CBD und Blutverdünner: Wechselwirkungen und sichere Einnahme

Wer Blutverdünner nimmt, muss nicht grundsätzlich auf CBD verzichten. Hier erfährst du, welche Mittel CBD beeinflussen kann, was die Studien zeigen und wie du mit einer kleinen Menge sicher startest.
Das Wichtigste im Überblick
- CBD und Blutverdünner lassen sich oft kombinieren, wenn deine Ärztin oder dein Arzt Bescheid weiß. Bei Marcumar und Warfarin werden in den ersten Wochen die Gerinnungswerte enger kontrolliert.
- Die Wechselwirkungen, die beim Menschen belegt sind, traten bei mehreren hundert bis über tausend Milligramm CBD am Tag auf. Typische Mengen aus CBD Öl liegen bei 10 bis 70 mg.
- Clopidogrel kann mit CBD schwächer wirken, Marcumar und Warfarin eher stärker. Bei ASS in niedriger Dosis ist eine Wechselwirkung unwahrscheinlich.
- Starte mit 10 bis 15 mg CBD am Tag, nimm es jeden Tag zu denselben Zeiten und erhöhe alle 5 bis 7 Tage um einen Tropfen.
Kann man CBD Öl nehmen, wenn man Blutverdünner nimmt?
In vielen Fällen ja, wenn deine Ärztin oder dein Arzt davon weiß und deine Gerinnung im Blick behält. CBD kann den Abbau mancher Blutverdünner in der Leber bremsen. Belegt ist das vor allem bei hohen Mengen, wie sie als Epilepsie-Medikament eingesetzt werden. Mit einer kleinen Startmenge und regelmäßigen Kontrollen lässt sich CBD gut in den Alltag einbauen.
Blutverdünner verhindern, dass sich Gerinnsel bilden, etwa bei Vorhofflimmern, nach einer Thrombose, mit einer künstlichen Herzklappe oder nach einem Stent. Damit sie schützen, ohne dass du zu leicht blutest, muss ihre Wirkung stabil bleiben. Deshalb schauen wir uns hier genau an, welche Mittel CBD beeinflussen kann und welche kaum.
Warum nutzen Menschen mit Blutverdünnern CBD?
Die häufigsten Gründe sind Schmerzen, Angst und Schlafprobleme. Das zeigt eine große Online-Befragung von mehr als 2.400 CBD-Nutzern: Am häufigsten genannt wurden chronische Schmerzen, Gelenkbeschwerden und Angst, danach Depressionen und Schlafstörungen. Viele Menschen mit Blutverdünnern kennen genau diese Beschwerden.
Bei Schmerzen kommt ein besonderer Punkt dazu. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen erhöhen zusammen mit Blutverdünnern das Risiko für Magen- und Darmblutungen. Ärztinnen und Ärzte raten deshalb oft davon ab, sie dauerhaft zu nehmen. Viele suchen dann nach einer sanften Ergänzung. CBD macht nicht abhängig und kommt für sie als Ergänzung infrage, abgestimmt mit der Ärztin oder dem Arzt.
Wie gut CBD bei Schmerzen oder Schlafstörungen hilft, wird noch erforscht. Erste Studien und viele Erfahrungen von Nutzern sind ermutigend, große Studien mit Placebo stehen in vielen Bereichen noch aus.
Ist CBD Öl blutverdünnend?
Nein, CBD Öl ist kein Blutverdünner und ersetzt keinen. Im Labor kann CBD das Verklumpen von Blutplättchen beeinflussen, die Ergebnisse sind aber widersprüchlich. Dass CBD in üblichen Mengen beim Menschen das Blut spürbar verdünnt, ist nicht belegt.
Für dich wichtiger ist ein anderer Weg: CBD wird in der Leber über dieselben Enzyme abgebaut wie viele Blutverdünner. Je nach Medikament kann dadurch mehr oder weniger Wirkstoff im Blut ankommen. Darum geht es im nächsten Abschnitt.
Wie beeinflusst CBD die Wirkung von Blutverdünnern?
CBD bremst beim Menschen vor allem das Leberenzym CYP2C19, in hohen Mengen auch CYP2C9. Baut eines dieser Enzyme einen Blutverdünner ab, bleibt mehr Wirkstoff im Blut, und die Blutverdünnung fällt stärker aus. Wandelt eines dieser Enzyme ein Medikament erst in seine aktive Form um, kann weniger Wirkstoff entstehen, und es schützt womöglich schlechter.
Was die Studien zeigen
Am bekanntesten ist der Fall eines 44-jährigen Mannes mit künstlicher Herzklappe, der Warfarin nahm. Wegen seiner Epilepsie bekam er CBD als Medikament, anfangs rund 500 mg am Tag, später bis über 4.000 mg. Sein Gerinnungswert INR stieg dabei deutlich an, seine Ärzte senkten die Warfarin-Menge um rund 30%. Blutungen traten nicht auf.
In einer Studie mit 18 gesunden Erwachsenen bremste eine einzelne hohe Menge von 640 mg CBD, zusammen mit wenig THC, mehrere Leberenzyme, am stärksten CYP2C19 und CYP2C9. In Studien zum CBD-Medikament Epidyolex blieben dagegen Testmedikamente für CYP2C9 und CYP3A4 unverändert, obwohl die Teilnehmenden bis zu 750 mg CBD zweimal am Tag nahmen.
Was das für dein CBD Öl bedeutet
Die belegten Wechselwirkungen traten bei Mengen auf, die meist mehr als zehnmal so hoch liegen wie bei CBD Öl üblich. Ob schon 20 oder 30 mg am Tag deine Gerinnung verändern, ist nicht untersucht. Vermutlich ist der Effekt deutlich kleiner. Bei Marcumar und Warfarin können aber schon kleine Änderungen den Gerinnungswert verschieben. Deshalb gehört die Kombination in ärztliche Begleitung, auch wenn du nur wenig CBD nimmst.
Laborgeprüftes CBD Öl
Jede Charge unserer CBD Öle wird im Labor geprüft, das Analysezertifikat kannst du auf der Produktseite einsehen. So weißt du genau, wie viel CBD du nimmst, und kannst es mit deiner Ärztin oder deinem Arzt abstimmen.
Zu den CBD ÖlenWelche Blutverdünner sind betroffen?
Ob CBD einen Blutverdünner beeinflussen kann, ergibt sich daraus, wie dein Körper das Medikament abbaut. Die Übersicht zeigt, was bekannt ist.
| Wirkstoff | Bekannt als | Was mit CBD passieren kann |
|---|---|---|
| Phenprocoumon | Marcumar, Falithrom | Abbau über CYP2C9 und CYP3A4, die Wirkung kann stärker werden. Eigene Daten fehlen, der Warfarin-Fall gilt als Hinweis. INR enger kontrollieren. |
| Warfarin | Coumadin | Abbau vor allem über CYP2C9. Im beschriebenen Fall war rund 30% weniger Warfarin nötig. |
| Clopidogrel | Plavix, Iscover | Wird erst über CYP2C19 aktiviert. Mit CBD kann es schwächer schützen. |
| Apixaban, Rivaroxaban | Eliquis, Xarelto | Abbau vor allem über CYP3A4. Daten mit CBD fehlen, deshalb ärztlich abklären. |
| Edoxaban, Dabigatran | Lixiana, Pradaxa | Kaum Abbau über diese Enzyme, eine Wechselwirkung ist weniger wahrscheinlich. |
| ASS niedrig dosiert | Aspirin, ASS 100 | Kaum Abbau über diese Enzyme, eine Wechselwirkung ist unwahrscheinlich. |
Marcumar und Warfarin
In Deutschland ist Marcumar der häufigste Blutverdünner dieser Gruppe. Er wirkt nur in einem engen Bereich gut, deshalb wird der INR ohnehin regelmäßig gemessen. Startest du mit CBD oder änderst du die Menge, sind in den ersten Wochen zusätzliche Messungen sinnvoll. Misst du deinen INR selbst, notiere den Start mit CBD in deinem Messtagebuch.
Clopidogrel
Bei Clopidogrel ist es umgekehrt. Die Leber wandelt es erst über das Enzym CYP2C19 in seine aktive Form um. Genau dieses Enzym bremst CBD beim Menschen am stärksten. Dann entsteht weniger Wirkstoff, und das Risiko für Gerinnsel kann steigen. Spüren würdest du davon nichts. Nimmst du Clopidogrel nach einem Stent oder Herzinfarkt, kläre CBD deshalb vorher mit deiner Kardiologin oder deinem Kardiologen.
Eliquis, Xarelto und andere neue Blutverdünner
Apixaban und Rivaroxaban baut die Leber vor allem über CYP3A4 ab. Ob CBD dieses Enzym beim Menschen relevant bremst, ist nicht eindeutig: Bei hoher täglicher Einnahme blieb ein Testmedikament unverändert, nach einer einzelnen sehr hohen Menge stieg es an. Studien mit CBD und diesen Blutverdünnern gibt es nicht. Für diese Mittel gibt es keinen Routinewert wie den INR, sprich die Kombination deshalb vorher ab. Edoxaban und Dabigatran werden kaum über diese Enzyme abgebaut. Ganz ausschließen lässt sich eine Wechselwirkung auch bei ihnen nicht, weil CBD im Labor den Transporter P-Glykoprotein bremst, über den diese Mittel laufen.
ASS und Heparin-Spritzen
ASS in niedriger Dosis zum Schutz von Herz und Gefäßen wird kaum über diese Leberenzyme abgebaut. Dasselbe gilt für Heparin-Spritzen wie Enoxaparin. Eine Wechselwirkung über die Leber ist hier unwahrscheinlich. Welche weiteren Medikamente mit CBD kritisch sind, zeigt unser Überblick zu CBD Wechselwirkungen.
Wie nimmst du CBD zusammen mit Blutverdünnern ein?
Mit Blutverdünnern startest du mit 10 bis 15 mg CBD am Tag, das sind 3 Tropfen eines 10%-Öls oder 5 bis 7 Tropfen eines 5%-Öls. Alle 5 bis 7 Tage erhöhst du um einen Tropfen, bis es dir guttut. Bleib dabei am besten im unteren Bereich deines Anliegens. Bei Stress liegt die Spanne bei 20 bis 35 mg am Tag, gerechnet für 70 kg Körpergewicht, mit Blutverdünnern also eher bei 20 als bei 35 mg. Mehr als 70 mg CBD am Tag empfehlen wir nicht.
| Phase | CBD am Tag | Öl 5% | Öl 10% |
|---|---|---|---|
| Start | 10 bis 15 mg | 5 bis 7 Tropfen | 3 Tropfen |
| Ziel bei Stress | 20 bis 35 mg | 10 bis 12 Tropfen, darüber zum 10%-Öl wechseln | 5 bis 8 Tropfen |
Gib die Tropfen unter die Zunge, lass sie etwa 60 Sekunden einwirken und schluck sie dann. Ab 2 Tropfen verteilst du die Menge auf morgens und abends. Ein zeitlicher Abstand zum Blutverdünner ist nicht nötig, er würde auch nichts ändern, denn die Wirkung auf die Leberenzyme hält über den Tag an. Deinen Startpunkt nach Körpergewicht zeigt dir unser Dosierungsrechner.
So bleibst du auf der sicheren Seite
- Ärztin oder Arzt informieren: Sag Bescheid, bevor du startest, und nenne Produkt und Menge.
- Gleichmäßig bleiben: Nimm CBD jeden Tag zu denselben Zeiten und in derselben Menge. Ein ständiger Wechsel macht den INR unruhig.
- Werte kontrollieren: Bei Marcumar und Warfarin den INR in den ersten Wochen öfter messen lassen, auch nach jeder Änderung der Menge.
- Auf Warnzeichen achten: Zahnfleisch- oder Nasenbluten, ungewohnt viele blaue Flecken, roter oder schwarzer Stuhl. Dann meldest du dich zeitnah in der Praxis.
- Nicht eigenmächtig ändern: Pausiere oder verändere deinen Blutverdünner nie wegen CBD.
Welches CBD Öl passt zum vorsichtigen Start?
Mit dem 5%-Öl dosierst du besonders fein, das 10%-Öl reicht länger und braucht weniger Tropfen. Breitspektrum ist THC-frei, Vollspektrum enthält unter 0,05% THC. Für jede Charge gibt es ein Analysezertifikat.
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Fazit: CBD und Blutverdünner
Mit Blutverdünnern musst du nicht grundsätzlich auf CBD verzichten. Belegt sind Wechselwirkungen vor allem bei sehr hohen Mengen, bei Marcumar und Warfarin kann die Wirkung stärker werden, bei Clopidogrel schwächer. Starte mit 10 bis 15 mg am Tag, nimm CBD gleichmäßig und erhöhe alle 5 bis 7 Tage um einen Tropfen. Sprich den Start vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab und lass deine Werte in den ersten Wochen öfter prüfen.
Häufige Fragen zu CBD und Blutverdünnern
Ist CBD Öl blutverdünnend?
Nein. CBD Öl ist kein Blutverdünner und kann keinen ersetzen. Im Labor beeinflusst CBD die Blutplättchen, die Ergebnisse sind aber widersprüchlich, und beim Menschen ist in üblichen Mengen keine spürbare Blutverdünnung belegt. Wichtiger ist, dass CBD den Abbau mancher Blutverdünner in der Leber bremsen kann.
Kann ich CBD zusammen mit Marcumar nehmen?
Oft ja, wenn deine Ärztin oder dein Arzt Bescheid weiß. Marcumar wird über Leberenzyme abgebaut, die CBD bremsen kann, die Wirkung könnte also stärker werden. Starte mit 10 bis 15 mg am Tag, nimm CBD gleichmäßig und lass deinen INR in den ersten Wochen und nach jeder Änderung der Menge öfter messen.
Kann ich CBD mit Eliquis oder Xarelto nehmen?
Studien mit CBD und diesen Blutverdünnern gibt es nicht. Beide baut die Leber vor allem über CYP3A4 ab. Ob CBD dieses Enzym beim Menschen relevant bremst, ist nicht eindeutig geklärt. Weil es für Eliquis und Xarelto keinen Routinewert wie den INR gibt, sprichst du die Kombination vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Verträgt sich CBD mit ASS?
ASS in niedriger Dosis, etwa ASS 100 zum Schutz des Herzens, wird kaum über die Leberenzyme abgebaut, die CBD beeinflusst. Eine Wechselwirkung ist deshalb unwahrscheinlich. Nimmst du ASS zusätzlich zu einem anderen Blutverdünner, gilt das, was für diesen Blutverdünner gilt. Sag deiner Ärztin oder deinem Arzt trotzdem, dass du CBD nimmst.
Warum kann Clopidogrel mit CBD schwächer wirken?
Clopidogrel wird erst in der Leber über das Enzym CYP2C19 aktiviert. CBD bremst genau dieses Enzym beim Menschen deutlich. Dann kann weniger aktiver Wirkstoff entstehen, und Clopidogrel schützt womöglich schlechter vor Gerinnseln. Gemessen wurde das mit CBD bisher nicht, und spüren würdest du es nicht. Nach einem Stent oder Herzinfarkt klärst du CBD deshalb vorher kardiologisch ab.
Wie viel CBD kann ich mit Blutverdünnern nehmen?
Starte mit 10 bis 15 mg am Tag, das sind 3 Tropfen eines 10%-Öls. Erhöhe alle 5 bis 7 Tage um einen Tropfen, bis es dir guttut, und bleib am besten im unteren Bereich deines Anliegens. Mehr als 70 mg am Tag empfehlen wir nicht. Stimme die Menge mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Muss ich Abstand zwischen CBD und Blutverdünner halten?
Nein, ein zeitlicher Abstand bringt nichts. Die Wirkung von CBD auf die Leberenzyme hält über viele Stunden an, sie lässt sich durch eine Pause von ein paar Stunden nicht umgehen. Sinnvoller ist, CBD jeden Tag zu denselben Zeiten und in derselben Menge zu nehmen. So bleiben deine Werte gut vergleichbar.
Wann darf man CBD Öl nicht nehmen?
In Schwangerschaft und Stillzeit nimmst du kein CBD, auch Kinder bekommen es nur ärztlich verordnet. Vorsicht gilt bei Medikamenten mit engem Wirkbereich oder solchen, die über dieselben Leberenzyme abgebaut oder aktiviert werden, etwa Marcumar, Clopidogrel, Ciclosporin, Tacrolimus oder bestimmten Epilepsiemitteln. Hier legst du das Vorgehen gemeinsam fest mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei Lebererkrankungen klärst du CBD ebenfalls vorher ab.
Bei welchen Medikamenten solltest du kein CBD Öl ohne Rücksprache nehmen?
Besonders bei Blutverdünnern wie Marcumar, Warfarin und Clopidogrel, bei Mitteln nach einer Organtransplantation wie Ciclosporin oder Tacrolimus und bei Epilepsiemitteln wie Clobazam oder Valproat. Vorsicht gilt auch bei manchen Antidepressiva und starken Schmerzmitteln. Welche Mittel betroffen sind und wie stark, zeigt unser Medikamenten-Check im Artikel zu CBD Wechselwirkungen.
Was sagt die EFSA zur Menge?
Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA nennt vorläufig 0,0275 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag als sichere Menge für gesunde Erwachsene ab 25, rund 2 mg bei 70 kg. Der Wert ist wegen fehlender Langzeitdaten sehr vorsichtig gewählt und kein Wert, ab dem Schäden belegt sind. Wer Medikamente nimmt, ist ausgenommen. Unsere Mengen stammen aus dem Dosierungsrechner.
Dieser Artikel dient deiner Information und ersetzt keine ärztliche oder tierärztliche Beratung. CBD ist kein Arzneimittel. Medizinischer Haftungsausschluss
Studien und Quellen
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