Schlaf & Erholung
Pflanzliche & natürliche Schlafmittel: Was wirklich hilft
Kreisende Gedanken, Blick zur Uhr, und morgen früh musst du wieder funktionieren. Wenn Ein- oder Durchschlafen zum Dauerthema wird, willst du eine Lösung, die wirkt, ohne dich am nächsten Tag wie gerädert zurückzulassen. Pflanzliche und natürliche Schlafmittel liefern genau das: sanfte Unterstützung, die den Schlaf nicht erzwingt, sondern zurück in den Rhythmus hilft. Welches Mittel zu welchem Schlafproblem passt und was die Studienlage wirklich hergibt, bekommst du hier ohne Umschweife.
Das Wichtigste im Überblick
- Das eine „beste" oder „stärkste" pflanzliche Schlafmittel gibt es nicht – entscheidend ist, was deinen Schlaf stört und wodurch es ausgelöst wird.
- Die solideste klinische Studienlage haben Lavendel-Extrakt (Silexan), Ashwagandha und CBD; Baldrian, Hopfen und Melisse die längste Tradition.
- Kombinationen wirken oft stärker als Einzelmittel, weil sich ihre Mechanismen ergänzen.
- Die meisten pflanzlichen Mittel brauchen ein bis drei Wochen regelmäßige Einnahme, bis die volle Wirkung da ist.
Dr. med. Wolfgang Furtlehner
Arzt | Doktor der gesamten Heilkunde
Fachlich korrekt, evidenzbasiert und aktuell.
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Was zählt als pflanzliches Schlafmittel?
Pflanzliche und natürliche Schlafmittel sind schlaffördernde Mittel ohne verschreibungspflichtige Wirkstoffe – dazu zählen Heilpflanzen wie Baldrian, Lavendel oder Passionsblume, körpereigene Stoffe wie Melatonin und Mineralstoffe wie Magnesium. Anders als Benzodiazepine oder Z-Substanzen erzwingen sie keinen Schlaf, sondern schaffen die Bedingungen, unter denen dein Körper leichter zur Ruhe findet.
Das macht sie zur ersten Wahl bei leichten bis mittleren Schlafproblemen. Sie machen in aller Regel nicht abhängig, erhalten den natürlichen Schlaf und lassen dich morgens ohne Hangover aufwachen. Der Preis dafür: Sie wirken meist nicht auf Knopfdruck, sondern brauchen etwas Geduld und die richtige Auswahl für dein konkretes Schlafproblem.
Die wirksamsten pflanzlichen Mittel im Überblick
Unter den pflanzlichen Schlafmitteln haben Lavendel, Ashwagandha und CBD die solideste klinische Evidenz. Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Kamille sind traditionsreicher, gut verträglich und für viele die erste Wahl – ihre Wirkung ist meist milder und braucht ein paar Tage bis Wochen Einnahme.
Ein Präparat gilt nicht automatisch als wirksam, nur weil es traditionell eingesetzt wird. Umgekehrt heißt eine dünne Studienlage nicht, dass eine Pflanze nutzlos ist – oft fehlt schlicht das Geld für aufwendige placebokontrollierte Studien, während Pharmakonzerne ihre Präparate intensiv testen lassen. Die Tabelle gibt dir das Schnellraster, die Abschnitte danach gehen bei jedem Mittel in die Tiefe.
| Pflanze | Wirkt über | Am besten bei | Evidenzlage |
|---|---|---|---|
| Lavendel (Silexan) | Serotonin-Rezeptoren | Innerer Unruhe, Grübeln | Sehr gut |
| Ashwagandha | Cortisol-Senkung (HPA-Achse) | Chronischem Stress, Erschöpfung | Gut |
| CBD Öl | Endocannabinoid-System | Stressbedingter Schlaflosigkeit, Ängsten | Gut |
| Baldrian | GABA-System | Einschlafproblemen, nervöser Unruhe | Solide |
| Passionsblume | GABA-System (Flavonoide) | Nervöser Unruhe, Angstkomponente | Moderat |
| Hopfen | GABA-System, meist mit Baldrian | Einschlafproblemen als Ergänzung | Gut in Kombis |
| Kamille | Benzodiazepin-Rezeptoren (Apigenin) | Leichten Einschlafproblemen | Moderat |
Gibt es das beste oder stärkste pflanzliche Schlafmittel?
Das eine beste oder stärkste pflanzliche Schlafmittel gibt es nicht. Welche Pflanze bei dir am besten wirkt, hängt davon ab, was deinen Schlaf stört – Stress, innere Unruhe, Grübeln oder Durchschlafprobleme brauchen unterschiedliche Ansätze.
Praktischer als die Frage nach dem „Stärksten" ist die nach der Ursache. Bei stressbedingten Schlafproblemen helfen CBD und Ashwagandha am besten, weil sie direkt am Stresssystem ansetzen. Bei innerer Unruhe und Grübeln sind Lavendel und Passionsblume die erste Wahl. Bei einem überdrehten Nervensystem beruhigen Baldrian und Melisse über das GABA-System. Und bei Durchschlafproblemen hilft eine Kombination aus Baldrian mit Melatonin oder CBD mit Melatonin, weil sie Einschlafen und Schlaferhalt zugleich stützt.
Trotzdem gibt es Mittel mit deutlich besserer Studienlage als andere – und die sehen wir uns jetzt einzeln an, angefangen bei dem am besten untersuchten.
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Lavendel (Silexan): der am besten untersuchte
Lavendel-Extrakt ist das am besten untersuchte pflanzliche Schlafmittel überhaupt. Als standardisiertes Arzneimittel unter dem Namen Silexan wurde es in klinischen Studien direkt gegen ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum getestet – mit mindestens ebenbürtigem Ergebnis.
Wichtig: Gemeint ist nicht Lavendeltee oder Duftöl, sondern ein spezieller, oral eingenommener Lavendelöl-Extrakt. Er moduliert Serotonin-Rezeptoren und wirkt darüber angstlösend und beruhigend, ohne stark zu sedieren und ohne abhängig zu machen. Das macht ihn besonders bei innerer Anspannung, Grübeln und einer Angstkomponente wertvoll – also genau dann, wenn nicht der Körper, sondern der Kopf nicht zur Ruhe kommt.
In einer Studie mit 539 Patienten mit generalisierter Angststörung senkte 80 mg Silexan täglich den Hamilton-Angst-Score nach zehn Wochen um durchschnittlich rund 13 Punkte. Das Antidepressivum Paroxetin kam auf etwa 11 Punkte, Placebo auf 9,5 – Lavendel war der chemischen Alternative also mindestens ebenbürtig, und das ohne deren typische Nebenwirkungen wie Libidoverlust oder Absetzbeschwerden. In einer weiteren Untersuchung wirkte Silexan vergleichbar gut wie das Benzodiazepin Lorazepam, ohne dessen Abhängigkeitsrisiko.
Lavendel ist kein Mittel für die akute Nacht: Die volle Wirkung baut sich über ein bis zwei Wochen regelmäßiger Einnahme auf. Wer Geduld mitbringt, bekommt dafür eine der am besten belegten pflanzlichen Optionen. Übliche Dosis sind 80 mg als Kapsel, einmal täglich abends.
CBD und CBN als natürliche Einschlafhilfe
CBD kann Schlafprobleme lindern, wenn sie durch Stress, Grübeln oder innere Anspannung ausgelöst werden. In einer klinischen Fallserie mit 72 Patienten besserte sich die Schlafqualität nach nur einem Monat bei knapp 67 Prozent der Teilnehmer deutlich, die Angstwerte sogar bei rund 79 Prozent – bei sehr guter Verträglichkeit.
CBD dockt an das körpereigene Endocannabinoid-System an, das Stress, Angst und den Schlaf-Wach-Rhythmus mitreguliert. Ist dieses System durch Dauerstress überlastet, fällt der Wechsel vom Anspannungs- in den Ruhemodus schwerer. CBD bremst den Abbau körpereigener Beruhigungsstoffe und dämpft den Sympathikus – der Kopf wird ruhiger, der Körper findet leichter in den Schlaf. Zusätzlich wirkt es über Serotonin-Rezeptoren angstlösend. Wie ausführlich CBD bei anhaltenden Schlafstörungen ansetzt, liest du im großen Ratgeber zu CBD bei Schlafstörungen.
Sein natürlicher Partner ist CBN, ein Cannabinoid, das beim Reifen der Hanfpflanze entsteht und als sanft sedierend gilt. Während CBD vor allem entspannt und Ängste löst, wird CBN eher mit dem Müdewerden in Verbindung gebracht. Zusammen decken die beiden also zwei Seiten ab: runterkommen und einschlafen. Genau deshalb tauchen sie in Schlafprodukten oft gemeinsam auf.
Am schnellsten wirkt CBD Öl, das du unter die Zunge gibst, etwa 60 Sekunden einwirken lässt und dann schluckst. So gelangt der Wirkstoff über die Mundschleimhaut ins Blut, spürbar nach 15 bis 30 Minuten, ideal eine Stunde vor dem Zubettgehen. Für eine Basiswirkung reichen abends oft 15 bis 25 mg, bei stärkeren Problemen können 25 bis 50 mg sinnvoll sein – am besten niedrig starten und langsam steigern. Ein 10%-Öl liefert 5 mg pro Tropfen, ein 30%-Öl 15 mg, was höhere Dosen einfach macht. CBD ist kein Knockout-Mittel: Es erzwingt keinen Schlaf, sondern schafft die Bedingungen dafür.
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Für Ein- und Durchschlafen zugleich setzen viele auf eine Kombination aus CBD, CBN, Melatonin, Lavendel und Kamille – fünf Wirkstoffe, die sich sonst mühsam einzeln zusammensuchen lassen. Genau diese Kombination bündeln wir fertig abgestimmt in unserem Sortiment für besseren Schlaf.
Ashwagandha: bei Stress an der Wurzel
Ashwagandha ist das stärkste pflanzliche Mittel gegen stressbedingte Schlaflosigkeit, weil es an der Ursache ansetzt: Es senkt nachweislich den Cortisolspiegel. Wenn dich Dauerstress seit Wochen wachhält, ist das der entscheidende Hebel.
Die Heilpflanze aus dem Ayurveda gehört zu den Adaptogenen – Pflanzen, die dem Körper helfen, besser mit Stress umzugehen. Ihr Wirkort ist die HPA-Achse, das zentrale Stresssteuerungssystem, das bei chronischer Belastung zu viel Cortisol ausschüttet. Zu viel Cortisol am Abend hält das Nervensystem hoch, du liegst wach, obwohl du erschöpft bist. Ashwagandha normalisiert diese Ausschüttung, statt nur Symptome zu überdecken.
In einer randomisierten Studie mit 64 chronisch gestressten Erwachsenen senkte zweimal täglich 300 mg Ashwagandha-Extrakt den Cortisolspiegel nach 60 Tagen um knapp 28 Prozent – deutlich mehr als in der Placebogruppe. Eine weitere Studie bestätigte mit 240 mg täglich eine klare Cortisol-Senkung, das subjektive Stressempfinden besserte sich tendenziell. Eine aktuelle Zusammenfassung mehrerer Studien stützt den Cortisol-senkenden Effekt insgesamt – beim gefühlten Stress fielen die Ergebnisse allerdings uneinheitlicher aus.
Ashwagandha wirkt nicht akut, sondern baut sich über sechs bis acht Wochen auf. Es ist damit kein Mittel für die einzelne schlechte Nacht, sondern für die stressgetriebene Dauerschlaflosigkeit. Wichtig: Bei Schilddrüsenerkrankungen und bei gleichzeitiger Medikation gehört die Einnahme vorher ärztlich abgeklärt.
Baldrian, Hopfen & Melisse: der bewährte Klassiker
Die Kombination aus Baldrian, Hopfen und Melisse ist der Klassiker bei nervöser Einschlafstörung. Alle drei ziehen am selben Hebel – dem GABA-System, dem Beruhigungssystem deines Gehirns – und verstärken sich gegenseitig.
Baldrian ist das bekannteste pflanzliche Beruhigungsmittel und besser belegt, als viele denken: Für den ethanolischen Baldrian-Trockenextrakt vergibt die europäische Arzneimittelbehörde HMPC den Status „well-established use" – die stärkere der beiden Pflanzenarznei-Stufen, die nur wenige Präparate erreichen, anerkannt bei leichter nervlicher Anspannung und Schlafstörungen. Der Extrakt dämpft die Aktivität des zentralen Nervensystems und macht das Gedankenkarussell leiser.
Der häufigste Fehler bei Baldrian: zu ungeduldig sein. Anders als eine Schlaftablette wirkt Baldrian nicht zuverlässig ab der ersten Nacht, sondern entfaltet seine volle Wirkung erst nach ein bis zwei Wochen regelmäßiger Einnahme. Wer ihn nur bei akuter Schlaflosigkeit einmal probiert und dann enttäuscht aufgibt, verschenkt sein Potenzial. Übliche Dosis sind 400 bis 600 mg Trockenextrakt, 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen.
Hopfen und Melisse ergänzen Baldrian ideal. Hopfen verstärkt die beruhigende GABA-Wirkung, Melisse wirkt zusätzlich sanft angstlösend und magenberuhigend. In Kombipräparaten sind diese drei am besten untersucht – für den, der eine nächtlich überdrehte Gedankenmaschine herunterfahren will, ist das die naheliegendste pflanzliche Wahl.
Passionsblume & Kamille: sanft und gut verträglich
Passionsblume und Kamille sind die sanftesten pflanzlichen Schlafhelfer – gut verträglich, angstlösend und ideal für den Einstieg oder für empfindliche Menschen. Sie zwingen dich nicht in den Schlaf, sie nehmen den Druck raus, der das Einschlafen blockiert.
Die Passionsblume wirkt über Flavonoide auf das GABA-System und ist vor allem angstlösend, ohne stark müde zu machen. Das ist ihr Trick: Nicht die Sedierung steht im Vordergrund, sondern das Lösen der inneren Anspannung, die viele am Einschlafen hindert. In einer randomisierten Studie mit 41 Teilnehmern besserte bereits eine Woche Passionsblumen-Tee vor dem Schlafengehen die Schlafqualität signifikant gegenüber einem wirkstofffreien Tee. Der Effekt war moderat, aber klar messbar.
Kamille ist die mildeste und wohl bekannteste Einschlafhilfe. Ihr Wirkstoff Apigenin bindet an dieselben Rezeptoren wie Beruhigungsmittel – nur viel sanfter und ohne Abhängigkeitsrisiko. Eine klinische Studie mit älteren Menschen in einer Pflegeeinrichtung zeigte, dass zweimal täglich Kamillen-Extrakt die Schlafqualität deutlich verbesserte. Weil Kamille zusätzlich Magen und Darm beruhigt, ist sie besonders dann angenehm, wenn Unruhe auch auf den Bauch schlägt.
Beide eignen sich gut als Tee-Ritual am Abend oder als Extrakt. Wer es sanft mag oder bei stärkeren Mitteln empfindlich reagiert, findet hier den unkompliziertesten Einstieg.
Melatonin, Magnesium & Aminosäuren
Nicht jedes natürliche Schlafmittel ist eine Pflanze. Melatonin, Magnesium und bestimmte Aminosäuren wirken über den Stoffwechsel und sind besonders dann sinnvoll, wenn dem Körper etwas fehlt oder der Rhythmus verschoben ist.
Melatonin ist streng genommen kein pflanzlicher Wirkstoff, sondern ein körpereigenes Hormon, das deine Zirbeldrüse bei Dunkelheit produziert. Es sagt dem Körper: Es ist Nacht. Bei verschobenem Schlaf-Wach-Rhythmus – etwa durch Schichtarbeit, Jetlag oder im höheren Alter – ist diese Produktion oft zu niedrig. Eine niedrige Dosis von 0,5 bis 1 mg etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen kann dann spürbar helfen. Melatonin macht nicht klassisch müde, es setzt das Signal zum richtigen Zeitpunkt.
Magnesium unterstützt die Muskelentspannung und ein ruhiges Nervensystem, vor allem wenn ein Mangel vorliegt. Aminosäuren wie Tryptophan sind die Vorstufe von Serotonin und Melatonin und lassen sich über die Ernährung zuführen. Am stärksten werden diese Bausteine in Kombination mit beruhigenden Pflanzen: Melatonin setzt das Signal, die Pflanzen schaffen die Entspannung.
Kombinationen: was zusammen besser wirkt
Schlaf ist kein einzelner Prozess, sondern ein Zusammenspiel: Der Cortisolspiegel muss abends sinken, das GABA-System braucht Verstärkung, der Melatonin-Kreislauf muss zum richtigen Zeitpunkt hochfahren. Ein einzelnes Mittel setzt meist nur an einem dieser Systeme an – eine gut gewählte Kombination deckt mehrere ab.
| Kombination | Am besten bei | Wirkprinzip |
|---|---|---|
| Baldrian + Hopfen + Melisse | Nervöser Einschlafstörung, innerer Unruhe am Abend | Drei GABA-verstärkende Pflanzen, sanfte Sedierung |
| Lavendel + Passionsblume | Grübeln, Angstkomponente, gedanklicher Anspannung | Serotonin-Modulation plus GABA-Wirkung, löst Kopf und Körper |
| CBD + Ashwagandha | Chronisch stressbedingter Schlaflosigkeit | Akute Beruhigung plus langfristige Cortisol-Regulation |
| CBD + CBN + Melatonin + Lavendel + Kamille | Ein- und Durchschlafproblemen, gestörtem Rhythmus | Fünffach-Synergie: Entspannung, Sedierung, Schlafsignal, Beruhigung |
| Kamille + Passionsblume | Stressbedingter Magen-Darm-Unruhe mit Schlafproblemen | Krampflösend plus angstlösend, mild und gut verträglich |
| Baldrian + Melatonin | Verschobenem Rhythmus, Schichtarbeit, Jetlag | GABA-Beruhigung plus Taktgeber für den inneren Rhythmus |
Weniger ist am Anfang mehr: Starte mit zwei Mitteln und ergänze bei Bedarf. Achte auf die Gesamtdosis, wenn mehrere GABA-wirksame Pflanzen zusammenkommen – Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Kamille ziehen am selben Hebel, drei gleichzeitig können am Morgen benommen machen.
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Zu unseren Schlaf-ProduktenDosierung, Einnahmezeit & Wechselwirkungen
Die richtige Dosierung entscheidet, ob ein pflanzliches Schlafmittel wirkt oder wirkungslos bleibt. Zu niedrig spürst du nichts, zu hoch kann die Wirkung ins Gegenteil kippen. Und „natürlich" heißt nicht automatisch „harmlos" – auch Pflanzen haben Wechselwirkungen.
| Pflanze | Tagesdosis | Einnahmezeit | Wichtigste Wechselwirkung |
|---|---|---|---|
| Lavendel (Silexan) | 80 mg Lavendelöl-Extrakt | 1× täglich abends | Kann sedierende Medikamente verstärken |
| Ashwagandha | 300–600 mg standardisierter Extrakt | Morgens oder abends mit dem Essen | Bei Schilddrüsenmedikation ärztlich abklären |
| CBD Öl | 15–50 mg, einschleichend dosieren | 60 Minuten vor dem Schlafengehen | Beeinflusst Leberenzyme, kann Medikamentenwirkung verändern |
| Baldrian | 400–600 mg Trockenextrakt oder 1–2 g Wurzel als Tee | 30–60 Minuten vor dem Schlafengehen | Verstärkt sedierende Mittel, meiden vor dem Autofahren |
| Passionsblume | 200–400 mg Extrakt oder 1–2 g Kraut als Tee | Abends, auch tagsüber bei Unruhe möglich | Verstärkt Beruhigungsmittel |
| Kamille | 1–2 g getrocknete Blüten pro Tasse Tee | Abends, 30 Minuten vor dem Schlafengehen | Selten Allergien bei Korbblütlerempfindlichkeit |
Vier Konstellationen verdienen besondere Vorsicht. Beruhigungs- und Schlafmittel aus der Apotheke verstärken sich mit pflanzlichen GABA-Mitteln – die Folge kann Benommenheit am Morgen sein. CBD beeinflusst das Leberenzymsystem, über das viele Medikamente abgebaut werden, betroffen sind vor allem Blutverdünner, bestimmte Antiepileptika, Immunsuppressiva und Psychopharmaka. Ashwagandha kann bei Schilddrüsenüberfunktion problematisch werden. Und in Schwangerschaft und Stillzeit fehlen für die meisten Mittel ausreichende Sicherheitsdaten. Nimmst du regelmäßig Medikamente, gehört jede Kombination in ärztliche Rücksprache.
Was pflanzliche Mittel leisten – und wann zum Arzt
Pflanzliche Schlafmittel sind bei leichten bis mittleren Beschwerden eine gute, gut verträgliche Wahl – vor allem beim Einschlafen und zur Beruhigung. Beim reinen Durchschlafen stoßen sie eher an ihre Grenzen. Anders als Benzodiazepine oder Z-Substanzen wirken sie sanfter, machen nicht abhängig und erhalten die natürliche Schlafarchitektur, brauchen dafür aber ein bis drei Wochen, bis sich die volle Wirkung zeigt. Wer nach zwei Nächten aufgibt, hat ihnen keine faire Chance gegeben.
Sie wirken außerdem besser, wenn die Rahmenbedingungen stimmen: feste Zubettgehzeiten, ein kühles Zimmer um 16 bis 18 Grad, dunkel und leise, Koffein-Stopp am Nachmittag, Bildschirme mindestens 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen weg. Eine kurze Atemübung wie die 4-7-8-Methode – vier Sekunden einatmen, sieben halten, acht ausatmen – hilft dem Körper zusätzlich beim Herunterfahren. Schlafprobleme sind übrigens auch in bestimmten Lebensphasen häufig, etwa in den Wechseljahren, wenn hormonelle Umstellungen die Nächte stören.
Zum Arzt solltest du, wenn Schlafprobleme länger als vier Wochen anhalten, dich tagsüber stark beeinträchtigen oder du Hinweise auf organische Ursachen hast – etwa nächtliche Atemaussetzer oder Restless Legs. Pflanzliche Mittel sind eine gute Grundlage, aber kein Ersatz für die Abklärung einer hartnäckigen Schlafstörung.
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Jetzt entdeckenHäufige Fragen zu pflanzlichen Schlafmitteln
Welche natürlichen Schlafmittel wirken sofort?
„Sofort" wirkt bei natürlichen Mitteln fast nichts – Baldrian etwa setzt erst nach Tagen ein. Am schnellsten spürbar sind Melatonin, der beruhigende Duft von Lavendelöl und Atemtechniken. CBD oder CBN wirken sublingual eingenommen nach etwa 15 bis 30 Minuten.
Welches Schlafmittel lässt einen durchschlafen?
Fürs Durchschlafen sind Kombinationen am besten, die Einschlafen und Schlaferhalt zugleich stützen – etwa Baldrian mit Melatonin oder CBD mit CBN und Melatonin. Reine pflanzliche Einzelmittel helfen eher beim Einschlafen. Entscheidend ist zusätzlich ein kühles, dunkles Zimmer und ein fester Rhythmus.
Welche pflanzlichen Schlaftabletten gibt es?
Rezeptfreie pflanzliche Schlaftabletten enthalten meist Baldrian, oft kombiniert mit Hopfen und Melisse. Auch Silexan-Lavendel-Kapseln und Passionsblumen-Extrakt gibt es in Tablettenform. Sie eignen sich für leichte bis mittlere Einschlafprobleme und wirken nach ein bis drei Wochen regelmäßiger Einnahme.
Was kann man anstatt Schlaftabletten nehmen?
Als sanfte Alternative zu verschreibungspflichtigen Schlaftabletten eignen sich pflanzliche Mittel wie Baldrian, Lavendel, Passionsblume oder CBD, dazu Melatonin bei verschobenem Rhythmus. Sie machen nicht abhängig und erhalten den natürlichen Schlaf. Kombiniert mit guter Schlafhygiene reichen sie bei leichten bis mittleren Problemen meist aus.
Gibt es bei natürlichen Schlafmitteln einen Testsieger?
Einen allgemeingültigen Testsieger gibt es nicht, weil das beste Mittel vom jeweiligen Schlafproblem abhängt. Stiftung Warentest steht pflanzlichen Schlafmitteln eher kritisch gegenüber, da belastbare Wirknachweise oft fehlen. Am besten belegt sind Silexan-Lavendel, Ashwagandha und CBD.
Welche pflanzlichen Schlafmittel gibt es in der Apotheke?
In der Apotheke bekommst du rezeptfrei Baldrian-Präparate, Baldrian-Hopfen-Kombinationen, Silexan-Lavendel-Kapseln, Passionsblumen-Extrakt und Melatonin. Lass dich zu Dosierung und möglichen Wechselwirkungen beraten, vor allem wenn du bereits Medikamente einnimmst.
Machen pflanzliche Schlafmittel abhängig?
Nein, pflanzliche Schlafmittel wie Baldrian, Lavendel, Passionsblume oder CBD machen nach heutigem Kenntnisstand nicht abhängig und erhalten den natürlichen Schlaf. Für Kinder gelten eigene Regeln – hier gehört die Anwendung immer mit dem Kinderarzt besprochen.
Unser Fazit
Natürliche Schlafhilfen – unser Fazit
Das beste pflanzliche Schlafmittel ist das, das zu deinem Schlafproblem passt. Bei innerer Anspannung und Grübeln bringen Lavendel und Passionsblume die besten Ergebnisse, bei chronischem Stress CBD und Ashwagandha, bei klassischer nervöser Einschlafstörung die Triade aus Baldrian, Hopfen und Melisse.
Kombinationen wirken oft besser als Einzelmittel, weil sie mehrere Schlafmechanismen zugleich stützen – und das bei deutlich besserer Verträglichkeit als synthetische Schlafmittel. Gib den Mitteln ein bis drei Wochen Zeit und sorge parallel für ruhige Rahmenbedingungen.
Bei anhaltenden oder schweren Schlafstörungen führt der Weg zum Arzt. Pflanzliche Mittel sind eine gute Grundlage, aber kein Ersatz für die Abklärung einer hartnäckigen Schlafstörung.
Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient deiner Information und ersetzt keinen Arztbesuch. Pflanzliche Schlafmittel sind keine Arzneimittel zur Heilung von Krankheiten. Bei anhaltenden oder schweren Schlafstörungen, in der Schwangerschaft oder bei Dauermedikation sprich die Einnahme vorher mit deinem Arzt oder Apotheker ab.
Medizinischer HaftungsausschlussStudien und Quellen
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