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CANNABY · CBD Öl und Gewichtszunahme (cbgz)

CBD & Gewicht

CBD Öl und Gewichtszunahme: Was mit Appetit und Gewicht wirklich passiert

Du nimmst seit ein paar Wochen CBD Öl, und die Hose sitzt enger als vorher. Oder du überlegst noch, ob du anfangen sollst, und willst vorher wissen, ob CBD Öl zu einer Gewichtszunahme führt. Die Sorge kommt nicht von ungefähr: Cannabis und Heißhunger gehören in den Köpfen fest zusammen. Nur beruht dieser Ruf auf einem Wirkstoff, der in deinem Fläschchen so gut wie nicht vorkommt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Nein, CBD Öl führt in der Regel nicht zu einer Gewichtszunahme: In kontrollierten Studien bleibt das Gewicht meist unverändert.
  • Ausnahmen gibt es. In einer Befragung mit 2.409 Anwendern nannten 6,35% Hunger als Nebenwirkung.
  • Alle belastbaren Gewichtsdaten stammen aus Dosen von 700 bis 1.400 mg täglich. Im Alltag nimmst du 15 bis 50 mg.
  • Verändert sich dein Gewicht deutlich, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Führt CBD Öl zu einer Gewichtszunahme?

Nein, von CBD Öl nimmst du nicht zu. Der Grund dafür sitzt an einem einzigen Rezeptor.

Was dem Cannabiskonsum seinen Ruf als Appetitmacher eingebracht hat, ist THC. THC bindet direkt an den CB1-Rezeptor im Gehirn, und dieser Rezeptor ist eine der zentralen Schaltstellen für Hunger und Sättigung. Wird er aktiviert, meldet dein Körper Appetit, obwohl du eigentlich satt bist. Genau daraus entstehen die Heißhungerattacken, die als „Munchies“ bekannt sind.

CBD arbeitet anders. Es aktiviert den CB1-Rezeptor nicht, sondern greift an anderen Stellen in das Endocannabinoid-System ein, also in das Regelsystem für Schlaf, Stress, Schmerzempfinden und Energiehaushalt. Der Hunger-Schalter bleibt dabei unberührt. CBD fehlt damit schlicht der Weg, über den THC den Appetit hochfährt, was sich auch daran zeigt, wie CBD im Körper wirkt.

Für dich heißt das: Wenn du zu einem Breit- oder Vollspektrum-Öl greifst, kommt der Appetit-Effekt, den du von Cannabis kennst, nicht mit ins Paket.

Sind CBD Tropfen appetitanregend?

Eher im Gegenteil. Über die Studien hinweg dämpft CBD den Appetit häufiger, als dass es ihn anregt.

Ein systematischer Review von 2022 hat elf randomisierte Studien zu genau dieser Frage zusammengetragen. In der Mehrzahl gingen Appetit oder Körpergewicht zurück, in einigen änderte sich nichts, und in genau einer Studie stieg der Appetit. Die Autoren schränken selbst ein, dass die meisten dieser Untersuchungen ursprünglich andere Fragen beantworten sollten und deshalb ein Verzerrungsrisiko tragen.

Für dich bedeutet das: Ein appetitanregender Effekt ist die Ausnahme, nicht die Regel. Wenn du CBD Tropfen nimmst, um abends ruhiger zu werden, musst du Hunger nicht als Begleiterscheinung einplanen. Umgekehrt taugt der dämpfende Effekt aber auch nicht als Strategie beim Abnehmen, dafür sind die gemessenen Unterschiede zu klein.

Ganz ohne Gegenbeispiele bleibt das Bild trotzdem nicht. In einer Befragung von 2.409 CBD-Anwenderinnen und -Anwendern nannten 153 Personen Hunger als unerwünschte Wirkung, also 6,35%. Häufiger genannt wurden nur Mundtrockenheit und ein euphorisches Gefühl. Sechs von hundert sind wenig. Null sind sie eben nicht. Wenn du zu diesen sechs gehörst, liegt das nicht zwangsläufig am CBD selbst.

Wie wirkt sich CBD auf das Gewicht aus?

In üblichen Mengen praktisch gar nicht. Messbare Gewichtseffekte tauchen erst bei Dosen auf, die weit über allem liegen, was du zu Hause tropfst.

Am klarsten zeigt das eine randomisierte Studie von 2016. 62 Personen mit Typ-2-Diabetes nahmen über 13 Wochen 200 mg CBD täglich oder ein Placebo. Am Ende hatte sich weder das Körpergewicht noch der Taillenumfang noch der Appetit zwischen den Gruppen unterschieden. Selbst die Nebenwirkung „weniger Appetit“ trat unter CBD und unter Placebo etwa gleich häufig auf.

Für dich heißt das: Wenn dein Gewicht sich nach ein paar Wochen mit CBD Öl verändert hat, liegt das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht am CBD selbst.

Anders sieht es im medizinischen Hochdosisbereich aus, und zwar in die andere Richtung als befürchtet. Beim zugelassenen CBD-Medikament gegen bestimmte Epilepsieformen berichteten 22% der Behandelten über verminderten Appetit, gegenüber 5% unter Placebo. 16% verloren mindestens 5% ihres Körpergewichts, unter Placebo waren es 8%. Diese Dosen liegen bei 10 bis 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht: bei 70 kg also 700 bis 1.400 mg am Tag. Ein Tropfen aus einem 15%-Öl enthält 7,5 mg.

Der Abstand ist also nicht groß, sondern eine andere Größenordnung. Wer im Alltag bei 15 bis 50 mg täglich landet, bewegt sich weit unterhalb von allem, wo in Studien überhaupt etwas mit dem Gewicht passiert ist.

UntersuchungDosisErgebnis
Randomisierte Studie, 62 Personen, 13 Wochen200 mg täglichKein Unterschied bei Gewicht, Taille, Appetit
Zulassungsdaten CBD-Medikament700 bis 1.400 mg täglichWeniger Appetit (22% statt 5%), Gewichtsverlust ab 5% bei 16% statt 8%
Systematischer Review, 11 StudienverschiedenMeist weniger Appetit oder Gewicht, einmal mehr Appetit
Zellversuch mit Mausfettzellenim ReagenzglasUmwandlung in braune Fettzellen

Die letzte Zeile ist der Grund, warum im Netz überall steht, CBD kurble die Fettverbrennung an. Der Befund stammt aus dem Jahr 2016, und er ist echt: In der Zellkultur schalteten Mausfettzellen unter CBD auf einen Typ um, der Energie verbrennt statt speichert. Nur wurde dabei nie ein Mensch behandelt, sondern eine Zelllinie in der Schale. Aus einem Reagenzglas lässt sich nicht ableiten, was in deinem Fettgewebe passiert. Für deine Dosis ändert das nichts, für deine Erwartung eine ganze Menge.

Woran es liegt, wenn du mit CBD Öl zunimmst

Wenn die Waage seit dem Start mit CBD nach oben zeigt, gibt es dafür meist eine von vier Erklärungen. Keine davon ist das CBD-Molekül selbst.

Das Produkt, nicht der Wirkstoff

Eine Analyse im Fachjournal JAMA kaufte 84 CBD-Öle von 31 Anbietern und ließ sie im Labor prüfen. Nur rund ein Drittel enthielt tatsächlich das, was auf dem Etikett stand, und in gut jedem fünften Produkt war THC nachweisbar. Das passt zu einer Beobachtung aus der großen Anwenderbefragung: Wer dort Hunger als Nebenwirkung angab, nannte auffällig oft auch Euphorie und gerötete Augen. Beides sind klassische THC-Zeichen.

In Deutschland liegt die Grenze bei 0,3% THC, unsere Vollspektrum-Öle bleiben unter 0,05% und unsere Breitspektrum-Öle bei 0%. Wer den Punkt ganz ausschließen will, achtet auf den Unterschied zwischen Breit- und Vollspektrum und darauf, dass zu jeder Charge ein Analysenzertifikat einsehbar ist.

Ruhigerer Schlaf, ruhigeres Essverhalten

Schlechter Schlaf und dauerhafter Stress verschieben das Essverhalten, meist in Richtung mehr und unregelmäßiger. Wenn du mit CBD ruhiger schläfst und abends weniger angespannt bist, normalisiert sich manchmal auch, wann und wie viel du isst. Bei jemandem, der vorher zu wenig gegessen hat, kann das ein paar Kilo bedeuten. Belegt ist dieser Weg nicht, plausibel schon.

Rückkehr nach einer schweren Phase

Wer über Wochen zu wenig gegessen hat und wieder in seinen normalen Rhythmus zurückfindet, nimmt zu. Das ist keine Nebenwirkung, sondern eine Erholung, auch wenn die Zahl auf der Waage sich zunächst unangenehm anfühlt. Erkennst du dich darin wieder, arbeitet dein Körper gerade für dich, nicht gegen dich.

Alles, was sich sonst verändert hat

Die vierte Erklärung ist die unspektakulärste und trifft am häufigsten zu. Zwischen Beginn der Einnahme und heute hat sich noch etwas anderes verändert: die Jahreszeit, das Trainingspensum, ein neues Medikament, der Job. Am Trägeröl liegt es jedenfalls nicht, dazu ist die Menge im Fläschchen zu klein. Wer im gleichen Zeitraum auch das erste Mal ein CBD Öl ausprobiert hat, schreibt die Veränderung schnell dem Neuen zu. Das ist menschlich, aber selten richtig.

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Wer beim Thema Gewicht genauer hinsehen sollte

Für die meisten Menschen ist die Gewichtsfrage bei CBD kein Thema. Drei Gruppen sollten trotzdem aufmerksam sein.

Wenn du untergewichtig bist oder ungewollt abnimmst, ist die häufigste Gewichtsnebenwirkung von CBD die falsche Richtung. In den Hochdosisdaten ging der Appetit zurück, nicht nach oben. Bei niedrigen Alltagsdosen ist dieser Effekt kaum zu erwarten, aber wenn dein Gewicht ohnehin schon zu niedrig ist, gehört die Einnahme vorher ärztlich besprochen.

Wenn du eine Essstörung hast oder hattest, gilt dasselbe mit mehr Nachdruck. Ein Mittel, das den Appetit dämpfen kann, ist in dieser Situation kein Selbstversuch wert. Sprich mit der Ärztin oder dem Therapeuten, die dich begleiten, bevor du anfängst. Das ist keine Formalie, sondern der Punkt, an dem eine gut gemeinte Ergänzung echten Schaden anrichten kann.

Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, spielt eine andere Ebene hinein. CBD wird über dieselben Leberenzyme abgebaut wie viele Arzneimittel und kann deren Spiegel verschieben. Das betrifft auch Präparate, die selbst auf Appetit, Blutzucker oder Schilddrüse wirken. Welche Kombinationen kritisch sind und welche unproblematisch, gehört in eine ärztliche Einschätzung, nicht in ein Bauchgefühl. Auch die übrigen Nebenwirkungen von CBD Öl sind gut dokumentiert, und wer besser kein CBD Öl nehmen sollte lässt sich klar abgrenzen.

Fällt dir eine deutliche Gewichtsveränderung auf, für die du keine Erklärung hast, ist der Weg ohnehin derselbe: erst abklären lassen, dann weiterentscheiden.

Wenn du nach dem Gelesenen ein Öl suchst, bei dem THC von vornherein keine Rolle spielt, ist Breitspektrum die einfachste Antwort: 0% THC, jede Charge mit Analysenzertifikat.

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Häufige Fragen zu CBD und Gewicht

Macht CBD Öl hungrig?
Nein, in den meisten Fällen nicht. Anders als THC aktiviert CBD den Hunger-Rezeptor CB1 nicht. In einer Anwenderbefragung nannten 6,35% trotzdem Hunger als Nebenwirkung. Nimm die Tropfen dann zu einer Mahlzeit: unter die Zunge geben, etwa 60 Sekunden einwirken lassen und dann schlucken.
Verändert CBD den Stoffwechsel?
Beim Menschen bisher nicht nachweisbar. Der oft zitierte Effekt auf braune Fettzellen stammt aus einem Zellversuch mit Mausgewebe. In einer 13-wöchigen Studie mit 200 mg CBD täglich blieben Gewicht, Taillenumfang und Bauchfett unverändert gegenüber Placebo.
Wie lange dauert es, bis CBD das Gewicht beeinflusst?
Gar nicht, jedenfalls nicht in Alltagsdosen. In kontrollierten Studien über 13 Wochen zeigte sich keine Veränderung. Wo Gewichtseffekte auftraten, lagen die Dosen bei 700 bis 1.400 mg täglich, also dem Vierzehn- bis Neunzigfachen einer üblichen Alltagsdosis.
Sollte ich CBD Öl absetzen, wenn ich zugenommen habe?
Nicht sofort. Prüfe zuerst, ob dein Produkt ein aktuelles Analysenzertifikat hat, und ob sich im gleichen Zeitraum etwas anderes verändert hat. Bleibt die Zunahme unerklärlich oder geht sie weiter, lass sie ärztlich abklären, statt selbst zu experimentieren.
Hilft CBD Öl beim Zunehmen?
Nein, dafür gibt es keine Belege. Die verfügbaren Daten zeigen eher das Gegenteil: In der Mehrzahl von elf ausgewerteten Studien ging der Appetit zurück. Wer gezielt zunehmen möchte, sollte das mit ärztlicher oder ernährungsmedizinischer Begleitung angehen.

Unser Fazit

Die Waage bleibt, wo sie ist

Von CBD Öl nimmst du nicht zu. Der Appetit-Effekt, für den Cannabis bekannt ist, geht auf THC zurück, und THC ist in einem Breitspektrum-Öl nicht enthalten. In kontrollierten Studien bleibt das Gewicht unter CBD unverändert. Wo überhaupt etwas passiert, zeigt es in die andere Richtung und erst bei Dosen, die im medizinischen Bereich liegen.

Bleibt der Fall, dass die Waage bei dir trotzdem nach oben zeigt. Dann lohnt der Blick auf das Produkt und auf alles, was sich sonst verändert hat: den Schlaf, die Anspannung, die Bewegung, die Jahreszeit. Ein Öl mit einsehbarem Analysenzertifikat nimmt dabei zumindest eine Unbekannte aus der Rechnung.

Und wenn du keine Erklärung findest, ist das kein Grund zur Beunruhigung, aber ein guter Anlass für einen Arzttermin.

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient deiner Information und ersetzt keinen Arztbesuch. CBD ist kein Medikament und nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder zu behandeln. Bei ungewollter Gewichtsab- oder -zunahme, bei einer Essstörung in der Vorgeschichte, in der Schwangerschaft oder bei Dauermedikation sprich die Einnahme vorher mit deinem Arzt ab.

Medizinischer Haftungsausschluss
Studien und Quellen
  1. Pinto JS, Martel F. (2022). Effects of Cannabidiol on Appetite and Body Weight: A Systematic Review. Clinical Drug Investigation, 42(11), 909–919. doi.org/10.1007/s40261-022-01205-y
  2. Jadoon KA, Ratcliffe SH, Barrett DA, Thomas EL, Stott C, Bell JD, O'Sullivan SE, Tan GD. (2016). Efficacy and Safety of Cannabidiol and Tetrahydrocannabivarin on Glycemic and Lipid Parameters in Patients With Type 2 Diabetes. Diabetes Care, 39(10), 1777–1786. diabetesjournals.org
  3. Corroon J, Phillips JA. (2018). A Cross-Sectional Study of Cannabidiol Users. Cannabis and Cannabinoid Research, 3(1), 152–161. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30014038
  4. Bonn-Miller MO, Loflin MJE, Thomas BF, Marcu JP, Hyke T, Vandrey R. (2017). Labeling Accuracy of Cannabidiol Extracts Sold Online. JAMA, 318(17), 1708–1709. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29114823
  5. Parray HA, Yun JW. (2016). Cannabidiol promotes browning in 3T3-L1 adipocytes. Molecular and Cellular Biochemistry, 416(1–2), 131–139. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27067870
  6. U.S. Food and Drug Administration (2018). EPIDIOLEX (cannabidiol) oral solution – Prescribing Information, Abschnitt 6.1 Adverse Reactions. accessdata.fda.gov
Dominik Martzy

Dominik Martzy

CBD-Fachautor

Dominik Martzy ist CBD-Fachautor mit Schwerpunkt auf Wirkung, Dosierung und Anwendungssicherheit. Er hat über 300 Fachartikel für CANNABY recherchiert und verfasst – anhand aktueller Studien, mit klarer Trennung zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen.