CBD & Sicherheit
Macht CBD süchtig? Was Studien über Abhängigkeit und Gewöhnung zeigen
CBD kommt aus derselben Pflanze wie THC, und genau das macht vielen ein ungutes Gefühl. Wenn Cannabis abhängig machen kann, warum dann nicht auch die Tropfen aus dem Onlineshop? Die Antwort darauf ist eindeutiger, als die meisten erwarten. Spannend wird die Frage dahinter: Wo genau verläuft die Grenze zwischen Sucht und Gewohnheit, und auf welcher Seite steht CBD?
Das Wichtigste im Überblick
- Nein, CBD macht nicht süchtig – es aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn nicht und erzeugt keinen Rausch.
- Beim Absetzen treten keine Entzugserscheinungen auf, auch nach Wochen täglicher Einnahme nicht.
- Eine Gewöhnung ans Abendritual ist möglich – das ist keine Sucht, sondern eine Routine.
- Das Rest-THC in Breit- oder Vollspektrum-Ölen liegt zu niedrig, um abhängig zu machen.
Dr. med. Wolfgang Furtlehner
Arzt | Doktor der gesamten Heilkunde
Fachlich korrekt, evidenzbasiert und aktuell.
Mehr über Dr. FurtlehnerMacht CBD süchtig?
Nein. CBD hat kein Suchtpotenzial, und das ist keine Aussage von Herstellern über ihr eigenes Produkt, sondern die Bewertung der Weltgesundheitsorganisation. Ihr Expertenkomitee für Drogenabhängigkeit hat CBD 2018 in einem ausführlichen Gutachten geprüft und kam zu dem Ergebnis: reines CBD zeigt beim Menschen weder Missbrauchs- noch Abhängigkeitspotenzial. Das Komitee empfahl deshalb ausdrücklich, CBD nicht der internationalen Drogenkontrolle zu unterstellen.
Überzeugender als jedes Gutachten ist aber der Versuch, das Gegenteil zu beweisen. Genau das haben Schoedel und Kollegen 2018 gemacht. Sie gaben Menschen mit Erfahrung im Freizeitkonsum verschiedener Drogen einzelne Dosen CBD, im Wechsel dazu das Beruhigungsmittel Alprazolam, den THC-Wirkstoff Dronabinol und ein Placebo. Doppelblind, niemand wusste, was er gerade bekam. Gemessen wurde, wie sehr die Substanz den Teilnehmern gefiel und ob sie sie wieder nehmen wollten. Wenn irgendeine Gruppe an CBD ein Suchtsignal bemerkt hätte, dann diese.
Bei 750 mg CBD blieben die Werte auf Placebo-Niveau. Alprazolam und Dronabinol lagen deutlich darüber.
Ehrlich dazugesagt: Bei 1500 und 4500 mg zeigten sich messbare subjektive Effekte, wenn auch weit schwächer als bei den Vergleichssubstanzen. Diese Mengen sind allerdings weit weg von der Realität. Eine übliche Alltagsdosis liegt bei 10 bis 50 mg. Selbst die niedrigste Dosis der Studie war rund das Fünfzehnfache davon.
Im Vergleich mit den Substanzen, um die es sonst bei Abhängigkeit geht, steht CBD damit allein auf weiter Flur:
| Substanz | Körperlich | Psychisch | Entzug |
|---|---|---|---|
| CBD | Keine | Keine – Gewöhnung ans Ritual möglich | Keine nachgewiesen |
| THC | Gering | Mittel bis hoch | Reizbarkeit, Schlafprobleme, Appetitlosigkeit |
| Nikotin | Hoch | Sehr hoch | Unruhe, Konzentrationsprobleme, Gewichtszunahme |
| Alkohol | Hoch | Hoch | Zittern, Schwitzen, Krampfanfälle – potenziell lebensbedrohlich |
| Opioide | Sehr hoch | Sehr hoch | Starke Schmerzen, Übelkeit, Krämpfe – ärztliche Begleitung nötig |
| Benzodiazepine | Sehr hoch | Hoch | Angst, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle – Ausschleichen zwingend nötig |
Warum CBD kein Suchtpotenzial hat
Sucht entsteht über einen ganz bestimmten Mechanismus im Gehirn – und den löst CBD nicht aus. Deshalb kann CBD nicht süchtig machen, egal wie lange du es nimmst.
Alkohol, Nikotin, Kokain, THC: So verschieden diese Stoffe sind, sie haben eine Gemeinsamkeit. Sie alle greifen ins Belohnungssystem ein und schütten dort Dopamin aus. Dieses Wohlgefühl merkt sich dein Gehirn – und es merkt sich vor allem, wodurch es entstanden ist. Bei Wiederholung stumpft das System ab, dieselbe Menge liefert weniger, die Dosis steigt. Aus Toleranz wird Abhängigkeit. Dieser Kreislauf ist das eigentliche Wesen einer Sucht, nicht die Substanz an sich.
CBD steigt in diesen Kreislauf gar nicht erst ein. Kein Dopamin-Kick, kein Wohlgefühl, das nach Wiederholung schreit, kein Grund für dein Gehirn, mehr zu verlangen. Was CBD stattdessen macht: Es unterstützt körpereigene Regulationsprozesse – Stress, Schlaf, Schmerzempfinden. Das fühlt sich gut an, aber auf dieselbe unspektakuläre Art, wie sich ein warmes Bad gut anfühlt.
Wie THC das Belohnungssystem erreicht – und CBD nicht
Der Unterschied lässt sich an einem einzigen Rezeptor festmachen: CB1. Er sitzt unter anderem in genau den Hirnarealen, die zum Belohnungssystem gehören.
THC passt exakt in diesen Rezeptor, aktiviert ihn und erzeugt darüber den Rausch. Deshalb hat THC ein reales Suchtpotenzial. Wie groß, hängt stark davon ab, wen man fragt: In der oft zitierten Zahl von rund 9% geht es um alle, die Cannabis jemals probiert haben – Einmal-Probierer eingerechnet. Wer regelmäßig konsumiert, trägt ein deutlich höheres Risiko, nach neueren Schätzungen bis zu jeder Dritte.
CBD passt nicht in diesen Rezeptor. Es dockt woanders am CB1 an, an einer Art Nebeneingang, und verändert von dort aus die Form des Rezeptors. Fachlich heißt das negative allosterische Modulation, praktisch bedeutet es: Der Rezeptor wird nicht aktiviert, sondern schlechter erreichbar – auch für THC. Laprairie und Kollegen haben das 2015 im Zellmodell gezeigt.
Damit dreht sich die Ausgangsfrage um. CBD nutzt den Suchtmechanismus nicht nur nicht, es legt ihm sogar Steine in den Weg.
Macht CBD Öl süchtig?
Nein. Auch CBD Öl macht nicht süchtig – und zwar auch dann nicht, wenn es Spuren von THC enthält. Genau das ist nämlich der Punkt, an dem viele stutzen: Ein Breit- oder Vollspektrum-Öl ist kein reines CBD, sondern bringt weitere Cannabinoide mit, darunter minimale Mengen THC. Und THC hat, anders als CBD, ein Suchtpotenzial. Reicht das im Öl aus?
Rechne einmal mit. Für frei verkäufliche Hanfprodukte liegt die gesetzliche THC-Obergrenze in Deutschland seit dem Cannabisgesetz im April 2024 bei 0,3%, angehoben von zuvor 0,2%. Cannabis, das tatsächlich abhängig macht, kommt auf 10 bis 25% THC. Das ist der Faktor 30 bis 80. Unsere Vollspektrum-Öle liegen mit unter 0,05% nochmal deutlich darunter – gegenüber einem 10%-Cannabis ist das der Faktor 200. Und unsere Breitspektrum-Öle enthalten überhaupt kein THC.
Diese Mengen erzeugen keinen Rausch, aktivieren das Belohnungssystem nicht und starten damit auch keinen Suchtkreislauf. Sie sind der Grund, warum diese Produkte überhaupt legal frei verkäuflich sind.
Womit die eigentliche Frage nicht mehr lautet, ob im Öl THC steckt, sondern ob du weißt, wie viel.
Woran du das erkennst
Die Rechnung oben funktioniert nur, wenn die Angaben auf der Flasche stimmen. Bei Ölen unbekannter Herkunft kann der tatsächliche THC-Wert über dem deklarierten liegen – nicht aus Absicht, sondern weil niemand nachgemessen hat. Dann kippt die ganze Kalkulation.
Deshalb: Achte auf ein Analysenzertifikat (COA) aus einem unabhängigen Labor, chargenbezogen, mit ausgewiesenem CBD- und THC-Gehalt. Kein Zertifikat, kein Kauf. Das ist keine Formalie, sondern der einzige Weg, die 0,3% zu überprüfen, statt sie zu glauben.
Welches passt zu dir?
Ob Breit- oder Vollspektrum, 5% oder 15%: Ein paar Fragen reichen, und du weißt, welche Stärke zu deinem Alltag passt.
Zum ProduktfinderKörperliche Abhängigkeit und was beim Absetzen passiert
Du kannst CBD jederzeit absetzen, ohne dass dein Körper dagegen rebelliert. Keine Entzugserscheinungen, kein Ausschleichen, kein Craving. Eine körperliche Abhängigkeit entsteht bei CBD nicht.
Um zu sehen, was das wert ist, hilft ein Blick auf die Gegenseite. Körperlich abhängig heißt: Dein Körper hat sich so an eine Substanz gewöhnt, dass er ohne sie nicht mehr normal funktioniert. Wer nach Jahren täglichen Trinkens abrupt aufhört, riskiert Zittern, Übelkeit, im schlimmsten Fall Krampfanfälle. Bei Opioiden und Benzodiazepinen kann ein kalter Entzug lebensgefährlich sein, ärztlich begleitetes Ausschleichen ist dort Pflicht.
Bei CBD wurde genau dieses Szenario einmal durchgespielt. Taylor und Kollegen gaben 2020 dreißig gesunden Freiwilligen vier Wochen lang zweimal täglich 750 mg CBD – eine Menge, die in der Epilepsie-Therapie eingesetzt wird und ein Vielfaches jeder Alltagsdosis. Danach wurde die Hälfte der Gruppe von einem Tag auf den anderen auf Placebo umgestellt, ohne es zu wissen. In den folgenden zwei Wochen prüften die Forscher mit zwei etablierten Entzugsskalen, ob sich etwas regt. Ergebnis: nichts. Kein Anstieg der Werte, kein Hinweis auf ein Entzugssyndrom.
Was gelegentlich vorkommt, sind milde Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder ein trockener Mund, die mit einer angepassten Dosis wieder verschwinden. Mit Abhängigkeit haben sie nichts zu tun.
Eines kann nach dem Absetzen trotzdem passieren, und das wird oft verwechselt: Wenn du CBD gegen etwas Konkretes genommen hast, gegen Einschlafprobleme, innere Unruhe oder Verspannungen, können diese Beschwerden zurückkommen. Das ist kein Entzug, sondern das Wegfallen der Unterstützung. Genauso wie Kopfschmerzen wiederkehren, wenn du kein Ibuprofen mehr nimmst, ohne dass du je von Ibuprofen abhängig warst.
Kann man eine CBD-Toleranz entwickeln?
Nach heutigem Stand nicht. Der Toleranz-Effekt, den man von Suchtmitteln kennt (immer mehr für dieselbe Wirkung), ist bei CBD nicht beschrieben. Genau deshalb kannst du CBD auch jeden Tag nehmen, ohne dich in eine Dosisspirale zu schrauben.
Manche Anwender berichten sogar vom Gegenteil: dass sie nach einigen Wochen mit weniger auskommen als am Anfang, gelegentlich umgekehrte Toleranz genannt. Das klingt gut und passt zum Wirkprinzip, ist aber schlicht nicht belegt. Es gibt dazu keine belastbaren Studien, nur Erfahrungsberichte. Nimm es als Anlass, deine Dosierung ab und zu zu überprüfen – nicht als Versprechen.
Psychische Gewöhnung: Routine oder Abhängigkeit?
Körperlich macht CBD nicht abhängig, das ist eindeutig. Bei der psychischen Seite lohnt sich ein ehrlicherer Blick, denn hier ist die Antwort nicht ganz so glatt.
Eine Gewöhnung kann bei allem entstehen, was du regelmäßig tust und als angenehm empfindest. Der Kaffee am Morgen, die Laufrunde nach der Arbeit, das Glas Wein zum Feierabend – oder eben die Tropfen vor dem Schlafen. Irgendwann gehört das zum Abend dazu, und wenn die Flasche mal leer ist, fühlt sich der Abend komisch an. Das kennst du wahrscheinlich von einem halben Dutzend anderer Rituale auch.
Das ist keine Sucht im medizinischen Sinn. Eine Abhängigkeit hat klare Merkmale: ein Verlangen, das du nicht mehr steuern kannst, Kontrollverlust über die Menge, und die Bereitschaft, dafür Nachteile in Kauf zu nehmen – Geld, Gesundheit, Beziehungen. Nichts davon trifft auf CBD zu. Es gibt keinen biochemischen Druck, der dich zur nächsten Dosis schiebt. Was da ist, ist eine Gewohnheit. Und Gewohnheiten kannst du ändern.
Trotzdem lohnt es sich, ab und zu hinzuschauen. Nicht weil CBD gefährlich wäre, sondern weil bewusst besser ist als Autopilot.
So gehst du bewusst mit CBD um
Leg gelegentlich eine Pause ein. Wenn du merkst, dass du eher aus Routine als aus einem konkreten Bedürfnis heraus zur Flasche greifst, probier ein paar Tage ohne. Du wirst sehen: Es passiert nichts. Genau das ist die beruhigende Erkenntnis daran.
Prüf deine Dosis regelmäßig. Die richtige Menge ist die kleinste, mit der du den gewünschten Effekt spürst. Frag dich nach ein paar Wochen, ob du noch dieselbe brauchst.
Mach CBD nicht zur einzigen Lösung. Nutzt du es für besseren Schlaf, hilf zusätzlich mit festen Zeiten und weniger Bildschirm am Abend nach. So bleibt CBD ein Baustein und wird nicht zur Krücke, ohne die nichts mehr geht.
Sprich mit deinem Arzt, wenn du unsicher bist. Besonders wenn du CBD bei psychischen Belastungen einsetzt oder dauerhaft Medikamente nimmst, ist ärztliche Begleitung ohnehin sinnvoll.
Merke
Der einfachste Test: Lass CBD ein paar Tage weg. Fühlt sich der Abend nur ungewohnt an, war es ein Ritual. Ein Entzug fühlt sich anders an – und den gibt es bei CBD nicht.
Macht CBD rauchen süchtig?
Vom CBD selbst wirst du auch beim Rauchen nicht abhängig – die Wirkung im Gehirn ändert sich nicht dadurch, wie du es aufnimmst. Trotzdem ist das die Frage, bei der ein ehrliches Nein zu kurz greift. Denn beim Rauchen kommen zwei Dinge dazu, die mit CBD nichts zu tun haben.
Das erste ist Tabak. Viele mischen CBD-Blüten mit Tabak in den Joint, weil es sich besser dreht und gleichmäßiger abbrennt. Damit rauchst du Nikotin – und Nikotin gehört zu den Substanzen mit dem höchsten Suchtpotenzial überhaupt. Wer nach ein paar Wochen merkt, dass er nicht mehr aufhören kann, ist nicht CBD-abhängig geworden. Er ist nikotinabhängig geworden. Das passiert schneller, als die meisten denken, und CBD hat daran keinen Anteil.
Das zweite ist die Handlung selbst. Rauchen ist ein extrem starkes Ritual: die Pause, der Griff zur Packung, der erste Zug. Diese Gewohnheit hängt am Ablauf, nicht am Wirkstoff – sie funktioniert mit CBD-Blüten genauso wie mit allem anderen, was man sich anzündet.
Und unabhängig von der Suchtfrage bleibt: Verbrennung ist Verbrennung. Beim Abbrennen entstehen Teer, Kohlenmonoxid und weitere Schadstoffe, die deine Lunge belasten – egal, welches Cannabinoid in der Blüte steckt. Ein CBD-Joint ist kein gesundes Produkt, nur weil kein THC drin ist.
Wenn es dir um die Wirkung von CBD geht und nicht ums Rauchen, ist ein Öl der unkompliziertere Weg. Du gibst es unter die Zunge, lässt es etwa 60 Sekunden einwirken und schluckst es dann. Die Dosis ist exakt bekannt, es entsteht kein Rauch, und die Suchtfrage stellt sich bei keinem der beiden Punkte oben. Blüten führen wir bewusst nicht.
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Jetzt ansehenKann CBD bei einer Sucht helfen?
Möglicherweise ja – die Forschung dazu ist jung, aber die ersten kontrollierten Studien zeigen in dieselbe Richtung. CBD macht nicht nur selbst nicht abhängig, es könnte Menschen mit einer bestehenden Abhängigkeit sogar unterstützen. Vier Untersuchungen sind dabei aussagekräftig, jede zu einer anderen Substanz.
Cannabis
Freeman und Kollegen führten 2020 die erste randomisierte Studie zu CBD bei Cannabis-Abhängigkeit durch, veröffentlicht in Lancet Psychiatry. 82 Teilnehmer, alle mit Diagnose und dem Wunsch aufzuhören, bekamen vier Wochen lang CBD oder ein Placebo. Bei 400 und 800 mg täglich sanken die THC-Werte im Urin messbar, und die Teilnehmer blieben mehr Tage abstinent. Wichtig ist die Größenordnung: Es waren etwa ein halber zusätzlicher abstinenter Tag pro Woche. Ein Effekt, ja – aber kein Durchbruch, und die Studienautoren selbst warnen davor, mehr hineinzulesen.
Nikotin
In einer kleinen Pilotstudie von Morgan und Kollegen aus dem Jahr 2013 bekamen 24 Raucher, die aufhören wollten, einen Inhalator für den Moment des Verlangens – mit CBD oder ohne Wirkstoff. Die CBD-Gruppe rauchte in dieser Woche rund 40% weniger, die Placebo-Gruppe unverändert viel. Bemerkenswert dabei: Das Verlangen selbst wurde nicht schwächer. Die Teilnehmer wollten genauso oft rauchen, taten es nur seltener.
Alkohol
Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim bekamen 28 Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit einmalig 800 mg CBD oder ein Placebo, doppelblind und zufällig zugeteilt. Danach wurden sie gezielt mit Auslösereizen konfrontiert – Alkoholbildern, einer Umgebung wie in einer Bar, dazu Stress. Die CBD-Gruppe berichtete weniger Verlangen, und im Hirnscan sprang der Nucleus accumbens schwächer an. Das ist der Kern des Belohnungssystems: Ausgerechnet dort, wo Sucht entsteht, blieb die Reaktion auf den Reiz gedämpft.
Heroin
Am deutlichsten wurde es bei Hurd und Kollegen 2019 im American Journal of Psychiatry. 42 Menschen mit Heroin-Abhängigkeit, zu diesem Zeitpunkt abstinent, wurden mit typischen Auslösereizen konfrontiert – Bildern und Situationen, die das Verlangen wecken. Wer CBD bekommen hatte, berichtete deutlich weniger Suchtdruck und weniger Angst als die Placebo-Gruppe. Der Effekt war noch eine Woche später messbar, und auch Herzfrequenz und Cortisol im Speichel fielen niedriger aus. Genau dieser Rückfall-Moment ist es, an dem Entzüge scheitern.
Zusammengenommen ergibt das ein plausibles Bild: CBD scheint weniger am Konsum selbst anzusetzen als an dem, was ihn auslöst – Stress, Anspannung, der Reiz im falschen Moment.
CBD ersetzt keine Therapie
So spannend die Ergebnisse sind, so klar ist ihre Grenze. Alle vier Studien sind klein, keine ist ein Wirksamkeitsnachweis, und in der Freeman-Studie bekamen alle Teilnehmer zusätzlich eine psychologische Begleitung – CBD stand dort nie allein.
Eine ernsthafte Abhängigkeit braucht professionelle Hilfe: ärztlich, therapeutisch oder beides. CBD kann eine Ergänzung sein, ersetzt aber weder eine Entzugsbehandlung noch eine psychologische Begleitung. Und wenn du CBD begleitend zu einer Suchttherapie einsetzen willst, sprich vorher mit deinem Arzt. Das ist keine Floskel: Bei laufender Medikation kann CBD deren Abbau in der Leber beeinflussen.
Häufige Fragen zu CBD und Abhängigkeit
Kann man von CBD süchtig werden?
Machen CBD Tropfen süchtig?
Hat CBD Entzugserscheinungen?
Ist CBD eine Droge?
Macht CBD psychisch abhängig?
Kann man eine CBD-Toleranz entwickeln?
Macht CBD Gras süchtig?
Kann CBD bei Cannabis-Sucht helfen?
Unser Fazit
Kein Suchtpotenzial, aber ein bewusster Blick lohnt sich
CBD macht nicht süchtig. Es aktiviert das Belohnungssystem nicht, erzeugt keinen Rausch und löst beim Absetzen keine Entzugserscheinungen aus. Die WHO ist zu diesem Schluss gekommen, und die Studie, die das Missbrauchspotenzial direkt am Menschen gemessen hat, bestätigt es.
Was möglich ist, ist eine Gewöhnung an das tägliche Ritual – wie bei Kaffee oder der Laufrunde. Das ist keine Sucht, und es lässt sich jederzeit unterbrechen. Wer gelegentlich pausiert und seine Dosis überprüft, merkt das schnell selbst.
Zwei Punkte bleiben wichtiger als die Suchtfrage: geprüfte Qualität mit einem Analysenzertifikat, damit die THC-Angabe auch stimmt. Und ärztliche Rücksprache, wenn du dauerhaft Medikamente nimmst. Bei einer bestehenden Abhängigkeit kann CBD begleiten – die Behandlung ersetzt es nicht.
Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient deiner Information und ersetzt keinen Arztbesuch. CBD ist kein Medikament und nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder zu behandeln. Bei einer bestehenden Abhängigkeit, in der Schwangerschaft oder bei Dauermedikation sprich die Einnahme vorher mit deinem Arzt ab.
Medizinischer HaftungsausschlussStudien und Quellen
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