Zum Inhalt springen

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

Ratgeber · Grundlagen

Cannabinoide: Was sie sind, welche es gibt und wie sie wirken

CBD, THC, CBG, CBN – hinter all diesen Kürzeln steckt dieselbe Stoffgruppe: Cannabinoide. Es sind die Wirkstoffe, mit denen die Hanfpflanze und teils dein eigener Körper auf ein feines Steuerungssystem in dir einwirken. Dieser Überblick zeigt dir ruhig und ohne Hype, was Cannabinoide sind, welche Gruppen es gibt, welche die wichtigsten sind und wie sie im Körper wirken.

Cannabinoide: 3 Quellen, 1 System

Pflanzlich

aus der Hanfpflanze

z. B. CBD, THC

Körpereigen

im Körper gebildet

z. B. Anandamid, 2-AG

Synthetisch

aus dem Labor

z. B. Spice, K2

wirken alle auf

Endocannabinoid-System das körpereigene Steuerungsnetzwerk für Schmerz, Stimmung, Schlaf & Co.
über 100
bekannte Cannabinoide in der Hanfpflanze
3 Gruppen
pflanzlich, körpereigen, synthetisch
1 System
auf das sie alle einwirken: das Endocannabinoid-System
Dr. med. Wolfgang Furtlehner
Medizinisch geprüft

Dr. med. Wolfgang Furtlehner

Arzt | Doktor der gesamten Heilkunde

Fachlich korrekt, evidenzbasiert und aktuell.

Mehr über Dr. Furtlehner

Das Wichtigste im Überblick

  • Cannabinoide sind Wirkstoffe, die an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems andocken und Prozesse wie Schmerz, Stimmung, Appetit und Schlaf mitsteuern.
  • Man unterscheidet drei Gruppen: pflanzliche (Phytocannabinoide), körpereigene (Endocannabinoide) und im Labor hergestellte (synthetische).
  • Die bekanntesten sind CBD und THC; dazu kommen CBG, CBN, CBC – über hundert sind in der Hanfpflanze bekannt.
  • Die meisten natürlichen Cannabinoide sind nicht berauschend und legal; Laborstoffe wie HHC oder THCP sind dagegen verboten.

Was sind Cannabinoide?

Cannabinoide sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die an die sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren in deinem Körper andocken. Diese Rezeptoren gehören zum Endocannabinoid-System, einem feinen Steuerungsnetzwerk, das Prozesse wie Schmerzempfinden, Stimmung, Appetit, Schlaf und die Immunabwehr im Gleichgewicht hält.

Chemisch sind die meisten Cannabinoide fettlöslich und damit gut mit Ölen kombinierbar, ein Grund, warum es CBD und Co. typischerweise als Öl gibt. In der Hanfpflanze wurden bisher mindestens 113 verschiedene Cannabinoide nachgewiesen, Schätzungen reichen bis etwa 150. Gebildet werden sie in den Harzdrüsen der Blüten, den sogenannten Trichomen. Die allermeisten kommen nur in winzigen Mengen vor, man nennt sie Minor-Cannabinoide; gut erforscht sind bislang vor allem die beiden bekanntesten: CBD und THC.

Diese Stoffgruppe ist fast einzigartig für Hanf. Einzelne ähnlich wirkende Verbindungen finden sich aber auch in anderen Pflanzen, etwa im Sonnenhut (Echinacea), als Beta-Caryophyllen in schwarzem Pfeffer oder in Kava und grünem Tee, deren Stoffe ebenfalls ans Endocannabinoid-System andocken.

Die drei Gruppen: pflanzlich, körpereigen, synthetisch

So unterschiedlich Cannabinoide auch sind, nach ihrer Herkunft lassen sie sich in genau drei Gruppen einteilen.

GruppeHerkunftBeispiele
Phytocannabinoideaus der HanfpflanzeCBD, THC, CBG, CBN, CBC
Endocannabinoidekörpereigen, im Körper gebildetAnandamid, 2-AG
Synthetischeim Labor hergestelltJWH-Stoffe, „Spice", „K2"

Pflanzliche und körpereigene Cannabinoide sind dabei ein natürliches, fein abgestimmtes System. Die synthetische Gruppe ist eine ganz andere Welt: künstlich nachgebaute Stoffe, die oft viel stärker und unberechenbarer wirken, dazu weiter unten mehr.

Cannabinoide-Liste: die wichtigsten im Überblick

Über hundert Cannabinoide sind bekannt, diese Liste zeigt die wichtigsten mit Abkürzung, vollem Namen, Entdeckungsjahr und dem, wofür sie stehen. Jedes hat bei uns einen eigenen, ausführlichen Artikel.

CannabinoidVoller NameEntdecktBerauschend?Bekannt für
CBDCannabidiol1940neinEntspannung, innere Ruhe, Schlaf
THCTetrahydrocannabinol1964japsychoaktiver Hauptwirkstoff von Cannabis
CBGCannabigerol1964neinFokus, Klarheit, Entzündung
CBNCannabinol1899kaumAbbauprodukt von THC, oft mit Schlaf verknüpft
CBCCannabichromenca. 1966neinEntzündung, Stimmung
CBDVCannabidivarinca. 1969neinnaher CBD-Verwandter, neurologische Forschung
THCVTetrahydrocannabivarin1970dosisabhängig„Diät-Ruf", in höherer Dosis berauschend
CBGACannabigerolsäure1960erneinSäure-Vorstufe, „Mutter aller Cannabinoide"
CBDACannabidiolsäure1950erneinrohe Vorstufe von CBD
THCATetrahydrocannabinolsäure1950erneinrohe Vorstufe von THC
CBLCannabicyclol1960erneinseltenes Abbauprodukt
H4CBDTetrahydrocannabidiol2006leichthydriertes CBD, halbsynthetisch, Grauzone
HHCHexahydrocannabinol1940jahalbsynthetisch, in Deutschland verboten
THCPTetrahydrocannabiphorol2019jasehr stark, in Deutschland verboten

Die ersten sieben sind die bekanntesten aktiven Cannabinoide. CBGA, CBDA und THCA sind ihre sauren Vorstufen: In der frischen Pflanze liegen Cannabinoide zunächst als Säuren vor, erst durch Wärme entstehen daraus die aktiven Formen. HHC und THCP markieren das andere Ende, berauschende Labor-Verwandte, die unter ein Verbot fallen.

Alle Cannabinoide & Vorstufen auf einen Blick

CBG-Familie

  • CBGA – Cannabigerolsäure
  • CBG – Cannabigerol
  • CBGVA – Cannabigerovarinsäure
  • CBGV – Cannabigerovarin

THC-Familie

  • THCA – Tetrahydrocannabinolsäure
  • THC – Tetrahydrocannabinol
  • THCVA – Tetrahydrocannabivarinsäure
  • THCV – Tetrahydrocannabivarin
  • THCP – Tetrahydrocannabiphorol
  • Δ8-THC – Delta-8-Tetrahydrocannabinol

CBD-Familie

  • CBDA – Cannabidiolsäure
  • CBD – Cannabidiol
  • CBDVA – Cannabidivarinsäure
  • CBDV – Cannabidivarin

CBC-Familie

  • CBCA – Cannabichromensäure
  • CBC – Cannabichromen
  • CBCVA – Cannabichromevarinsäure
  • CBCV – Cannabichromevarin

Abbau & gealtert

  • CBNA – Cannabinolsäure
  • CBN – Cannabinol
  • CBLA – Cannabicyclolsäure
  • CBL – Cannabicyclol

Vorsicht bei Hype-Kürzeln: Rund um neue Namen kursiert viel Marketing. Für „CB9" etwa gibt es bislang keine belastbaren Belege, dass es so in der Hanfpflanze vorkommt. Wir führen nur, was wissenschaftlich gesichert ist.

Wie Cannabinoide entstehen: von CBGA bis CBN

Fast alle Cannabinoide gehen auf einen einzigen Ausgangsstoff zurück: CBGA, die „Mutter aller Cannabinoide". In der frischen Pflanze entstehen daraus zunächst saure Vorstufen. Erst durch Wärme werden sie zu den aktiven Formen wie THC, CBD und CBC, und mit der Zeit wandeln sich diese weiter um. Drei Stufen, die erklären, warum rohes Hanf anders wirkt als erhitztes und warum altes Material zum Beispiel mehr CBN enthält.

Stufe 1 · rohIn der frischen Pflanze

Aus CBGA bilden sich die drei sauren Haupt-Vorstufen. Sie sind nicht berauschend und liegen so in der ungetrockneten Pflanze vor.

CBGAMutter aller Cannabinoide
THCAsaure Vorstufe von THC
CBDAsaure Vorstufe von CBD
CBCAsaure Vorstufe von CBC

Seltene Neben-Vorstufen

CBGVATHCVACBDVACBCVA
Durch Wärme · Decarboxylierung

Stufe 2 · erhitztDurch Wärme entstehen die aktiven Formen

Beim Erhitzen, etwa Rauchen, Verdampfen oder im Ofen, verlieren die Säuren ein Molekülteil. Aus den Vorstufen werden die bekannten, wirksamen Cannabinoide.

THCA → THCberauschend
CBDA → CBDnicht berauschend
CBCA → CBCnicht berauschend

Verwandte „Varin"-Formen

THCVCBDVCBCV
Durch Zeit & Sauerstoff · Oxidation

Stufe 3 · gealtertMit der Zeit wandeln sich die Cannabinoide weiter

Lagerung, Licht und Luft verändern das Material. Aus THC entsteht nach und nach CBN, aus CBC wird CBL, deshalb hat altes Hanf ein anderes Profil als frisches.

THC → CBNoft mit Schlaf verknüpft
THC → Δ8-THCschwächeres Abbau-THC
CBC → CBLseltenes Abbauprodukt

Kurz gemerkt: roh sauer, erhitzt aktiv, gealtert umgewandelt. Dieser Weg erklärt, warum dieselbe Pflanze je nach Behandlung ganz unterschiedliche Cannabinoide liefert.

Wer hat die Cannabinoide entdeckt?

Die Hanfpflanze begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden, aber ihre Wirkstoffe versteht die Wissenschaft erst seit gut hundert Jahren. Ein Name taucht dabei immer wieder auf: der israelische Chemiker Raphael Mechoulam, der THC und CBD entschlüsselte. Diese Stationen zeigen, wie aus einer rätselhaften Pflanze ein erforschtes Wirkstoff-System wurde.

1899
CBN als erstes Cannabinoid
Cannabinol wird als erster Einzelstoff aus Hanf beschrieben, lange bevor man seine Herkunft als Abbauprodukt von THC verstand.
1940
CBD wird isoliert
Cannabidiol wird erstmals aus der Pflanze gewonnen. Die genaue Struktur klärt sich aber erst gut zwanzig Jahre später.
1964
THC entschlüsselt
Raphael Mechoulam und Yechiel Gaoni isolieren am Weizmann-Institut THC und klären seine Struktur, der Durchbruch der Cannabis-Forschung.
1990er
Das Endocannabinoid-System
Die Rezeptoren CB1 und CB2 und die körpereigenen Botenstoffe wie Anandamid werden entdeckt, jetzt versteht man, warum Cannabinoide überhaupt wirken.
2019
THCP, die Liste wächst weiter
Ein italienisches Team beschreibt THCP, ein besonders stark bindendes Cannabinoid. Bis heute kommen neue Vertreter dazu.

Auch ein Stück Alltagsgeschichte: Schon in den 1950er-Jahren nutzte man die sauren Cannabinoid-Vorstufen wegen ihrer keimhemmenden Wirkung, damals vor allem in der Tiermedizin.

Wie Cannabinoide im Körper wirken

Cannabinoide wirken nicht „irgendwie", sondern über ein konkretes System: das Endocannabinoid-System. Dessen wichtigste Andockstellen sind die CB1- und CB2-Rezeptoren. CB1 sitzt vor allem im Gehirn und Nervensystem, hier dockt THC an und löst den Rausch aus. CB2 sitzt vor allem auf Immunzellen und in Geweben wie Haut, Darm und Knochen und steuert Entzündungsprozesse, ohne berauschend zu wirken.

Zwei Andockstellen im Endocannabinoid-System

CB1-Rezeptor
Gehirn & Nervensystem

Steuert u. a. Stimmung, Schmerz und Appetit, hier entsteht der Rausch.

CB2-Rezeptor
Immunsystem & Gewebe

Wirkt auf Entzündungen, ohne berauschende Wirkung.

THC dockt direkt & stark an CB1 an→ berauschend
CBD wirkt eher indirekt, blockiert CB1 nicht→ nicht berauschend

Nicht jedes Cannabinoid bindet gleich. THC dockt direkt und stark an CB1 an. CBD wirkt eher indirekt und kann die Wirkung von THC sogar abschwächen. Andere, wie CBC, sprechen kaum die klassischen Rezeptoren an, sondern andere Schaltstellen. Fachlich gesagt: Manche Cannabinoide aktivieren einen Rezeptor (Agonisten), andere blockieren ihn eher (Antagonisten) oder binden gar nicht. Und CB1 und CB2 sind nicht die einzigen Andockstellen, Cannabinoide wirken zum Beispiel auch über den Wärme- und Schmerzsensor TRPV1. Genau diese Vielfalt erklärt, warum Cannabinoide so unterschiedliche Effekte haben und warum pauschale Wirkversprechen wenig taugen.

Welches Cannabinoid wird wofür erforscht?

Jedes Cannabinoid hat ein eigenes Profil. Tippe auf eines und du siehst, welche Eigenschaften die Forschung bisher untersucht hat. Das sind überwiegend Labor- und frühe Studienergebnisse, keine zugesicherten Wirkungen und kein Ersatz für ärztlichen Rat.

Cannabinoid wählen

CBD

Cannabidiol · nicht berauschend

Umfangreich erforscht
  • Wird auf entzündungshemmende Eigenschaften untersucht
  • Zeigt im Labor antibakterielle Eigenschaften
  • Wird im Zusammenhang mit innerer Ruhe erforscht
  • Wird auf krampflösende Eigenschaften untersucht
  • Wird in der Forschung zu Nervenzellschutz betrachtet

THC

Tetrahydrocannabinol · berauschend

Gut erforscht
  • Psychoaktiver Hauptwirkstoff von Cannabis
  • Wird bei chronischen Schmerzen erforscht
  • Wird gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit untersucht
  • Als Arzneimittel bei Spastik im Einsatz

CBG

Cannabigerol · nicht berauschend

Wachsende Forschung
  • Wird auf entzündungshemmende Eigenschaften untersucht
  • Wird mit Fokus und Klarheit in Verbindung gebracht
  • Zeigt im Labor antibakterielle Ansätze
  • Wird zu Magen-Darm-Themen erforscht

CBN

Cannabinol · kaum berauschend

Wenig erforscht
  • Abbauprodukt von THC, entsteht beim Altern
  • Wird oft mit Schlaf in Verbindung gebracht
  • Wird auf entzündungshemmende Eigenschaften untersucht

CBC

Cannabichromen · nicht berauschend

Früh erforscht
  • Bindet vor allem an die TRP-Kanäle statt CB1
  • Wird auf entzündungshemmende Eigenschaften untersucht
  • Wird zu Stimmung und Nervenzellschutz betrachtet

THCV

Tetrahydrocannabivarin · dosisabhängig

Früh erforscht
  • Wird auf appetithemmende Eigenschaften untersucht
  • Wird im Zusammenhang mit Blutzucker erforscht
  • In niedriger Dosis kaum berauschend, in höherer schon

THCA

Tetrahydrocannabinolsäure · roh nicht berauschend

Früh erforscht
  • Rohe Säure-Vorstufe von THC, roh nicht psychoaktiv
  • Wird auf entzündungshemmende Eigenschaften untersucht
  • Wird zu Nervenzellschutz betrachtet
  • Wird beim Erhitzen zu THC

Die genannten Eigenschaften stammen aus der wissenschaftlichen Forschung und sind kein Heilversprechen. Unsere CBD-Produkte sind frei verkäufliche Aroma- und Kosmetikprodukte.

Endocannabinoide & der Entourage-Effekt

Dein Körper stellt eigene Cannabinoide her, die Endocannabinoide. Die bekanntesten sind Anandamid und 2-AG, daneben gibt es weitere wie Virodhamin. Sie wirken wie körpereigene Botenstoffe, halten Prozesse im Gleichgewicht und werden nach Gebrauch durch spezielle Enzyme wieder abgebaut. Pflanzliche Cannabinoide ähneln diesen körpereigenen Stoffen, deshalb können sie überhaupt im selben System andocken.

Spannend wird es im Zusammenspiel: Cannabinoide und Terpene der Hanfpflanze können sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Dieses Phänomen heißt Entourage-Effekt und ist der Grund, warum viele ein Breit- oder Vollspektrum-Öl einem isolierten Einzelstoff vorziehen.

Cannabinoide als Arzneimittel

Cannabinoide werden auch als verschreibungspflichtige Medikamente eingesetzt, das ist klar von frei verkäuflichen CBD-Produkten zu trennen. Seit 2017 dürfen Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen Cannabis-Arzneimittel verordnen; seit April 2024 läuft das sogar über ein normales Rezept statt über ein Betäubungsmittelrezept.

Diese Arzneimittel enthalten meist THC und werden vor allem dann eingesetzt, wenn andere Therapien nicht ausreichen, am häufigsten bei chronischen Schmerzen, bei Spastik infolge Multipler Sklerose sowie gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit während einer Chemotherapie. Verordnet werden sie oft in der Schmerz-, Palliativ- oder Neuromedizin, meist als individueller Therapieversuch.

MedikamentWirkstoffEingesetzt bei
DronabinolTHC (rein)Schmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit
SativexTHC + CBDSpastik bei Multipler Sklerose
CanemesNabilon (synthetisch)Übelkeit und Erbrechen bei Chemo
EpidiolexCBDseltene Epilepsie-Formen bei Kindern

Wichtig zur Einordnung: Diese Präparate sind Medikamente mit eigenem Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil und gehören in ärztliche Hand. Unsere CBD-Produkte sind dagegen frei verkäufliche Aroma- und Kosmetikprodukte ohne Heilversprechen. Wer eine Erkrankung gezielt behandeln möchte, sollte das immer ärztlich abklären.

Synthetische Cannabinoide – kurz und ehrlich

Synthetische Cannabinoide sind im Labor hergestellte Stoffe, die die Wirkung von THC nachahmen. Verkauft wurden sie oft getarnt als „Kräutermischung" unter Namen wie Spice oder K2. Das Problem: Sie wirken meist um ein Vielfaches stärker und unberechenbarer als natürliches THC, mit echtem Risiko für schwere Nebenwirkungen, Psychosen und in dokumentierten Fällen sogar Todesfälle.

Die meisten dieser Stoffe fallen in Deutschland unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz und sind damit verboten. Mehr zu Erkennung, Gefahren und Rechtslage steht im eigenen Beitrag zu synthetischen Cannabinoiden.

Sind Cannabinoide legal?

Das hängt vom einzelnen Stoff ab. Die natürlichen, nicht berauschenden Cannabinoide wie CBD, CBG, CBN und CBC sind frei verkäuflich, solange der THC-Gehalt unter 0,3% liegt. Sie werden meist als Aromaöl oder Kosmetik angeboten.

THC ist streng reguliert. Und eine ganze Reihe berauschender Laborstoffe, allen voran HHC, THCP und 10-OH-HHC, wurde in den letzten Jahren verboten. Das natürliche THCV bewegt sich dagegen in einer Grauzone, es ist kein Laborstoff und nicht klar erfasst. Welche Cannabinoide aktuell legal oder verboten sind, ändert sich dabei laufend. Den rechtlichen Rahmen rund um die frei verkäuflichen Produkte erklärt der Beitrag dazu, ob und wann CBD legal ist.

Cannabinoide erleben – mit CBD

Der bekannteste und am besten erforschte natürliche Vertreter ist CBD: nicht berauschend, legal und vielseitig. Bei uns aus Schweizer Bio-Hanf, mit Analysezertifikat zu jedem Öl.

Unsere CBD Öle entdecken

FAQ zu Cannabinoiden

Was sind Cannabinoide einfach erklärt?
Cannabinoide sind Wirkstoffe, die an die Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoid-Systems andocken. Dadurch beeinflussen sie Prozesse wie Schmerz, Stimmung, Appetit und Schlaf. Die bekanntesten sind CBD und THC.
Was machen Cannabinoide im Körper?
Sie binden an die CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems und helfen dem Körper, im Gleichgewicht zu bleiben. CB1 sitzt vor allem im Gehirn, CB2 vor allem im Immunsystem. So beeinflussen Cannabinoide unter anderem Schmerzempfinden, Stimmung, Schlaf und Entzündungen.
Ist CBD ein Cannabinoid?
Ja. CBD (Cannabidiol) ist eines der bekanntesten pflanzlichen Cannabinoide, also ein Phytocannabinoid aus der Hanfpflanze. Anders als THC ist es nicht berauschend. Zusammen mit THC gehört CBD zu den beiden am besten erforschten Cannabinoiden.
Welche Cannabinoide gibt es?
Man unterscheidet pflanzliche (z. B. CBD, THC, CBG, CBN, CBC), körpereigene (Anandamid, 2-AG) und synthetische Cannabinoide. Zu den bekanntesten natürlichen zählen CBD und THC, dazu kommen viele weniger erforschte wie CBG, CBN, CBDV oder die sauren Vorstufen CBGA und CBDA.
Wie viele Cannabinoide gibt es?
In der Hanfpflanze wurden bisher über hundert verschiedene Cannabinoide nachgewiesen. Die meisten kommen nur in sehr kleinen Mengen vor, weshalb bislang vor allem CBD und THC gut erforscht sind.
Sind Cannabinoide legal?
Die natürlichen, nicht berauschenden Cannabinoide wie CBD, CBG oder CBN sind in Deutschland frei verkäuflich, solange der THC-Gehalt unter 0,3% liegt. THC ist streng reguliert, und mehrere berauschende Laborstoffe wie HHC und THCP sind verboten. THCV bewegt sich in einer Grauzone.
Sind Cannabinoide im Drogentest nachweisbar?
Klassische Drogentests sind auf THC ausgelegt und schlagen darauf an, im Urin teils noch Tage bis Wochen nach dem Konsum. Reines CBD löst dagegen normalerweise keinen positiven Test aus. Vollspektrum-Produkte enthalten allerdings Spuren von THC, weshalb ein positiver Test in seltenen Fällen nicht völlig auszuschließen ist.
Haben Cannabinoide Nebenwirkungen?
Die natürlichen, nicht berauschenden Cannabinoide wie CBD gelten als gut verträglich. Möglich sind vor allem Müdigkeit, Mundtrockenheit oder Magen-Darm-Beschwerden. Da CBD den Abbau mancher Medikamente beeinflussen kann, solltest du bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme vorab ärztlich Rücksprache halten. Synthetische Cannabinoide sind dagegen unberechenbar und können schwere Nebenwirkungen auslösen.
Welche Cannabinoide gibt es als Medikament?
Verschreibungspflichtige Cannabinoid-Arzneimittel sind unter anderem Dronabinol (reines THC), das THC-CBD-Spray Sativex, Canemes (Nabilon) und Epidiolex (CBD). Sie werden zum Beispiel bei chronischen Schmerzen, Spastik bei Multipler Sklerose oder Übelkeit während einer Chemotherapie eingesetzt und ärztlich verordnet.
Produziert der Körper selbst Cannabinoide?
Ja. Der Körper stellt eigene Cannabinoide her, sogenannte Endocannabinoide wie Anandamid und 2-AG. Sie wirken wie körpereigene Botenstoffe und regulieren wichtige Funktionen wie Stimmung, Appetit, Schmerz und Schlaf.

Unser Fazit

Das Wichtigste auf einen Blick

Cannabinoide sind die Wirkstoffe, mit denen Hanf und dein eigener Körper auf das Endocannabinoid-System einwirken. Sie teilen sich in pflanzliche, körpereigene und synthetische Stoffe; die natürlichen Vertreter wie CBD, THC, CBG und CBN sind dabei die bekanntesten von über hundert.

Für die Praxis heißt das: Die meisten natürlichen Cannabinoide sind nicht berauschend und legal, während berauschende Laborstoffe wie HHC oder THCP verboten sind. Wer einfach starten will, ist mit gut erforschtem CBD am besten beraten.

Medizinischer Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder bestehender Medikamenteneinnahme sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Medizinischer Haftungsausschluss
Studien und Quellen
  1. Devane WA, Hanuš L, Breuer A et al. (1992). Isolation and structure of a brain constituent that binds to the cannabinoid receptor. Science 258(5090), 1946–1949. doi.org/10.1126/science.1470919
  2. Pertwee RG (2008). The diverse CB1 and CB2 receptor pharmacology of three plant cannabinoids: Δ9-THC, CBD and Δ9-THCV. British Journal of Pharmacology 153(2), 199–215. doi.org/10.1038/sj.bjp.0707442
  3. Gaoni Y, Mechoulam R (1964). Isolation, Structure, and Partial Synthesis of an Active Constituent of Hashish. Journal of the American Chemical Society 86(8), 1646–1647. doi.org/10.1021/ja01062a046
  4. Russo EB (2011). Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. British Journal of Pharmacology 163(7), 1344–1364. doi.org/10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
  5. Hanuš LO, Meyer SM, Muñoz E et al. (2016). Phytocannabinoids: a unified critical inventory. Natural Product Reports 33(12), 1357–1392. doi.org/10.1039/c6np00074f
  6. Bundesministerium für Gesundheit: Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG). bundesgesundheitsministerium.de
  7. BfArM: FAQ Medizinisches Cannabis (Verschreibung seit 01.04.2024 per Normalrezept). bfarm.de
Dominik Martzy

Dominik Martzy

CBD-Fachautor

Dominik Martzy ist CBD-Fachautor mit Schwerpunkt auf Wirkung, Recht und Anwendungssicherheit. Er hat über 300 Fachartikel für CANNABY recherchiert und verfasst, anhand aktueller Studien und Gesetzestexte, mit klarer Trennung zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen.