesalter, da sich Tic-Störungen hier wieder verlieren können. Ein Facharzt für Neurologie ist die beste Anlaufstelle, wenn der Verdacht auf das Tourette-Syndrom besteht.

2. THERAPIEN UND MEDIKAMENTE BEI TOURETTE

Eine Frau hält eine Tablette und ein Glas Wasser in ihrer Hand

Klassische Tourette Medikamente, die die Symptome verschwinden lassen, gibt es nicht. Bei der Tourette Therapie geht es in erster Linie darum, den Betroffenen ein weitgehend normales Leben oder zumindest große Erleichterung zu ermöglichen. Aufklärung steht hier im Fokus. Kennen die Betroffenen ihre Erkrankung und sind auch mit Auslösern der Tics vertraut, können sie besser damit umgehen.

In einigen Fällen wird die tiefe Hirnstimulation angewandt, da es hier aber auch Nebenwirkungen geben kann, ist ein genaues Abwägen erforderlich. Hilfreich zeigen sich Verhaltenstherapien, aber auch tiefenpsychologische Gespräche, die zusätzlich auftretende Ängste, Zwänge und Depressionen kontrollieren können.

An Medikamenten können, in schweren Fällen, Antipsychotika eingesetzt werden. Die Tics werden damit allerdings allenfalls reduziert, verschwinden wird die Symptomatik auch bei dieser Behandlung nicht gänzlich. Bewährt hat sich lediglich Risperidon, allerdings sind auch hier Nebenwirkungen wie Gewichtszunahmen und auch Müdigkeit, bis hin zur Apathie zu befürchten.

3. WAS IST CBD GENAU?

CBD (Cannabidiol) ist ein natürlicher Inhaltsstoff der Hanfpflanze (Cannabis sativa). Im Gegensatz zu THC zählt CBD nicht zu den psychoaktiven Cannabinoiden und wird daher vor allem wegen seiner möglichen beruhigenden, entzündungshemmenden und nervenschützenden Eigenschaften genutzt. In den letzten Jahren ist CBD zunehmend in den Fokus der Forschung geraten – auch im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen und stressbedingten Symptomen.

CBD vs. THC: Der Unterschied

Keine berauschende Wirkung
Der wichtigste Unterschied zwischen CBD und THC liegt in ihrer Wirkung auf das Gehirn. CBD wirkt nicht berauschend und verursacht weder ein „High“ noch Bewusstseinsveränderungen. Während THC direkt an bestimmte Rezeptoren im Gehirn bindet und psychoaktive Effekte auslöst, beeinflusst CBD das Nervensystem deutlich indirekter.Gerade für Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie dem Tourette-Syndrom ist dieser Punkt entscheidend, da CBD im Alltag eingesetzt werden kann, ohne Konzentration, Reaktionsfähigkeit oder Wahrnehmung zu beeinträchtigen.

Rechtlicher Status (DE/EU)
In Deutschland und der EU ist CBD grundsätzlich legal, sofern es aus Nutzhanf stammt und der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. CBD-Produkte gelten nicht als Betäubungsmittel. Dennoch bewegen sich bestimmte Produktformen (z. B. Nahrungsergänzungsmittel mit gesundheitsbezogenen Aussagen) in einem regulierten rechtlichen Rahmen. Seriöse Hersteller achten daher auf Laboranalysen, transparente Herkunft und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben.

Wie wirkt CBD im Körper?

Das Endocannabinoid-System
CBD entfaltet seine Wirkung vor allem über das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS). Dieses körpereigene Regulationssystem spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung von:

- Bewegungsabläufen
- Stressreaktionen
- Schlaf
- Schmerzempfinden
- Emotionen und Stimmung

Ein Ungleichgewicht im Endocannabinoid-System wird mit verschiedenen neurologischen und psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht – darunter auch Störungen der Bewegungssteuerung.

CB1- und CB2-Rezeptoren
Das ECS besteht unter anderem aus den CB1- und CB2-Rezeptoren:CB1-Rezeptoren befinden sich hauptsächlich im Gehirn und sind an Bewegungskoordination, Impulskontrolle und Stressverarbeitung beteiligt.CB2-Rezeptoren kommen vor allem im Immunsystem vor und spielen eine Rolle bei Entzündungsprozessen.CBD bindet nicht direkt an diese Rezeptoren wie THC, sondern moduliert ihre Aktivität indirekt. Dadurch kann es regulierend wirken, ohne starke Nebenwirkungen auszulösen.

Einfluss auf Nervensystem & Stress
Zusätzlich beeinflusst CBD weitere Signalwege, etwa den Serotonin-Rezeptor (5-HT1A), der an Angst- und Stressregulation beteiligt ist. Diese Wirkung erklärt, warum CBD häufig bei innerer Unruhe, Nervosität und stressbedingten Beschwerden eingesetzt wird – Faktoren, die bei Tourette eine wichtige Rolle spielen können.

4. WIE CBD BEI TOURETTE HELFEN KANN

Die Frage, ob CBD bei Tourette helfen kann, lässt sich derzeit nicht eindeutig beantworten. Dennoch gibt es plausible biologische Ansätze, die erklären, warum CBD als begleitende Unterstützung diskutiert wird.

Bewegungssteuerung

Tourette ist eng mit einer gestörten Signalverarbeitung in bestimmten Hirnarealen verbunden, die Bewegungen kontrollieren. Da das Endocannabinoid-System an der Feinregulation motorischer Abläufe beteiligt ist, könnte CBD hier indirekt Einfluss nehmen – etwa durch eine stabilisierende Wirkung auf neuronale Netzwerke.

Stressregulation

Stress gilt als einer der wichtigsten Faktoren, der Tics verstärken kann. CBD wird häufig eine stressreduzierende und angstlösende Wirkung zugeschrieben. Eine bessere Stressregulation kann wiederum dazu beitragen, die Häufigkeit oder Intensität von Tics positiv zu beeinflussen.

Zusammenhang zwischen Tics & Cortisol
Viele Betroffene berichten, dass sich Tics bei Stress, Angst oder emotionaler Anspannung deutlich verschlimmern. In Stresssituationen steigt der Cortisolspiegel, was das Nervensystem zusätzlich belastet und die Kontrolle über unwillkürliche Bewegungen erschweren kann.

Indirekter Nutzen von CBD
Auch wenn CBD nicht direkt auf die Ursache des Tourette-Syndroms wirkt, könnte es indirekt helfen, indem es:

- Stressreaktionen abmildert
- innere Unruhe reduziert
- die Schlafqualität verbessert

Diese Effekte können dazu beitragen, das allgemeine Belastungsniveau zu senken – ein Faktor, der für viele Tourette-Betroffene im Alltag entscheidend ist.

Neuroinflammation

Einige Forschungsansätze gehen davon aus, dass bei neurologischen Störungen auch entzündliche Prozesse im Nervensystem eine Rolle spielen. CBD zeigt in präklinischen Studien entzündungshemmende Eigenschaften, was langfristig einen unterstützenden Effekt haben könnte – auch wenn dieser Zusammenhang bei Tourette noch nicht abschließend erforscht ist.

5. STUDIENLAGE ZU CBD & TOURETTE

Die wissenschaftliche Datenlage zur Anwendung von Cannabinoiden beim Tourette-Syndrom ist insgesamt noch begrenzt, wächst jedoch seit mehreren Jahren kontinuierlich. Ein Großteil der verfügbaren Studien untersucht medizinisches Cannabis oder THC-haltige Präparate, häufig in Kombination mit CBD.Ziel dieser Forschung ist es vor allem zu klären, ob Cannabinoide die Häufigkeit und Intensität motorischer und vokaler Tics reduzieren können und welche Rolle dabei das Endocannabinoid-System spielt. Für reines CBD existieren bislang deutlich weniger klinische Daten, weshalb die Ergebnisse differenziert betrachtet werden müssen.

Studien mit THC + CBD

Ein Großteil der bisher aussagekräftigeren Studien zu Tourette und Cannabinoiden bezieht sich auf THC oder THC-/CBD-Kombinationen. Bereits in den 1990er-Jahren wurde in Deutschland untersucht, ob Cannabis-basierte Medikamente bei Tourette-Symptomen wirksam sein können. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass sich Tic-Störungen bei einigen Betroffenen spürbar reduzieren ließen.In einer frühen klinischen Untersuchung mit zwei Probanden zeigte sich, dass sowohl Cannabisblüten als auch Dronabinol (synthetisches THC) zu einer deutlichen Abnahme der Tics führten. Die Wirkung war bei beiden Darreichungsformen vergleichbar, was den Fokus der Forschung weiter auf THC-haltige Präparate lenkte.

Ein Beispiel für eine der wenigen randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Crossover-Studien, die eine Kombination aus THC und CBD untersucht hat, lieferte erste klinische Evidenz: Die Teilnehmer erhielten über mehrere Wochen eine orale Öl-Formulierung mit 5 mg/ml THC und 5 mg/ml CBD oder Placebo. Unter der aktiven Behandlung zeigte sich eine größere Abnahme der Tic-Gesamtwerte auf der YGTSS im Vergleich zur Placebo-Phase.

Studie: Tetrahydrocannabinol and Cannabidiol in Tourette Syndrome
(Reduktion der Tic-Schwere gemessen mit YGTSS; 16-wöchiger randomisierter Crossover-Versuch)

Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 zeigte in der Meta-Analyse, dass cbm (cannabis-based medicine) bei Tourette-Patienten über mehrere Studien hinweg zu einer signifikanten Tic-Reduktion geführt hat, obwohl größere, qualitativ hochwertige RCTs weiterhin fehlen.

In Neuseeland wurde 2016 auf die Kombination von THC und CBD gesetzt, wie diese Studie berichtet. Die beiden Cannabinoide konnten eine starke Verbesserung der Tic-Häufigkeit auslösen, was die positive Wirkung beweist. Unklar ist allerdings, welches Gewicht die einzelne Substanz hat und ob CBD Öl gegen Tics auch ohne die Gabe von zusätzlichem THC ähnliche Erfolge erzielt.

Gibt es Studien zu CBD allein?

Bislang gibt es keine klinisch robuste randomisierte Kontrollstudie, die ausschließlich CBD-Monotherapie bei Tourette-Patienten untersucht hat. Die vorhandene Literatur zeigt, dass Cannabis-basierte Präparate (also z. B. THC/CBD-Kombinationen oder andere Cannabinoide) in Einzelfällen und in kleinen kontrollierten Settings positive Effekte zeigen können, während reines CBD auf der Ebene kontrollierter Forschung derzeit nur indirekt über Stress- und Angstvorteile dokumentiert ist.

Einige Fallberichte und Patientenerhebungen deuten zwar auf mögliche Verbesserungen bei Tic-Symptomen durch Cannabinoide hin, allerdings ist dabei nicht klar, welchen Anteil CBD gegenüber THC hat – weshalb ein spezifischer CBD-Effekt bei Tics wissenschaftlich derzeit nicht belegt ist.

Offene Fragen bleiben:
Wirkt CBD allein ticreduzierend – unabhängig von THC?
Welche Dosierungen könnten relevant sein?
Wie unterscheidet sich die Wirkung zwischen verschiedenen Cannabinoiden und Formulierungen?

Daher zeigt die wissenschaftliche Literatur nicht, dass CBD aktuell als alleinige, belegte Therapie zur Tic-Reduktion empfohlen werden kann.

Cannabis (THC) gegen Tourette

Eine Studie mit zwei Probanden ergab, dass Tics durch THC stark reduziert werden konnten. Verabreicht wurden Cannabisblüten, aber auch Dronabinol. Die Wirkung war bei beiden Patienten in etwa gleich gut.

Im Jahr 1998 gab es eine Studie aus Deutschland, die besagte, dass Betroffene durch Cannabis-Medikamente eine Minderung der Tic-Störungen erzielen können. Unklar ist allerdings, welche genauen Einflüsse hierfür verantwortlich sind. Bislang wird davon ausgegangen, dass das Endocannabinoid-System eine entscheidende Rolle spielt, da es für das Verhalten und die Bewegungen des Menschen mitverantwortlich ist.

Nicht ersatzweise, aber ergänzend wurde in einer Studie der University of Texas die Wirkung von Cannabis auf Neuroleptika untersucht. Es stellte sich heraus, dass Cannabinoide, kombiniert mit Nikotin, die Wirkungsweise der Antipsychotika signifikant verbessern konnte. Als Fallbeispiel wird eine weibliche Patientin genannt, die von der Kombination aus Cannabis und Medikamenten profitieren konnte.

Eine Frau hält eine Pipette CBD in ihrer Hand

Komplikationen der Tourette Störung mindern

Selbst wenn Hanf gegen Tics nicht vollumfänglich, sondern nur dämpfend wirkt, kann die Anwendung von CBD erfreuliche Erfolge erzielen. Es ist mittlerweile bekannt, dass durch die Wirkung auf das Endocannabinoid-System nicht nur Angststörungen, sondern auch Depressionen gemindert werden können. Auch befasst sich die Wissenschaft immer wieder damit, ob CBD Öl bei Zwangsstörungen, die oft im Rahmen des Tourette-Syndroms auftreten, wirksam eingesetzt werden kann.

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6. CBD GEGEN TOURETTE –ERFAHRUNGSBERICHTE

Kann CBD Tourette mindern? Eine Frage, die sich viele Verzweifelte stellen und oft auf den Selbstversuch setzen. Mit Erfolg, wie viele Erfahrungsberichte von Betroffenen und Angehörigen beweisen. Viele Tourette Syndrom Erfahrungsberichte gehen dahingehend, dass das Cannabinoid zwar kein Wundermittel ist, die Häufigkeit und Schwere der Tics aber durch die Einnahme minimiert werden kann.

(Quelle: Facebookgruppe "CBD-Öl, CBG-Öl und Hanföl - Erfahrungen und Austausch")

Beeindruckend ist auch die Erfahrung von Billie, der seine starken Tourette Symptome mit medizinischem Cannabis so gut wie vollständig verschwinden lassen kann:

7. ANWENDUNG UND DOSIERUNG VON CBD BEI TOURETTE

Um mit CBD Tropfen Tourette Symptome zu mindern, ist eine langsame Einstiegsdosis ratsam. Die Idealdosis für alle Betroffenen gibt es allerdings nicht. Es kommt maßgeblich auf das individuelle Befinden an, daher gibt es auch keine klassische Dosiervorgabe. Körpergewicht und Größe spielen untergeordnete Rollen, entscheidender ist das eindeutige Auftreten einer Wirkung.

Betroffene sollten mit wenigen Tropfen CBD Öl pro Tag beginnen und jede Dosis für 2 – 3 Tage beibehalten. Tritt keine gewünschte Wirkung ein, kann nach drei Tagen um weitere 1 – 2 Tropfen Hanföl erhöht werden. Sobald in der Wartezeit eine gewünschte Wirkung eintritt, gilt die Ideal-Dosis als erreicht.
Mehr zum Thema findest Du in unserem Artikel "CBD Öl Dosierung - finde deine optimale Dosis".

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CBD Öl und Hanfblätter

Die Verträglichkeit von CBD bei Tourette

Hinsichtlich der Verträglichkeit von Hanföl gibt es bei Tourette keine Einschränkungen. Weder ist bislang bekannt, dass die Einnahme Tics triggern kann, noch ist mit körperlichen und seelischen Beschwerden zu rechnen. Bei einer hohen Dosierung kann es höchstens zu milden Symptomen wie Trockenheitsgefühlen im Mund oder niedrigem Blutdruck kommen. Mehr dazu findest Du in unserem Artikel über CBD Öl Nebenwirkungen.

Wichtig zu wissen: Wird eine medikamentöse Therapie durchgeführt, sollte diese keinesfalls ohne Wissen des Arztes beendet werden. Es kann dann zu unvorhergesehenen Tics und einer Verschlimmerung der Symptomatik kommen. In vielen Fällen ist CBD als Ergänzung zur eigentlichen Therapie gut geeignet, kann aber beispielsweise die Einnahme von Neuroleptika nicht gänzlich ersetzen.

Zahlreiche Betroffene mit Tourette nehmen allerdings keine Medikamente ein und kontrollieren ihre Tic-Störung mit autogenem Training. In diesem Fall kann CBD die Entspannung und Minderung von Stress, aber auch den Abbau möglicher Depressionen und Angststörungen unterstützen.

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FAQ ZU CBD & TOURETTE

Kann CBD beim Tourette-Syndrom helfen?

CBD kann möglicherweise begleitend unterstützen – vor allem, wenn Stress, innere Unruhe oder Schlafprobleme die Tics verstärken. Die Studienlage zu CBD allein ist jedoch begrenzt; stärkere Hinweise gibt es eher für THC/CBD-Kombinationen in medizinischen Settings.

Reduziert CBD direkt Tics – oder wirkt es eher indirekt?

Aktuell wird CBD eher als indirekte Unterstützung diskutiert: Es könnte helfen, Stressreaktionen zu dämpfen, die Schlafqualität zu verbessern oder innere Anspannung zu reduzieren – Faktoren, die Tics häufig verstärken. Eine eindeutige, direkte Tic-Reduktion durch CBD ist wissenschaftlich noch nicht klar belegt.

Was ist der Unterschied zwischen CBD und THC bei Tourette?

THC ist psychoaktiv (kann berauschen) und wird in Studien zu Tourette häufiger untersucht, teils mit positiven Effekten auf die Tic-Schwere. CBD ist nicht berauschend und wird eher wegen möglicher beruhigender und entzündungsmodulierender Eigenschaften genutzt. Viele „Cannabis bei Tourette“-Ergebnisse lassen sich nicht 1:1 auf CBD allein übertragen.

Gibt es Studien zu CBD allein bei Tourette?

Hochwertige klinische Studien (randomisiert, placebo-kontrolliert) zu CBD als Monotherapie bei Tourette sind derzeit rar. Viele Daten beziehen sich auf medizinisches Cannabis, THC oder THC/CBD-Kombinationen. Deshalb sollten Aussagen zu CBD allein vorsichtig eingeordnet werden.

Welche Symptome neben Tics könnten von CBD profitieren?

Viele Tourette-Betroffene kämpfen zusätzlich mit Stress, innerer Unruhe, Schlafproblemen, Ängsten oder Zwangssymptomen. Wenn CBD hier unterstützend wirkt, kann das indirekt helfen, die Tic-Belastung im Alltag zu senken.

Wie schnell wirkt CBD bei Tourette?

Das ist individuell. Sub-lingual (unter der Zunge) eingenommenes CBD wird oft schneller wahrgenommen als Kapseln. Bei vielen Anwendern zeigt sich ein Effekt – wenn überhaupt – eher nach mehreren Tagen bis wenigen Wochen konsequenter Anwendung und passender Dosierung.

Welche CBD-Form ist am sinnvollsten: Öl, Kapseln oder Spray?

Für den Einstieg nutzen viele CBD-Öl, weil es sich flexibel dosieren lässt. Kapseln sind praktisch für eine gleichbleibende Tagesdosis. Sprays sind unterwegs komfortabel. Entscheidend sind eine gute Produktqualität (Laboranalyse) und eine Dosierung, die du langsam anpasst.

Welche Dosierung wird bei Tourette häufig empfohlen?

Eine pauschale Dosierung gibt es nicht. Häufig gilt: niedrig starten, die Dosis schrittweise erhöhen und jeweils einige Tage beobachten. Ziel ist die niedrigste Dosis, bei der du eine spürbare Unterstützung wahrnimmst.

Gibt es Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Mögliche Nebenwirkungen sind z. B. Müdigkeit, trockener Mund oder Magen-Darm-Beschwerden. CBD kann außerdem den Abbau bestimmter Medikamente beeinflussen (Leberenzyme/CYP-System). Wenn du Medikamente einnimmst, kläre CBD bitte ärztlich ab.

Macht CBD „high“ oder abhängig?

CBD ist nicht berauschend und verursacht kein „High“. Wichtig ist, auf laborgeprüfte Produkte zu achten, die die gesetzlichen THC-Grenzwerte einhalten.

8. FAZIT

Die Anwendung von CBD gegen Tourette ist noch nicht gänzlich erforscht, die zahlreichen Erfahrungsberichte von Nutzern geben aber einen deutlichen Hinweis darauf, dass die Symptomatik durch das Cannabinoid gemindert werden kann. Der große Vorteil zum medizinischen Cannabis ist, dass CBD-Öl frei verkäuflich ist und kein langwieriger Beantragungsprozess zur Kostenübernahme bei der Krankenkasse erfolgen muss. Es kann mit Spannung beobachtet werden, welche Auswirkungen eine mögliche Legalisierung von Cannabis, aber auch weitere Forschungsergebnisse auf die Leitlinie der Tourette-Behandlung haben werden.

Medizinscher Haftungsausschluss

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Dominik Martzy
Dominik Martzy

Dominik Martzy ist CBD-Fachautor mit Schwerpunkt auf Wirkung, Dosierung und Anwendungssicherheit. Er hat über 300 Fachartikel für CANNABY recherchiert und verfasst – anhand aktueller Studien, mit klarer Trennung zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen. Alle Inhalte werden regelmäßig überprüft und bei neuen Erkenntnissen aktualisiert.

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