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CBD Wechselwirkungen: welche Medikamente kritisch sind

Amberfarbene CBD-Öl-Flasche neben einer weißen Keramikschale mit neutralen Kapseln und einem Hanfblatt, mit bewusstem Abstand als Symbol für mögliche Wechselwirkungen zwischen CBD und Medikamenten.

Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, willst du wissen, ob CBD dazu passt, denn beide werden in der Leber über dieselben Wege abgebaut. In den meisten Fällen kannst du CBD trotzdem sicher nutzen, wenn du weißt, worauf es ankommt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Als Wechselwirkung kann CBD die Wirkung vieler Medikamente verstärken oder abschwächen, weil es dieselben Leberenzyme nutzt.
  • Am kritischsten sind Blutverdünner, Antiepileptika und Immunsuppressiva; hier ist ärztliche Rücksprache Pflicht.
  • Je höher die CBD-Menge, desto wahrscheinlicher eine Wechselwirkung. Bei kritischen Medikamenten zählt aber schon eine kleine Menge.
  • Setz nie eigenmächtig ein Medikament ab, sprich die Kombination immer mit deinem Arzt ab.

Warum CBD mit Medikamenten wechselwirkt

Deine Leber ist die zentrale Stelle, an der Medikamente abgebaut werden. Dafür nutzt sie bestimmte Enzyme, vor allem CYP3A4, CYP2C19 und CYP2C9. Ein großer Teil aller Medikamente wird allein über CYP3A4 verstoffwechselt, Schätzungen reichen von einem Drittel bis zur Hälfte. Und genau diese Enzyme hemmt CBD.

Was das für dich bedeutet, ist einfach: Wird ein Enzym gehemmt, baut dein Körper das Medikament langsamer ab. Es bleibt länger und in höherer Konzentration im Blut, Wirkung und Nebenwirkungen verstärken sich. Seltener passiert das Gegenteil, das Medikament wird schneller abgebaut und wirkt schwächer als gewollt. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt von deiner CBD-Dosis ab. Die meisten belegten Fälle betreffen hohe Mengen, wie sie bei Epilepsie eingesetzt werden. Bei kleinen Mengen ist das Risiko geringer, bei kritischen Medikamenten aber trotzdem ernst zu nehmen. Eine Übersichtsarbeit von 2017 bestätigt das insgesamt gute Sicherheitsprofil von CBD, weist aber ausdrücklich auf genau diese Enzym-Hemmung und mögliche Wechselwirkungen hin. Was speziell für Opipramol gilt, liest du unter CBD und Opipramol.

Wie stark das Risiko ausfällt, hängt auch von der Einnahmeform ab. Auf die Haut aufgetragene CBD-Creme gelangt kaum ins Blut und wechselwirkt praktisch nicht. Am größten ist der Effekt bei Öl und Kapseln, weil das CBD dabei in hoher Menge durch die Leber läuft. Auch beim Inhalieren gelangt es ins Blut und damit in die Leber.

Wusstest du?

CYP3A4, das wichtigste dieser Leberenzyme, baut nach gängigen Schätzungen ein Drittel bis die Hälfte aller Medikamente ab und wird von CBD gehemmt. Deshalb reicht das Thema Wechselwirkungen von Herzmitteln über Antidepressiva bis zur Antibabypille.

Medikamenten-Check: dein Wirkstoff im Detail

Gib den Namen deines Medikaments oder Wirkstoffs ein und sieh sofort, wie kritisch die Kombination mit CBD ist. Tipp auf einen Eintrag für die Erklärung, warum die Wechselwirkung besteht.

CBD Medikamenten-Check

Finde heraus, ob dein Medikament mit CBD wechselwirken kann. Gib den Wirkstoff oder Medikamentennamen ein.

Medikamente in der Datenbank

Welche Medikamente kritisch sind

Nicht jede Kombination ist gleich riskant. Am wichtigsten ist die Faustregel: Je enger das Dosierungsfenster eines Medikaments, desto kritischer die Wechselwirkung. Eine Forschergruppe der Penn State University hat 57 Medikamente mit besonders engem therapeutischem Fenster zusammengestellt, bei denen die Kombination mit Cannabinoiden engmaschig überwacht werden sollte. Viele davon stecken in diesen Gruppen:

Medikamentengruppe Beispiele Risiko
Blutverdünner Marcumar, Warfarin, Eliquis hoch
Antiepileptika Clobazam, Valproat hoch
Immunsuppressiva Tacrolimus, Ciclosporin hoch
Antidepressiva Citalopram, Amitriptylin mittel bis hoch
Beruhigungs- & Schlafmittel Diazepam, Zolpidem mittel
Blutdrucksenker Metoprolol, Amlodipin mittel

Bei den drei hoch eingestuften Gruppen gilt: nie ohne ärztliche Begleitung. Bei den anderen kannst du CBD oft nutzen, wenn du niedrig dosierst und dein Arzt Bescheid weiß.

CBD und Blutverdünner

Hier besteht das größte Risiko. Blutverdünner wie Marcumar oder Warfarin werden über dieselben Leberenzyme abgebaut, die CBD hemmt. Die Folge: Der Wirkstoff bleibt länger im Blut, dein Blut gerinnt langsamer, und die Gefahr für innere Blutungen steigt.

Wie deutlich das sein kann, zeigt ein 2018 dokumentierter Fall: Bei einem Patienten musste die Warfarin-Dosis wegen CBD um rund 30% reduziert werden. Wenn du einen Blutverdünner nimmst, heißt das nicht, dass CBD tabu ist. Aber du brauchst deinen Arzt an Bord. Meist sind zusätzliche Bluttests (INR-Kontrolle) nötig, um die Gerinnung im Auge zu behalten. Auch die neueren Blutverdünner wie Eliquis und Xarelto werden teilweise über CYP3A4 abgebaut und können ebenfalls betroffen sein.

Die passende Form mit deinem Arzt wählen

Wenn du CBD trotz Medikamenten nutzen möchtest, führt der sichere Weg über deinen Arzt und eine niedrige, gut steuerbare Dosis. Unser Produktfinder hilft dir, gemeinsam mit ihm die passende Form zu wählen.

Zum CBD Produktfinder

CBD und Blutdrucksenker

Bei Blutdruckmedikamenten kommen zwei Effekte zusammen. Erstens kann CBD manche Wirkstoffe wie Amlodipin über die Leber langsamer abbauen. Zweitens senkt CBD selbst den Blutdruck leicht, und dieser Doppeleffekt kann zu Schwindel führen, vor allem beim Aufstehen.

Gefährlich ist das für die meisten nicht, aber du solltest es wissen. Wenn du Betablocker wie Metoprolol, ACE-Hemmer wie Ramipril oder Kalziumblocker nimmst, beobachte in den ersten Tagen deinen Blutdruck etwas genauer. Fühlst du dich benommen oder schwindelig, sprich mit deinem Arzt: Oft lässt sich die Dosis deines CBD Öls einfach anpassen.

Wann du CBD besser nicht nehmen solltest

Es gibt Situationen, in denen du auf CBD verzichten oder es nur nach ärztlicher Freigabe nehmen solltest:

Vor einer Operation. Setz CBD mindestens eine Woche vorher ab. Es kann die Wirkung von Narkosemitteln beeinflussen und die Blutgerinnung verändern. Sag deinem Anästhesisten unbedingt, dass du CBD nimmst.

In Schwangerschaft und Stillzeit. Hier fehlen ausreichende Daten zur Sicherheit. Solange das so ist, ist Verzicht die verantwortungsvolle Entscheidung.

Bei kritischen Medikamenten ohne Arztgespräch. Blutverdünner, Antiepileptika, Immunsuppressiva: Hier ist die ärztliche Absprache keine Empfehlung, sondern Pflicht.

Bei bestehenden Lebererkrankungen. Weil CBD über die Leber verarbeitet wird, solltest du bei eingeschränkter Leberfunktion vorher mit deinem Arzt sprechen.

Was die Wirkung von CBD verstärkt

Nicht nur Medikamente wechselwirken mit CBD, auch manche Alltagsdinge verändern, wie stark es wirkt. Gut zu wissen, damit dich nichts überrascht:

Grapefruit. Der Klassiker. Grapefruit hemmt das Enzym CYP3A4, über das auch CBD abgebaut wird. Isst du beides zusammen, kann CBD stärker und länger wirken. Eine einfache Faustregel: Was mit Grapefruit nicht zusammenpasst, ist auch bei CBD ein Warnsignal. Ähnlich vorsichtig solltest du bei pflanzlichen Mitteln sein, denn die Kombination von Johanniskraut und CBD hat ihre eigenen Tücken.

Alkohol. Beide wirken beruhigend, zusammen verstärkt sich die Müdigkeit und Benommenheit. In kleinen Mengen gilt die Kombination von CBD und Alkohol als unkritisch, Auto fahren solltest du danach aber nicht mehr.

Eine fetthaltige Mahlzeit. Das ist der positive Verstärker: CBD ist fettlöslich. Nimmst du es zusammen mit etwas Fettigem, etwa Nüssen, Avocado oder einem Löffel Öl, nimmt dein Körper deutlich mehr davon auf. So holst du mehr aus deiner Dosis heraus.

Sicher kombinieren statt raten

CBD und Medikamente schließen sich nicht grundsätzlich aus. Der Schlüssel ist zu wissen, wo Vorsicht geboten ist: Bei Blutverdünnern, Antiepileptika und Immunsuppressiva geht nichts ohne Arzt. Bei vielen anderen Medikamenten kannst du CBD nutzen, wenn du niedrig dosierst und dein Arzt informiert ist.

Deshalb gilt: Setz nie eigenmächtig ein Medikament ab und starte CBD bei Dauermedikation nie im Alleingang. Ein kurzes Gespräch mit deinem Arzt oder Apotheker gibt dir die Sicherheit, CBD in Ruhe auszuprobieren.

Häufige Fragen

Welche Medikamente dürfen nicht zusammen mit CBD eingenommen werden?

Besondere Vorsicht gilt bei Blutverdünnern, Antiepileptika und Immunsuppressiva. Hier ist die Kombination nur unter ärztlicher Kontrolle vertretbar. Auch bei Antidepressiva, Beruhigungsmitteln und Blutdrucksenkern solltest du vorher mit deinem Arzt sprechen. Der Medikamenten-Check oben zeigt dir deinen konkreten Wirkstoff.

Wann sollte man CBD nicht nehmen?

Verzichte auf CBD vor Operationen (mindestens eine Woche vorher absetzen), in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei kritischen Medikamenten ohne ärztliche Freigabe. Auch bei bestehenden Lebererkrankungen solltest du vorher Rücksprache halten, da CBD über die Leber verarbeitet wird.

Was verstärkt die Wirkung von CBD?

Grapefruit hemmt das Enzym CYP3A4, über das CBD abgebaut wird, und kann so den Effekt verstärken. Alkohol verstärkt die beruhigende Wirkung. Positiv wirkt eine fetthaltige Mahlzeit: Weil CBD fettlöslich ist, nimmt dein Körper zusammen mit etwas Fett deutlich mehr davon auf.

Wechselwirkt CBD-Creme mit Medikamenten?

Nein, praktisch nicht. Auf die Haut aufgetragene CBD-Creme wird kaum ins Blut aufgenommen und beeinflusst den Abbau von Medikamenten in der Leber nicht. Kritisch sind vor allem orale Formen wie Öl, Tropfen, Kapseln und Kristalle sowie das Inhalieren von Blüten oder E-Liquid, weil das CBD dabei direkt in den Blutkreislauf gelangt.

Ab welcher Dosis wird eine Wechselwirkung relevant?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Die meisten belegten Wechselwirkungen betreffen hohe Mengen, bei niedrigen Dosen ist das Risiko geringer. Bei kritischen Medikamenten wie Blutverdünnern oder Antiepileptika ist aber auch dann ärztliches Monitoring sinnvoll.

Kann ich CBD und Schmerzmittel zusammen einnehmen?

Meist ja, mit etwas Vorsicht. Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Diclofenac teilen sich mit CBD das Enzym CYP2C9, bei hoher CBD-Dosis können Magen-Darm-Nebenwirkungen zunehmen. Opioide wie Tramadol wirken zusammen mit CBD stärker sedierend. Paracetamol und Metamizol gelten als eher unkritisch. Bei Dauereinnahme vorher ärztlich abklären.

Was mache ich, wenn ich eine Wechselwirkung vermute?

Setz niemals eigenmächtig dein Medikament ab. Achte auf Anzeichen wie ungewöhnlich starke Nebenwirkungen, verstärkte Müdigkeit, Schwindel oder Blutungsneigung. Informiere in dem Fall deinen Arzt, oft lässt sich die CBD-Dosis einfach anpassen.

Dieser Artikel dient deiner Information und ersetzt keine ärztliche oder tierärztliche Beratung. CBD ist kein Arzneimittel. Medizinischer Haftungsausschluss

Studien und Quellen
  1. Iffland K, Grotenhermen F (2017). An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. Cannabis and Cannabinoid Research. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28861514
  2. Balachandran P, ElSohly M, Hill KP (2021). Cannabidiol Interactions with Medications, Illicit Substances, and Alcohol: a Comprehensive Review. Journal of General Internal Medicine. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33515191
  3. Kocis PT, Vrana KE (2020). Delta-9-Tetrahydrocannabinol and Cannabidiol Drug-Drug Interactions. Medical Cannabis and Cannabinoids, 3(1), 61–73. doi.org/10.1159/000507998
  4. Grayson L, Vines B, Nichol K, Szaflarski JP (2018). An interaction between warfarin and cannabidiol, a case report. Epilepsy & Behavior Case Reports, 9, 10–11. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29387536
  5. World Health Organization (2018). Cannabidiol (CBD) – Critical Review Report. Expert Committee on Drug Dependence. who.int
Dominik Martzy

Autor

Dominik Martzy

Schreibt für CANNABY über Wirkung, Dosierung und sichere Anwendung von CBD. Mehr als 300 Artikel hat er recherchiert, immer auf Basis aktueller Studien.

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