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CBD Öl in der Stillzeit: Warum du besser darauf verzichtest

Geschrieben von Dominik Martzy | Aktualisiert am 20.03.2026 | Lesezeit 6 min

Das Baby ist da, du stillst — und bist gleichzeitig oft völlig erschöpft. Schlafmangel, innere Unruhe und der neue Alltag machen pflanzliche Helfer verlockend. Aber: CBD Öl in der Stillzeit ist keine gute Idee. CBD kann in die Muttermilch übergehen, und wie sich das auf gestillte Babys auswirkt, ist nicht ausreichend erforscht. Auch FDA und Bundesinstitut für Risikobewertung raten klar davon ab.

Dr. med. Wolfgang Furtlehner
Medizinisch geprüft

Dr. med. Wolfgang Furtlehner

Arzt | Doktor der gesamten Heilkunde

Fachlich korrekt, evidenzbasiert und aktuell.

Warum CBD Öl für stillende Mütter überhaupt interessant wird

Wenn du stillst, fühlt sich selbst ein normaler Tag oft deutlich anstrengender an als sonst. Dein Körper leistet viel, dein Schlaf ist unruhiger, echte Erholung bleibt oft aus und selbst kleinere Beschwerden können plötzlich sehr präsent werden. Stress, Schmerzen und Schlafprobleme gehören für viele Mütter in dieser Zeit zu den Themen, die im Alltag immer wieder belasten.

Dazu kommt, dass in der Stillzeit vieles wegfällt, was sonst vielleicht helfen würde. Umso verständlicher ist der Wunsch nach etwas, das sich pflanzlich anfühlt, leicht anzuwenden ist und den Alltag nicht noch komplizierter macht. CBD Öl wirkt auf den ersten Blick genau so und wird deshalb für manche Mütter interessant. Wer sich schon in der Schwangerschaft mit dem Thema beschäftigt hat, schaut oft auch nach der Geburt wieder danach.

Aber: Alles, was du in der Stillzeit einnimmst, wirkt nicht nur bei dir. Bestimmte Stoffe können in die Muttermilch übergehen und damit auch bei deinem Baby ankommen. Bei CBD Öl in der Stillzeit ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Wie CBD in die Muttermilch gelangt

Stoffe, die du in der Stillzeit einnimmst, bleiben nicht nur in deinem Körper. Sie können über den Blutkreislauf auch in die Muttermilch gelangen. Das gilt für Nährstoffe, für Medikamente – und grundsätzlich auch für CBD.

Wenn du CBD Öl in der Stillzeit einnimmst, gelangt das Cannabidiol zunächst über den Verdauungstrakt in dein Blut. Von dort wird es im Körper verteilt. Auch das Gewebe in der Brust ist über Blutgefäße versorgt. So kann CBD die Blut-Milch-Schranke passieren und in die Muttermilch übergehen.

Der entscheidende Punkt: CBD ist fettlöslich (lipophil). Muttermilch hat einen hohen Fettanteil. CBD kann sich deshalb besonders gut darin anreichern – und dein Baby trinkt diese Milch mit. Weil ein so kleiner Körper Wirkstoffe ganz anders verarbeitet als ein erwachsener, ist genau das problematisch.

Dazu kommt: CBD hat im Körper eine relativ lange Halbwertszeit von etwa 18 bis 32 Stunden. Das bedeutet, dass der Wirkstoff auch nicht nach einer einzelnen Einnahme schnell wieder verschwunden ist, sondern über einen längeren Zeitraum im Körper und damit potenziell auch in der Muttermilch nachweisbar bleibt.

Schon gewusst? Muttermilch enthält von Natur aus körpereigene Cannabinoide, sogenannte Endocannabinoide. Diese Stoffe gehören zum Endocannabinoid-System und spielen auch in der frühen Entwicklung deines Babys eine Rolle – zum Beispiel beim Saugreflex und im Immunsystem. Der wichtige Unterschied: Endocannabinoide bildet dein Körper selbst und in den Mengen, die zu dieser Phase passen. CBD wird von außen zugeführt und lässt sich damit nicht gleichsetzen.

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CBD, Alkohol, Nikotin und Koffein in der Muttermilch im Vergleich

CBD ist nicht der einzige Stoff, der in die Muttermilch übergehen kann. Auch Alkohol, Nikotin, THC und Koffein gelangen nach der Aufnahme unter bestimmten Umständen weiter zum Baby. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie gut die jeweilige Wirkung bereits erforscht ist.

Bei Alkohol oder Nikotin ist den meisten Müttern sofort klar: lieber nicht. Bei CBD ist die Einordnung oft weniger eindeutig, weil es als pflanzlich und sanft wahrgenommen wird. Genau deshalb hilft ein direkter Vergleich.

Substanz In der Muttermilch? Wie lange? Mögliche Risiken für dein Baby
CBD Ja Stunden bis Tage Auswirkungen auf Säuglinge bisher nicht ausreichend geklärt
THC Ja Bis zu mehrere Tage Mögliche Beeinträchtigung von Entwicklung und Verhalten
Alkohol Ja Mehrere Stunden Belastung für Schlaf, Verhalten und Entwicklung
Nikotin Ja Mehrere Stunden bis länger Mögliche Belastung für Schlaf, Atmung und Entwicklung
Koffein Ja Mehrere Stunden Unruhe und Schlafprobleme bei empfindlichen Säuglingen

Was die Studienlage zu CBD Öl in der Stillzeit zeigt

Bei CBD in der Stillzeit fällt schnell auf, wie wenig dazu eigentlich wirklich bekannt ist. Gerade für stillende Mütter und gestillte Babys gibt es bisher nur wenige belastbare Daten. Studien in diesem Bereich sind besonders schwer umzusetzen – aus ethischen Gründen wird niemand einer stillenden Mutter CBD verabreichen, um die Auswirkungen auf ihr Baby zu messen. Vieles, was man heute über Cannabinoide weiß, stammt deshalb aus Tierstudien, aus allgemeiner Cannabisforschung oder aus Arbeiten, in denen verschiedene Cannabinoide gemeinsam betrachtet wurden.

Eine  Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 fasst genau das gut zusammen: Cannabinoide und ihre Abbauprodukte wurden in menschlicher Muttermilch nachgewiesen. Aufgrund ihrer fettlöslichen Eigenschaften ist biologisch gut erklärbar, warum sie die Brustdrüse erreichen und in die Milch übergehen. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass es bislang nur wenige Untersuchungen dazu gibt, wie Cannabis oder einzelne Cannabinoide die Muttermilch, die Milchbildung oder gestillte Säuglinge tatsächlich beeinflussen.

Dazu passt auch eine Studie aus 2023, in der auf Basis real gemessener CBD-Werte in Muttermilch die mögliche Aufnahme bei gestillten Babys modelliert wurde. Die Arbeit zeigt, dass CBD über die Milch grundsätzlich beim Kind ankommen kann. Sie beantwortet aber nicht die entscheidende Frage: Ist diese Menge für Säuglinge unbedenklich? 

Auch die FDA (US-amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde) rät ausdrücklich von der Verwendung von CBD in Schwangerschaft und Stillzeit ab – mit dem Verweis auf unzureichende Daten zur Sicherheit. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) äußert sich ähnlich zurückhaltend zu Cannabinoiden in der Stillzeit.

Die Einordnung bleibt deshalb klar: Für CBD Öl in der Stillzeit gibt es keine ausreichende Grundlage, um es als sicher zu bewerten.

Risiken von CBD in der Stillzeit für Mutter und Kind

Für dich als Mutter

Auch für dich selbst ist CBD in der Stillzeit nicht automatisch unproblematisch. Cannabidiol kann den Blutdruck senken und mit Medikamenten wechselwirken. Gerade nach der Geburt ist das relevant, weil viele Mütter ohnehin körperlich gefordert sind und teilweise noch Schmerzmittel, Antibiotika oder andere Arzneimittel einnehmen.

Hinzu kommt, dass CBD bestimmte Leberenzyme aus dem CYP450-System beeinflussen kann. Diese Enzyme sind am Abbau vieler Medikamente beteiligt. Wenn CBD diese Enzyme hemmt, können andere Wirkstoffe langsamer abgebaut werden – und stärker oder länger wirken als vorgesehen. Wer in der Stillzeit Medikamente nimmt, sollte CBD deshalb nicht auf eigene Faust ergänzen, sondern vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.

Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Artikel CBD Öl Wechselwirkungen.

Für dein Baby

Bei deinem Baby wiegt die Frage noch schwerer. In den ersten Lebensmonaten sind viele Systeme im Körper noch nicht ausgereift – und genau das macht die Einschätzung von CBD über die Muttermilch so schwierig.

Das Gehirn entwickelt sich in dieser Phase besonders schnell. Gleichzeitig spielt das Endocannabinoid-System bei wichtigen Entwicklungsprozessen eine Rolle. Von außen zugeführte Cannabinoide könnten diese Abläufe beeinflussen – ausschließen lässt sich das beim aktuellen Stand der Forschung nicht.

Auch die Leber ist noch nicht vollständig ausgereift. CBD wird über die Leber abgebaut, und bei Säuglingen ist unklar, wie gut der Körper den Wirkstoff überhaupt verarbeiten kann.

Dazu kommt das Immunsystem, das sich in den ersten Monaten erst aufbaut. Zusammen mit weiteren Entwicklungsprozessen, die in dieser Zeit eng aufeinander abgestimmt ablaufen, ergibt sich ein Gesamtbild, bei dem Zurückhaltung die einzig sinnvolle Empfehlung ist.

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CBD Creme in der Stillzeit

Wenn CBD Öl in der Stillzeit nicht infrage kommt – gibt es dann überhaupt eine Möglichkeit, CBD zu nutzen? Tatsächlich ja: topische CBD-Produkte wie CBD Cremes oder ein CBD Gesichtsserum sind eine Option, die in dieser Phase eher vertretbar ist.

Der Grund: Bei äußerer Anwendung bleibt CBD weitgehend lokal begrenzt. Es wirkt auf der Haut und im darunterliegenden Gewebe, gelangt aber nur in minimalen Mengen in den Blutkreislauf – deutlich weniger als bei der oralen Einnahme. Dadurch ist das Risiko, dass CBD über die Muttermilch bei deinem Baby ankommt, erheblich geringer.

Das kann zum Beispiel dann interessant sein, wenn du mit trockener, gereizter oder beanspruchter Haut zu tun hast, mit verspannten Bereichen oder wenn du einfach eine Pflege suchst, die etwas mehr kann.

Trotzdem gelten auch hier ein paar klare Regeln:

Verwende nur CBD-Produkte ohne THC und mit sauberen Laboranalysen, damit nachvollziehbar ist, was tatsächlich enthalten ist. Trage die Creme nicht im Brustbereich auf – damit dein Baby beim Stillen nichts davon aufnimmt. Wasche dir nach dem Auftragen gründlich die Hände. Und wenn du unsicher bist, sprich die Anwendung vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme ab.

Was dir in der Stillzeit sonst noch guttun kann

Wärme

Wärme kann bei Verspannungen und Muskelziehen sehr angenehm sein – gerade in Nacken, Schultern und Rücken, die beim Stillen und Tragen besonders beansprucht werden.

Sanfte Bewegung

Sanfte Bewegung wie Spaziergänge, Dehnen oder leichte Rückbildung bringt oft wieder Lockerung in den Körper. Auch der Kreislauf kommt so besser in Gang.

Physiotherapie

Physiotherapie lohnt sich bei anhaltenden Schmerzen in Rücken, Nacken oder Schultern. Gerade nach der Geburt sind solche Beschwerden häufig – und gut behandelbar.

Massage

Massage kann verspannte Bereiche lockern und im Alltag spürbar entlasten. Besonders hilfreich bei viel Tragen und einseitigen Stillpositionen.

Atemübungen

Atemübungen und Entspannung helfen dabei, etwas aus der Anspannung rauszukommen. Gerade bei innerer Unruhe können schon wenige Minuten am Tag viel ausmachen.

Ingwer

Ingwer ist vor allem aus der Schwangerschaft bei Übelkeit bekannt. Auch danach greifen manche Frauen gern dazu, wenn der Magen empfindlich ist.

Milder Tee

Milder Tee kann im Alltag ein kleiner Ruhepunkt sein. Gut verträgliche Sorten wie Kamille oder Fenchel eignen sich besonders.

Reizarme Pflege

Pflege für gereizte Haut muss nicht kompliziert sein – oft reichen schon einfache, reizarme Produkte, um beanspruchte Stellen zu beruhigen.

Und wenn Beschwerden bleiben oder stärker werden: Sprich mit deiner Hebamme oder Ärztin. Gerade in der Stillzeit lässt sich vieles besser einordnen, wenn jemand mit Erfahrung draufschaut.

FAQ CBD Öl während dem Stillen

Geht CBD in die Muttermilch über?

Ja. CBD ist fettlöslich und geht in die Muttermilch über. Wie viel davon beim Säugling ankommt und welche Auswirkungen das hat, ist bisher nicht ausreichend untersucht. Deshalb raten Fachgesellschaften von der Einnahme während der Stillzeit ab.

Wie lange bleibt CBD in der Muttermilch?

Dazu gibt es keine exakten Daten. CBD wird über Stunden bis Tage im Körper abgebaut und kann sich aufgrund seiner Fettlöslichkeit im Fettgewebe anreichern. Eine einzelne Einnahme ist also nicht nach wenigen Stunden „raus" – bei regelmäßiger Einnahme noch weniger.

Ist CBD für stillende Mütter unbedenklich?

Nach aktuellem Kenntnisstand nicht sicher. Es fehlen Humanstudien, die CBD in der Stillzeit gezielt untersucht haben. Solange die Datenlage so dünn ist, überwiegt das Vorsichtsprinzip: nicht einnehmen, solange du stillst.

Ist CBD Creme in der Stillzeit erlaubt?

Topisches CBD bleibt in der Regel in den Hautzellen und gelangt nicht in relevanter Menge in den Blutkreislauf. Das Risiko ist deutlich geringer als bei oraler Einnahme. Trotzdem gilt: nicht auf Brüsten oder Brustwarzen auftragen und im Zweifelsfall ärztliche Rücksprache halten.

Was ist mit THC-Rückständen in CBD-Produkten?

Frei verkäufliche CBD-Produkte dürfen bis zu 0,3% THC enthalten. THC geht ebenfalls in die Muttermilch über und kann dort nachweisbar bleiben. Für stillende Mütter ein zusätzlicher Grund, auf CBD-Produkte zu verzichten – oder zumindest auf Produkte mit aktuellem Analysezertifikat zu achten.

Was mache ich, wenn ich in der Stillzeit bereits CBD genommen habe?

Kein Grund zur Panik. Eine einzelne oder kurzzeitige Einnahme von CBD ist nach allem, was man weiß, kein akutes Risiko. Setze die Einnahme ab und sprich bei Bedenken mit deiner Hebamme oder deinem Arzt. Abstillen ist deswegen in der Regel nicht nötig.

Wie lange vor dem Stillen sollte ich CBD absetzen?

Idealerweise schon vor der Geburt. CBD kann sich im Fettgewebe anreichern und wird nur langsam abgebaut. Ein fester Zeitraum lässt sich mangels Daten nicht nennen, aber je früher du absetzt, desto besser.

Ab wann nach der Stillzeit darf ich wieder CBD nehmen?

Sobald du komplett abgestillt hast und dein Baby keine Muttermilch mehr bekommt, spricht nichts gegen die Einnahme von CBD. Ab diesem Zeitpunkt gelten für dich die gleichen Voraussetzungen wie für alle Erwachsenen.

Fazit: CBD Öl in der Stillzeit lieber weglassen

Auch wenn CBD Öl auf den ersten Blick wie eine sanfte und natürliche Unterstützung wirkt, ist es in der Stillzeit keine gute Wahl. CBD kann in die Muttermilch übergehen, und es ist bisher nicht ausreichend geklärt, wie sich das auf gestillte Babys auswirkt. Auch die FDA und das BfR raten davon ab.

Solange die Sicherheit nicht verlässlich beurteilt werden kann, gibt es keinen guten Grund, ein Risiko einzugehen. Wer Beschwerden wie Stress, Schmerzen oder Schlafprobleme besser in den Griff bekommen möchte, ist mit anderen Maßnahmen in dieser Phase klar besser beraten.

Wenn im CBD-Bereich überhaupt etwas infrage kommt, dann Produkte zur äußeren Anwendung – THC-frei, mit sauberen Laboranalysen und nicht im Brustbereich. Auch dabei gilt: im Zweifel vorher mit Hebamme oder Ärztin sprechen.

Medizinischer Haftungsausschluss

Studien und Quellen
  1. Castro-Navarro I., McGuire M.A., Williams J.E., Holdsworth E.A., Meehan C.L., McGuire M.K. (2024). Maternal Cannabis Use during Lactation and Potential Effects on Human Milk Composition and Production: A Narrative Review. Advances in Nutrition, 15(4), 100196. Narrativer Review zu Cannabiskonsum in der Stillzeit ansehen
  2. Yeung C.H.T., Bertrand K.A., Best B.M., Capparelli E., Chambers C.D., Hajducek D.M., Hamadeh A., Ito S., Momper J.D., Edginton A.N. (2023). Cannabidiol Exposure Through Maternal Marijuana Use: Predictions in Breastfed Infants. Clinical Pharmacokinetics, 62, 1611-1619. Originalarbeit zu CBD-Exposition bei gestillten Säuglingen ansehen
Dominik Martzy
Dominik Martzy

Dominik Martzy ist CBD-Fachautor mit Schwerpunkt auf Wirkung, Dosierung und Anwendungssicherheit. Er hat über 300 Fachartikel für CANNABY recherchiert und verfasst – anhand aktueller Studien, mit klarer Trennung zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen. Alle Inhalte werden regelmäßig überprüft und bei neuen Erkenntnissen aktualisiert.

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