Wissenschaftliche Quellen

CBD Studien: die wichtigsten wissenschaftlichen Belege

Zu kaum einem anderen Pflanzenstoff gibt es so viele kontrollierte klinische Studien wie zu CBD. Hier findest du 75 davon nach Thema sortiert, darunter auch Studien ohne nachweisbare Wirkung. Zu jeder gibt es eine kurze deutsche Zusammenfassung und den Link zur Originalquelle.

Direkt zu den 75 Studien

Ist CBD wissenschaftlich belegt? Das Wichtigste

  • Ja, aber nicht überall gleich gut: Bei Epilepsie ist CBD als Arzneimittel zugelassen, bei Angst und Schlaf gibt es kontrollierte Studien.
  • Für viele beworbene Anwendungen fehlen Humandaten, dort zählen bisher nur Zell- und Tierversuche.
  • Studien nutzen meist 300 bis 1000 mg isoliertes CBD täglich, ein Vielfaches handelsüblicher Öle.
  • Die WHO stuft CBD als gut verträglich und ohne Abhängigkeitspotenzial ein.

Ist CBD wissenschaftlich belegt?

Ja, mit großen Unterschieden je nach Anwendung. Am weitesten ist die Forschung bei bestimmten Epilepsieformen: Nach zwei großen randomisierten Studien im New England Journal of Medicine wurde CBD 2019 unter dem Namen Epidyolex als Arzneimittel in der EU zugelassen. Liest du, CBD sei „klinisch bewiesen“, ist fast immer diese Studienreihe gemeint.

Bei sozialer Angst zeigen mehrere placebokontrollierte Studien in dieselbe Richtung, bei Schizophrenie gibt es eine kontrollierte Studie mit CBD als Zusatz zur Standardmedikation. Für viele Themen aus der Werbung stammen die Daten dagegen nur aus Zellkulturen oder Tierversuchen. Außerdem zeigt jede Studie nur, was im Schnitt einer Gruppe passiert ist. Wie CBD bei dir wirkt, hängt von Menge, Stoffwechsel und Anlass ab. Was dabei im Körper passiert, erklären wir unter Wirkung im Körper.

Was bedeuten RCT, Übersichtsarbeit und Tierstudie?

Diese Begriffe zeigen dir, wie belastbar eine Studie ist. Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mit Placebogruppe wiegt am meisten, ein Versuch an Zellen im Labor am wenigsten. Jede Studie unten trägt eine dieser Kennzeichnungen:

Typ Was dahintersteckt Gewicht
RCT Menschen, zufällig auf Wirkstoff und Placebo verteilt, beide Seiten ahnungslos am höchsten
Klinisch Menschen, aber ohne Placebogruppe: Fallserien und offene Pilotstudien mittel
Übersicht fasst viele Einzelstudien zusammen, gut für den Überblick hoch, wenn systematisch
Tier Mäuse, Ratten, Hunde: zeigt Mechanismen, keine Wirkung beim Menschen niedrig
In vitro Zellen oder Gewebe im Labor, ohne Kreislauf und Stoffwechsel am niedrigsten
Offiziell Bewertungen von Behörden wie WHO und EMA hoch für Sicherheit

Achte außerdem auf zwei Dinge. Die Teilnehmerzahl: Eine Studie mit sechs Personen ist ein Hinweis, kein Beweis. Und ob überhaupt CBD untersucht wurde: Einige viel zitierte Arbeiten nutzen THC-haltige Extrakte wie Sativex oder VER-01. Ihre Ergebnisse lassen sich nicht auf ein CBD Öl übertragen, darauf weisen wir in der Zusammenfassung hin.

Alle 75 Studien nach Thema, mit Suche und Filter

Jeder Eintrag nennt Jahr, Studientyp, Journal und Autoren und verlinkt die Originalquelle. Suche nach Studie, Autor oder Thema, oder filtere nach Gebiet.

RCT Klinisch Übersicht Offiziell Tierstudie In vitro
Alle Schlaf & Angst Depression PTBS Psychose Schmerz Arthrose & Rheuma Fibromyalgie Neurologie Parkinson Alzheimer Epilepsie Entzündung Haut Frauengesundheit Krebs Tiere Alkohol & Sucht Herz-Kreislauf Diabetes Multiple Sklerose Grundlagen Wechselwirkungen Sicherheit

75 Studien

Kein Treffer. Versuche es mit einem anderen Begriff.

Schlaf & Angst

2019Klinische FallserieThe Permanente Journal

CBD bei Angst und Schlaf – 72 Erwachsene

Shannon, S. et al.

Bei 72 Patienten verbesserten sich innerhalb des ersten Monats die Angstwerte bei 79,2% und die Schlafwerte bei 66,7%. Die Angstwerte blieben über die Studiendauer verbessert, die Schlafwerte schwankten dagegen im weiteren Verlauf. Retrospektive Fallserie ohne Kontrollgruppe.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Schlafstörungen · CBD bei Angst

2015Systematische ÜbersichtNeurotherapeutics

CBD als potenzielle Behandlung für Angststörungen

Blessing, E. M. et al.

Die umfassendste Übersichtsarbeit zu CBD und Angst: Präklinische Evidenz unterstützt CBD bei generalisierter Angst, Panikstörung, sozialer Angst, Zwangsstörung und PTBS. Für die Langzeitanwendung fehlten den Autoren belastbare Daten.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Angst · CBD gegen Stress

2011RCT + NeuroimagingJ Psychopharmacology

CBD reduziert soziale Angst – sichtbar im Gehirn

Crippa, J. A. S. et al.

Patienten mit sozialer Angststörung erhielten 400 mg CBD oder Placebo. CBD reduzierte subjektive Angst signifikant – Gehirnscans zeigten veränderte Aktivität in Limbischem System und Parahippocampus.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Angst & Panikattacken

2011RCTNeuropsychopharmacology

CBD reduziert Angst bei simuliertem öffentlichem Reden

Bergamaschi, M. M. et al.

24 Patienten mit sozialer Angststörung erhielten 600 mg CBD vor einem simulierten Redeauftritt. CBD reduzierte Angst, negative Selbstbewertung und körperliche Stressmarker signifikant.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Angst & Panikattacken

2020ÜbersichtsarbeitFrontiers in Behavioral Neuroscience

CBD fördert Neurogenese im Hippocampus

Luján, M. Á. & Valverde, O.

CBD fördert die Bildung neuer Nervenzellen im Hippocampus, steigert BDNF und schützt unreife Neuronen. Diese Effekte könnten die angstlösende und antidepressive Wirkung erklären.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Angst & Panikattacken


Depression & Stimmung

2021RCTJAMA Network Open

CBD bei emotionaler Erschöpfung und Burnout – COVID-Studie

Crippa, J. A. S. et al.

Randomisierte Studie an Gesundheitspersonal: CBD (300 mg/Tag über 28 Tage) plus Standardbehandlung verbesserte Burnout-Symptome signifikant gegenüber Standardbehandlung allein.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Depression

2020FallberichtNeuropsychiatrie

CBD bei Jugendlichem mit Substanzmissbrauch und Depression

Laczkovics, C. et al.

Fallbericht eines Jugendlichen: Unter CBD besserten sich Depression und Angst deutlich – bei gleichzeitigem Rückgang des Substanzkonsums, ohne Entzugssymptome. Ein einzelner Fall, keine Wirksamkeitsstudie.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Depression

2010TierstudieBr J Pharmacology

CBD wirkt antidepressiv über 5-HT1A-Rezeptoren

Zanelati, T. V. et al.

CBD reduzierte im Verhaltenstest die Anzeichen von Depression vergleichbar mit dem Antidepressivum Imipramin. Der Effekt lief über den Serotonin-Rezeptor 5-HT1A – wurde er blockiert, verschwand die Wirkung.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Depression

2019TierstudieMol Neurobiology

CBD löst schnelle und anhaltende antidepressive Effekte aus

Sales, A. J. et al.

Schon eine einzelne CBD-Gabe erzeugte einen raschen, über Tage anhaltenden antidepressiven Effekt. Ursache: verstärktes BDNF-Signaling und die Bildung neuer Synapsen im präfrontalen Cortex.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Depression


PTBS & Trauma

2019Klinische FallserieJ Altern Complement Med

CBD bei posttraumatischer Belastungsstörung

Elms, L. et al.

11 Erwachsene mit PTBS erhielten über acht Wochen begleitend CBD. Die Symptomwerte (PCL-5) sanken bei den meisten deutlich, ein Teil berichtete zusätzlich von weniger Albträumen. Kleine offene Fallserie – ein erster klinischer Hinweis, keine Wirksamkeitsstudie.

PubMed
2018ÜbersichtsarbeitFrontiers in Neuroscience

CBD und das Verlernen von Angst bei PTBS

Bitencourt, R. M. & Takahashi, R. N.

Umfassende Übersicht, wie CBD in Tiermodellen das Verlernen von Angstreaktionen unterstützt und die Wiederverfestigung belastender Erinnerungen abschwächt – die theoretische Grundlage für CBD bei Trauma.

Frontiers

Schizophrenie & Psychose

2018RCTAmerican Journal of Psychiatry

CBD als Zusatztherapie bei Schizophrenie – Multicenter-RCT

McGuire, P. et al.

88 Patienten erhielten zusätzlich zu ihrer Standardmedikation CBD (1000 mg/Tag) oder Placebo. Nach 6 Wochen zeigte die CBD-Gruppe weniger positive Psychose-Symptome und eine bessere klinische Gesamtbeurteilung. Wichtig: sehr hohe, isolierte Dosis – nicht mit handelsüblichem CBD-Öl vergleichbar.

Am J Psychiatry

Zitiert in: CBD bei Schizophrenie


Schmerz

2007TierstudieEur J Pharmacology

Orales CBD wirkt bei chronisch-entzündlichem und neuropathischem Schmerz

Costa, B. et al.

Oral verabreichtes CBD reduzierte bei Ratten sowohl chronisch-entzündliche als auch neuropathische Schmerzen signifikant – eine der ersten Studien zu CBD als oralem Schmerzmittel.

PubMed

Zitiert in: CBD gegen Schmerzen

2012TierstudieJ Exp Med

Cannabinoide unterdrücken Entzündungsschmerz über Glycinrezeptoren

Xiong, W. et al.

CBD potenzierte Glycinrezeptoren im Rückenmark und unterdrückte chronische Entzündungsschmerzen – ein eigenständiger Wirkmechanismus unabhängig von CB1 und CB2.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Rückenschmerzen · CBD gegen Schmerzen


Rückenschmerzen

2025RCT (Phase 3)Nature Medicine

Cannabisextrakt VER-01 bei chronischem Kreuzschmerz – Phase-3-Studie

Karst, M. et al.

820 Erwachsene an mehreren Zentren in Deutschland und Österreich. Der Vollspektrum-Cannabisextrakt VER-01 senkte die Schmerzstärke nach 12 Wochen um 1,9 Punkte auf der 11er-Skala, der Unterschied zu Placebo betrug 0,6 Punkte. Nebenwirkungen traten bei 83,3% auf gegenüber 67,3% unter Placebo, Hinweise auf Abhängigkeit oder Entzug gab es keine. Wichtig: VER-01 ist ein THC-haltiger, verschreibungspflichtiger Extrakt, kein reines CBD.

PubMed / Nature

Zitiert in: CBD bei Rückenschmerzen

2014TierstudiePLOS ONE

CBD schützt Bandscheiben vor degenerativen Schäden

Silveira, J. W. et al.

CBD wurde direkt in verletzte Bandscheiben von Ratten injiziert und reduzierte die degenerativen Schäden signifikant – nachgewiesen per MRT und histologischer Analyse.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Rückenschmerzen


Arthrose & Rheuma

2023RCTLancet Reg Health – Europe

Hochdosiertes orales CBD bei Knie-Arthrose

Pramhas, S. et al.

Gut konzipierte RCT mit 600 mg CBD/Tag über 8 Wochen als Zusatz zu Paracetamol bei schmerzhafter Knie-Arthrose. Trotz hoher Dosis kein signifikanter Vorteil gegenüber Placebo – ein wichtiges Negativergebnis.

The Lancet

Zitiert in: CBD bei Arthrose

2022RCTJ Hand Surgery

Topisches CBD verbessert Daumengelenk-Arthrose

Heineman, J. T. et al.

Signifikante Verbesserungen bei Schmerz und Funktionalität bei Daumensattelgelenk-Arthrose – ohne berichtete Nebenwirkungen.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Rheuma

2024RCT (Phase 1B)Arthritis & Rheumatology

CBD bei rheumatoider Arthritis – erste kontrollierte Studie

Ranganath, V. et al. (UCLA)

47 Patienten über 12 Wochen. Kein signifikanter Effekt auf die Krankheitsaktivität (DAS28), aber eine numerische Verbesserung beim Schmerzempfinden in der 200-mg-Gruppe.

ACR Abstracts

Zitiert in: CBD bei Rheuma

2016TierstudieEur J Pain

Transdermales CBD reduziert Arthritis-Entzündung und Schmerz

Hammell, D. C. et al.

Topisch aufgetragenes CBD-Gel reduzierte dosisabhängig Gelenkschwellung, Schmerzverhalten und entzündliche Biomarker – ohne beobachtete Nebenwirkungen.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Rheuma

2017TierstudiePain

CBD verhindert Schmerz und Nervenschäden bei Arthrose

Philpott, H. T. et al.

Lokal verabreichtes CBD blockierte Arthrose-Schmerzen dosisabhängig. Prophylaktische Gabe verhinderte Gelenkschmerzen und neuropathische Schäden.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Arthrose

2000TierstudiePNAS

CBD stoppt den Verlauf von Arthritis – die Gründungsstudie

Malfait, A. M. et al.

Wegweisende Arbeit vom Kennedy Institute London: Oral wie injiziert blockierte CBD im Modell den Fortschritt der Gelenkentzündung – durch kombiniert immunmodulierende und entzündungshemmende Wirkung.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Rheuma


Fibromyalgie

2019RCT (Crossover)Pain

Cannabis bei chronischem Fibromyalgie-Schmerz

van de Donk, T. et al.

Placebokontrollierte 4-Wege-Crossover-Studie an 20 Fibromyalgie-Patienten mit inhaliertem Cannabis. Die CBD-dominante Sorte ohne relevanten THC-Gehalt zeigte einen kleinen, THC-unabhängigen schmerzlindernden Effekt. Wichtig: inhaliert, nicht als Öl – und der CBD-Effekt allein war gering.

PubMed
2020RCT (Doppelblind)Pain Medicine

Cannabisöl bei Fibromyalgie – Symptome und Lebensqualität

Chaves, C. et al.

Doppelblinde Studie mit 17 Frauen mit Fibromyalgie über acht Wochen. Das Cannabisöl verbesserte Beschwerden und Lebensqualität deutlich gegenüber Placebo. Wichtig: Es war ein THC-reiches Öl mit nur minimalem CBD-Anteil – die Wirkung geht hier klar aufs THC, nicht aufs CBD.

PubMed

Neurologie & Neuroprotektion

2019In vitroMedicina

CBD und CBG gemeinsam gegen Neuroinflammation

Mammana, S. et al.

Die Kombination von CBD und CBG reduzierte in einem ALS-Zellmodell entzündungsfördernde Marker und steigerte schützende Botenstoffe. Antioxidative und zellschützende Effekte.

PubMed / MDPI

Zitiert in: CBD und CBG zusammen einnehmen

2015TierstudieNeurotherapeutics

CBG zeigt neuroprotektive Wirkung bei Huntington

Valdeolivas, S. et al.

CBG verbesserte motorische Defizite und schützte Nervenzellen im Huntington-Mausmodell – durch Modulation entzündlicher Marker und Stärkung antioxidativer Abwehr.

PubMed

Zitiert in: CBD und CBG zusammen einnehmen

1991RCTPharmacol Biochem Behav

Kontrollierte klinische Studie zu CBD bei Huntington

Consroe, P. et al.

Eine der frühesten kontrollierten Humanstudien zu CBD überhaupt: 15 Patienten erhielten über 6 Wochen täglich CBD. Belegte die gute Verträglichkeit von oralem CBD.

PubMed

Zitiert in: CBD Nebenwirkungen


Parkinson

2014RCT (Doppelblind)J Psychopharmacology

CBD und Lebensqualität bei Parkinson

Chagas, M. H. N. et al.

Doppelblinde Studie mit 21 Parkinson-Patienten über sechs Wochen (Placebo, 75 mg oder 300 mg CBD). Auf die Motorik hatte CBD keinen messbaren Effekt, in der 300-mg-Gruppe verbesserte sich aber die Lebensqualität signifikant.

PubMed
2009Klinische PilotstudieJ Psychopharmacology

CBD bei Psychose-Symptomen im Rahmen von Parkinson

Zuardi, A. W. et al.

Offene Pilotstudie mit 6 Parkinson-Patienten, die seit mindestens drei Monaten unter Psychose-Symptomen litten. Vier Wochen CBD (ab 150 mg/Tag) zusätzlich zur Standardtherapie senkten die psychotischen Symptome deutlich, ohne die Beweglichkeit zu verschlechtern. Sehr kleine, unverblindete Studie.

PubMed

Alzheimer & Demenz

2017ÜbersichtsarbeitFrontiers in Pharmacology

CBD in Alzheimer-Tiermodellen

Watt, G. & Karl, T.

Übersicht über die Tierstudien zu CBD bei Alzheimer: CBD reduzierte Entzündungsreaktionen und reaktive Gliose im Gehirn und förderte die Bildung neuer Nervenzellen. Die Daten stammen bislang aus Tiermodellen, nicht aus Studien am Menschen.

PubMed
2014TierstudieJ Alzheimers Dis

Langzeit-CBD schützt das Gedächtnis in Alzheimer-Mäusen

Cheng, D. et al.

Alzheimer-Mäuse bekamen acht Monate lang täglich CBD, beginnend bevor die Krankheit ausbrach. Das Ergebnis: Die typischen Defizite beim Wiedererkennen blieben aus. Ein Hinweis auf einen vorbeugenden Effekt, bislang nur im Tiermodell gezeigt.

PubMed

Autismus & Tourette

2019Retrospektive StudieFrontiers in Pharmacology

CBD bei Kindern mit Autismus – Symptomverbesserung

Barchel, D. et al.

53 Kinder erhielten CBD-reiches Cannabisöl. Verbesserungen bei Selbstverletzung, Wutanfällen, Hyperaktivität und Schlafproblemen. Retrospektiv und ohne Kontrollgruppe.

Frontiers

Zitiert in: CBD bei Autismus

2021RCTMolecular Autism

Cannabinoid-Behandlung bei Autismus – Proof of Concept

Aran, A. et al.

Erste randomisierte, placebokontrollierte Studie zu Cannabinoiden bei Autismus. Verbesserungen bei Verhaltensproblemen, aber kein signifikanter Unterschied bei den primären Endpunkten.

BioMed Central

Zitiert in: CBD bei Autismus

2023RCT (Crossover)Cannabis & Cannabinoid Res

Cannabis bei Erwachsenen mit Tourette – Crossover-RCT

Abi-Jaoude, E. et al.

Doppelblinde Crossover-Studie: Erwachsene mit Tourette erhielten nacheinander verdampftes THC, THC/CBD und reines CBD sowie Placebo. Untersucht wurde die Wirkung auf die Tic-Stärke – eine der wenigen kontrollierten Studien zu Cannabis bei Tourette.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Tourette


Epilepsie

2017RCTNew England J of Medicine

CBD reduziert Anfälle beim Dravet-Syndrom

Devinsky, O. et al.

Schlüsselstudie zur Epidyolex-Zulassung: Die Anfallshäufigkeit sank unter CBD um 39% gegenüber 13% unter Placebo. Führte 2019 zur EU-Zulassung.

NEJM

Zitiert in: CBD bei Epilepsie · CBD für Kinder

2018RCTNew England J of Medicine

CBD reduziert Sturzanfälle beim Lennox-Gastaut-Syndrom

Devinsky, O. et al.

225 Patienten: CBD (20 mg/kg) reduzierte Sturzanfälle um 41,9% gegenüber 17,2% unter Placebo. Zweite NEJM-Studie zur Epidyolex-Zulassung.

NEJM / PubMed

Zitiert in: CBD bei Epilepsie · CBD für Kinder


Entzündung & Darmgesundheit

2023In vitro + TiermodellCell Chemical Biology

CBD als molekularer Schalter gegen Entzündungen

Peltner, L. K. et al. (Uni Jena)

CBD aktiviert 15-Lipoxygenase-1 und schaltet Immunzellen von entzündungsfördernd auf entzündungsauflösend um. Wirksamste Substanz unter acht getesteten Cannabinoiden.

PubMed

Zitiert in: Warum CBD entzündungshemmend wirkt

2023In vitroMaterials Today Bio

CBD stärkt die Darmbarriere und hemmt Entzündungsrezeptoren

Boehm, E. et al. (FU Berlin)

CBD regulierte TNF-Rezeptoren herunter und stärkte Tight-Junction-Proteine in Darmzellen. Ein Ansatzpunkt für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, bislang im Labor.

ScienceDirect

Zitiert in: CBD bei Reizdarm

2013TierstudieBiochem Pharmacology

CBG bei entzündlichen Darmerkrankungen

Borrelli, F. et al.

CBG reduzierte bei Mäusen mit Kolitis die Darmentzündung signifikant. Grundlagenstudie für CBG bei entzündlichen Darmerkrankungen.

PubMed

Zitiert in: Was ist CBG? · CBD bei Reizdarm


Antibakterielle Wirkung

2020In vitro + TierstudieACS Infectious Diseases

CBG wirkt gegen MRSA – vergleichbar mit Vancomycin

Farha, M. A. et al.

CBG zeigte starke antibakterielle Aktivität gegen MRSA, zerstörte Biofilme und wirkte im Mausmodell vergleichbar mit dem Reserveantibiotikum Vancomycin.

Zitiert in: CBD und CBG zusammen einnehmen


Haut & Dermatologie

2014In vitroJ Clin Investigation

CBD hemmt Talgproduktion und wirkt entzündungshemmend auf der Haut

Oláh, A. et al.

CBD reduzierte in menschlichen Sebozyten die Lipidproduktion und hemmte entzündungsfördernde Zytokine. Ein Ansatzpunkt bei Akne und entzündlichen Hauterkrankungen.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Akne · CBD bei Neurodermitis

2019Klinische StudieLa Clinica Terapeutica

CBD-Salbe bei entzündlichen Hauterkrankungen und Narben

Palmieri, B. et al.

20 Patienten mit Psoriasis, Neurodermitis oder Narben wendeten 3 Monate CBD-Salbe an. Hautbild, Hydration und Elastizität verbesserten sich signifikant. Kleine Studie ohne Kontrollgruppe.

PubMed

Zitiert in: CBD Wirkung Haut

2025ÜbersichtsarbeitJ Cosmetic Dermatology

Therapeutisches Potenzial von CBD bei Hauterkrankungen

Redmond, M. C. et al.

Aktuellste umfassende Übersichtsarbeit zu CBD in der Dermatologie: Evidenz zu Akne, Neurodermitis, Psoriasis und Hautalterung – mit klarer Benennung der Limitationen.

PubMed

Zitiert in: CBD Wirkung Haut


Frauengesundheit & Endometriose

2024Klinische StudieExp Clin Psychopharmacol

CBD bei menstruationsbedingten Beschwerden

Ferretti, M. L. et al.

Offene Studie mit 33 Teilnehmerinnen in zwei Dosisgruppen. Über drei Monate CBD zeigten sich kleinere Verbesserungen bei menstruationsbezogenen Beschwerden wie Reizbarkeit, Anspannung und Stress.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Regelschmerzen

2022ÜbersichtsarbeitMolecules

CBD bei Endometriose – molekulare Mechanismen

Cordaro, M. et al.

CBD moduliert Entzündungspfade (NF-κB, TNF-α) und oxidativen Stress – beides zentrale Treiber der Endometriose.

PMC

Zitiert in: CBD bei Endometriose

2008In vitroDrug Metab Dispos

CBDA als selektiver COX-2-Hemmer

Takeda, S. et al.

CBDA hemmte selektiv COX-2 – das Enzym, das Prostaglandine produziert und Regelschmerzen auslöst. Mechanistisch vergleichbar mit Ibuprofen, aber pflanzlich.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Regelschmerzen

2024Quasi-experimentellnpj Women's Health

CBD-Zäpfchen bei menstruationsbedingtem Schmerz

Dahlgren, M. K. et al.

Hochdosiertes CBD-Zäpfchen bei Menstruationsschmerzen. Teilnehmerinnen berichteten von signifikanter Schmerzlinderung und reduziertem Unwohlsein.

Nature

Zitiert in: CBD bei Regelschmerzen


CBD für Tiere

2018RCT (Hunde)Frontiers in Vet Science

CBD verbessert Schmerz und Mobilität bei Hunden mit Arthrose

Gamble, L. J. et al.

Placebokontrolliert: CBD (2 mg/kg, 2× täglich) verbesserte Schmerzverhalten und Aktivität signifikant. Meistzitierte CBD-Studie aus der Tiermedizin.

PubMed

Zitiert in: CBD Öl für Hunde · CBD Hund Arthrose

2019RCT (Hunde)JAVMA

CBD reduziert Anfallshäufigkeit bei Hunden mit Epilepsie

McGrath, S. et al.

26 Hunde mit idiopathischer Epilepsie: Die CBD-Gruppe zeigte 33% weniger Anfälle – eine der wenigen kontrollierten Studien zu CBD bei Hunde-Epilepsie.

PubMed

Zitiert in: CBD Hund Epilepsie

2020RCT (Hunde)Pain

CBD bei Arthrose-Schmerz beim Hund – placebokontrolliert

Verrico, C. D. et al.

Doppelblinde RCT an 20 Hunden: Tägliches CBD (2 mg/kg) verbesserte Mobilität und Schmerzverhalten signifikant, ohne klinisch relevante Nebenwirkungen.

PubMed

Zitiert in: CBD Hund Arthrose


Alkohol & Sucht

2024RCT (ICONIC)Molecular Psychiatry

CBD reduziert Alkoholverlangen – ICONIC-Studie

Zimmermann, S. et al.

Doppelblinde RCT: CBD reduzierte Alkoholverlangen und die reizausgelöste Aktivierung des Nucleus accumbens bei Menschen mit Alkoholkonsumstörung.

PubMed

Zitiert in: CBD gegen Alkoholsucht

2014TierstudieFree Radical Biol Med

CBD schützt die Leber vor alkoholbedingter Fettleber

Yang, L. et al.

CBD schützte Mäuseleber vor Verfettung durch exzessives Trinken, indem es oxidativen Stress hemmte und die Autophagie steigerte.

PubMed

Zitiert in: CBD und Alkohol

2019RCTAm J Psychiatry

CBD senkt Suchtdruck bei Heroinabhängigkeit

Hurd, Y. L. et al.

Doppelblinde RCT: Bei abstinenten Menschen mit Heroinabhängigkeit senkte CBD das durch Reize ausgelöste Verlangen und die Angst deutlich – ein Effekt, der über mehrere Tage anhielt.

PubMed
2013RCT (Pilotstudie)Addictive Behaviors

CBD reduziert Zigarettenkonsum bei Rauchern

Morgan, C. J. A. et al.

Pilot-RCT mit Rauchern, die aufhören wollten: Wer bei Rauchverlangen einen CBD-Inhalator nutzte, rauchte über eine Woche rund 40% weniger Zigaretten – die Placebogruppe nicht.

PubMed

Diabetes & Stoffwechsel

2016RCT (Pilotstudie)Diabetes Care

CBD bei Typ-2-Diabetes – Pilotstudie

Jadoon, K. A. et al.

Randomisierte Pilotstudie zu CBD und THCV bei Typ-2-Diabetikern. THCV verbesserte die Nüchternglukose signifikant, für CBD allein zeigte sich kein vergleichbarer Effekt.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Diabetes

2006TierstudieAutoimmunity

CBD senkt Diabetes-Inzidenz bei NOD-Mäusen

Weiss, L. et al.

CBD reduzierte die Diabetes-Inzidenz bei nicht-adipösen diabetischen Mäusen signifikant – Pionierstudie zur immunmodulatorischen Wirkung bei Typ-1-Diabetes.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Diabetes


Krebs-Begleitung

2024RCT (Phase II/III)J Clinical Oncology

Cannabis-Extrakt gegen Übelkeit unter Chemotherapie

Grimison, P. et al.

Krebspatienten erhielten begleitend zur Chemotherapie einen oralen THC:CBD-Extrakt oder Placebo. Der Extrakt verringerte Übelkeit und Erbrechen stärker als Placebo. Untersucht wurde eine THC:CBD-Kombination, ein verschreibungspflichtiger Extrakt, nicht reines CBD. Nebenwirkungen waren vorübergehende Angst, Schwindel und Müdigkeit.

J Clin Oncol
2010RCTJ Pain Symptom Manage

THC:CBD-Extrakt bei therapieresistentem Krebsschmerz

Johnson, J. R. et al.

177 Krebspatienten mit Schmerzen, die trotz Opioiden nicht ausreichend gelindert waren. Ein THC:CBD-Extrakt senkte die Schmerzstärke signifikant gegenüber Placebo, ein reiner THC-Extrakt nicht. Auch hier eine verschreibungspflichtige THC:CBD-Kombination, kein CBD-Öl.

PubMed

Herz-Kreislauf & Blutdruck

2017RCTJCI Insight

Einzeldosis CBD senkt den Blutdruck

Jadoon, K. A. et al.

Doppelblinde Crossover-Studie: Eine Einzeldosis von 600 mg CBD senkte bei gesunden Männern den systolischen Ruheblutdruck und dämpfte die Blutdruckreaktion auf Stress.

PubMed

Multiple Sklerose

2005RCTNeurology

Cannabis-basierte Medizin bei zentralem Schmerz bei MS

Rog, D. J. et al.

Ein THC/CBD-Extrakt reduzierte zentralen neuropathischen Schmerz bei MS-Patienten signifikant gegenüber Placebo. Verschreibungspflichtiger Extrakt, kein reines CBD.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Multipler Sklerose

2010Meta-AnalyseMultiple Sclerosis

Nabiximols bei Spastik – Meta-Analyse

Wade, D. T. et al.

Meta-Analyse zu Sativex (THC:CBD 1:1) bei MS-Spastik. Signifikante Verbesserung bei akzeptablem Nebenwirkungsprofil.

PubMed

Zitiert in: CBD bei Multipler Sklerose


Entourage-Effekt & Grundlagen

2011ÜbersichtsarbeitBr J Pharmacology

Taming THC: Der Entourage-Effekt wissenschaftlich erklärt

Russo, E. B.

Die Referenzarbeit zum Entourage-Effekt: CBD, Terpene und weitere Pflanzenstoffe modulieren und verstärken die Wirkung von Cannabinoiden. Grundlage für Breit- und Vollspektrum.

PubMed

Zitiert in: Vollspektrum vs. Breitspektrum · CBD und CBG zusammen

2018Systematische ÜbersichtFrontiers in Pharmacology

Pharmakokinetik von CBD beim Menschen

Millar, S. A. et al.

Erste umfassende Übersicht aller pharmakokinetischen Daten zu CBD. Die orale Bioverfügbarkeit ist gering und steigt durch fetthaltige Nahrung deutlich an.

PubMed

Zitiert in: Wie lange bleibt CBD im Körper? · CBD Trägeröl

2025RCTScientific Reports

Fettreiche Mahlzeit vervielfacht die CBD-Aufnahme

Saals, B. et al.

RCT: Eine fettreiche Mahlzeit steigerte die CBD-Aufnahme deutlich (Gesamtaufnahme rund 10-fach, Spitzenwert etwa 17-fach) mit zweiphasiger Absorption. Auch geschlechtsspezifische Unterschiede wurden untersucht.

Nature

Zitiert in: CBD Trägeröl

2019Klinische StudieEpilepsia

Nahrungseffekt auf CBD-Kapseln bei Epilepsie-Patienten

Birnbaum, A. K. et al.

Eine fettreiche Mahlzeit erhöhte die CBD-Aufnahme aus Kapseln um das 14-Fache. CBD-Kapseln deshalb immer zu einer Mahlzeit einnehmen.

DOI

Zitiert in: CBD Trägeröl

2016ÜbersichtsarbeitCannabis Cannabinoid Res

Klinischer Endocannabinoid-Mangel als Erklärungsmodell

Russo, E. B.

Russos vielbeachtete Theorie: Ein Mangel an körpereigenen Cannabinoiden könnte hinter schwer behandelbaren Syndromen wie Migräne, Fibromyalgie und Reizdarm stehen. Das erklärt, warum diese oft zusammen auftreten.

PMC

Zitiert in: CBD bei Reizdarm

2001In vitroBr J Pharmacology

Wie CBD auf TRPV1 wirkt und Anandamid erhöht

Bisogno, T. et al.

Grundlagenarbeit zum Wirkmechanismus: CBD aktiviert den TRPV1-Rezeptor und hemmt Aufnahme und Abbau von Anandamid, einem körpereigenen Cannabinoid. Einer der meistzitierten Belege dafür, dass CBD nicht über die klassischen THC-Rezeptoren wirkt.

DOI

Wechselwirkungen mit Medikamenten

2015Klinische StudieEpilepsia

CBD erhöht die Blutwerte des Wirkstoffs Clobazam

Geffrey, A. L. et al.

Bei Kindern mit schwerer Epilepsie stiegen unter CBD die Blutspiegel des gleichzeitig eingenommenen Antiepileptikums Clobazam deutlich an, die Dosis musste angepasst werden. Der klassische Beleg dafür, dass CBD über die Leber den Abbau anderer Medikamente beeinflussen kann.

Epilepsia
2017Klinische StudieEpilepsia

Wechselwirkungen von CBD mit gängigen Antiepileptika

Gaston, T. E. et al.

Systematische Untersuchung, wie CBD die Blutspiegel häufig genutzter Antiepileptika verändert, am stärksten wieder bei Clobazam. Wer CBD mit anderen Medikamenten kombiniert, sollte das ärztlich begleiten lassen.

Epilepsia

Sicherheit & Verträglichkeit

2018BehördenberichtWHO

WHO: CBD gut verträglich, kein Abhängigkeitspotenzial

World Health Organization

Der Critical Review Report stuft CBD als gut verträglich ein – ohne Hinweise auf Abhängigkeit, Missbrauchspotenzial oder schwere Nebenwirkungen.

WHO

Zitiert in: Macht CBD süchtig? · CBD Nebenwirkungen

2017ÜbersichtsarbeitCannabis Cannabinoid Res

CBD-Sicherheit im Update – besseres Nebenwirkungsprofil

Iffland, K. & Grotenhermen, F.

Umfassende Sicherheits-Übersicht klinischer und tierexperimenteller Daten: CBD ist gut verträglich, häufigste Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Durchfall und Appetit- bzw. Gewichtsveränderungen.

PubMed

Zitiert in: CBD Nebenwirkungen

2011ÜbersichtsarbeitCurr Drug Saf

Sicherheit und Nebenwirkungen von CBD – die Basis-Übersicht

Bergamaschi, M. M. et al.

Der grundlegende Übersichtsartikel zur CBD-Sicherheit: In den ausgewerteten Studien beeinflusste CBD weder Nahrungsaufnahme noch Herzfrequenz, Blutdruck oder Körpertemperatur.

PubMed

Zitiert in: CBD Nebenwirkungen

2019EU-ZulassungEMA

Epidyolex – EU-Zulassung als CBD-Arzneimittel

Europäische Arzneimittel-Agentur

Epidyolex wurde als Zusatztherapie bei Dravet- und Lennox-Gastaut-Syndrom zugelassen – das erste und bislang einzige CBD-Arzneimittel in der EU.

EMA

Zitiert in: CBD bei Epilepsie · CBD für Kinder

2020RCTEpilepsy & Behavior

Abruptes Absetzen von CBD – keine Entzugssymptome

Taylor, L. et al.

Abruptes Absetzen nach mehrwöchiger Einnahme: keine klinisch relevanten Entzugssymptome. Bestätigt das fehlende Abhängigkeitspotenzial.

PubMed

Zitiert in: Macht CBD süchtig?

2025RCTJAMA Internal Medicine

CBD und Leberenzyme bei gesunden Erwachsenen

Florian, J. et al.

FDA-Studie an 201 gesunden Erwachsenen: Unter 5 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht täglich über 28 Tage stiegen bei 5,6% die Leberwerte ALT oder AST auf über das Dreifache des Normbereichs, in der Placebogruppe bei niemandem. Bei 4,9% waren die Kriterien für eine mögliche arzneimittelbedingte Leberschädigung erfüllt. Ob sich die Werte ohne Absetzen normalisieren, ließ sich mit den Messabständen nicht beurteilen.

JAMA

Zitiert in: CBD und die Leber

Wo ist die Forschung zu CBD stark, wo fehlt sie?

Stark ist sie dort, wo mehrere kontrollierte Studien zum selben Ergebnis kommen: bei bestimmten Epilepsieformen, bei sozialer Angst und bei CBD als Zusatz in der Schizophrenie-Behandlung. Zu Schlaf, chronischen Schmerzen und entzündlichen Hauterkrankungen gibt es klinische Daten, aber meist aus kleinen Studien oder ohne Placebogruppe.

Manche Studien waren methodisch sauber und fanden trotzdem keinen Effekt. 600 mg CBD täglich über acht Wochen brachten bei schmerzhafter Knie-Arthrose keinen Vorteil gegenüber Placebo. Bei rheumatoider Arthritis zeigte eine erste kontrollierte Studie keinen Effekt auf die Krankheitsaktivität. Solche Ergebnisse fehlen in den meisten Studienlisten. Wir führen sie auf, weil sie zeigen, wo CBD nicht hilft.

CBD gilt als gut verträglich, das bestätigen die WHO und mehrere Übersichtsarbeiten. Eine Studie der US-Arzneimittelbehörde FDA mit 201 gesunden Erwachsenen fand 2025 aber bei 5,6% der Teilnehmer erhöhte Leberwerte über dem Dreifachen des Normbereichs, in der Placebogruppe bei niemandem. Die Dosis lag bei 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht, bei 70 kg also 350 mg am Tag. Übliche Mengen aus CBD Öl liegen weit darunter.

Mehr dazu unter Nebenwirkungen. Nimmst du regelmäßig Medikamente, lies auch zu Wechselwirkungen: CBD kann den Abbau anderer Wirkstoffe in der Leber verlangsamen.

Lassen sich Studiendosen auf dein CBD Öl übertragen?

Meist nicht. Die meisten Studien am Menschen arbeiten mit 300 bis 1000 mg isoliertem CBD am Tag. Ein 10%-Öl hat 5 mg pro Tropfen, du bräuchtest also 60 bis 200 Tropfen täglich.

Übertragen lassen sich die Mechanismen, etwa dass CBD entzündungsfördernde Botenstoffe dämpft. Die Wirkstärke dagegen nicht: Ein Effekt, der bei 600 mg messbar war, ist bei 25 mg nicht einfach 24-mal kleiner, er kann ganz fehlen. Außerdem testen Studien fast immer reines CBD-Isolat. Im Handel bekommst du meist Breit- oder Vollspektrum mit weiteren Pflanzenstoffen.

Fang deshalb niedrig an und steigere langsam, statt eine Studiendosis nachzubauen. Gib die Tropfen unter die Zunge, lass sie etwa 60 Sekunden einwirken und schluck sie dann, am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett. Konkrete Mengen nach Körpergewicht findest du im Ratgeber zur Dosierung, alle Stärken bei unseren CBD Ölen.

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Häufige Fragen zu CBD-Studien

Gibt es klinische Studien zu CBD am Menschen?
Ja, mehrere hundert. Dazu zählen randomisierte kontrollierte Studien zu Epilepsie, sozialer Angst, Schizophrenie und Arthrose sowie viele Fallserien und Pilotstudien. Die Qualität schwankt stark. Aussagekräftig sind vor allem placebokontrollierte Doppelblindstudien mit ausreichend Teilnehmern.
Welches sind die neuesten CBD-Studien?
Die aktuellsten Arbeiten stammen aus 2024 und 2025: eine FDA-Studie zu Leberwerten bei 201 gesunden Erwachsenen, eine Phase-3-Studie zu chronischem Kreuzschmerz mit 820 Teilnehmern und eine randomisierte Studie zum Alkoholverlangen. Alle drei sind hier direkt verlinkt.
Was sagt die Charité zu CBD?
Die Charité Berlin ist an der deutschen ESPRIT-Studie beteiligt, die CBD als Zusatztherapie bei früher Schizophrenie untersucht. Ergebnisse stehen noch aus. Der bislang stärkste veröffentlichte Beleg zu CBD bei Schizophrenie ist eine internationale Multicenter-Studie von 2018 mit 88 Patienten.
Wo finde ich seriöse CBD-Studien?
Auf Fachdatenbanken wie PubMed, in medizinischen Fachzeitschriften und bei Behörden wie EMA und WHO. Achte auf den Studientyp, die Teilnehmerzahl und darauf, ob eine Placebogruppe existiert. Jede Studie hier ist direkt zur Originalquelle verlinkt, damit du selbst nachlesen kannst.
Sind die Ergebnisse auf frei verkäufliches CBD-Öl übertragbar?
Nur eingeschränkt. Die Forschung nutzt fast immer reines CBD-Isolat in hoher Dosierung, im Handel bekommst du Breit- oder Vollspektrum in deutlich kleineren Mengen. Die Wirkmechanismen gelten, die Wirkstärke im Alltag ist meist geringer.
Warum stehen hier auch Studien ohne positives Ergebnis?
Weil sie genauso viel aussagen wie positive Befunde. Findet eine gut gemachte Studie bei Knie-Arthrose keinen Vorteil gegenüber Placebo, sparst du dir dort Geld und falsche Hoffnung. Studienlisten, die nur Erfolge zeigen, sind Werbung.

Unser Fazit

Was zeigt die Studienlage zu CBD?

CBD ist besser untersucht als die meisten Pflanzenstoffe, aber kein Mittel für alles. Bei bestimmten Epilepsieformen reicht die Evidenz bis zur Zulassung als Arzneimittel, bei Angst und Schlaf gibt es solide Hinweise, bei vielen anderen Themen nur Zell- und Tierversuche. Prüfe bei jeder Studie drei Dinge: den Studientyp, die Teilnehmerzahl und ob CBD untersucht wurde oder ein THC-haltiger Extrakt.

Diese Sammlung bündelt die Studien, auf die sich unsere Ratgeber stützen. Wir gleichen die Einträge laufend mit den Originalquellen ab und korrigieren ungenaue Zusammenfassungen.

Du willst die Übersicht als Quelle nutzen? Verlinkungen mit Quellenangabe sind willkommen. Fehlt eine Studie oder ist dir ein Fehler aufgefallen, schreib uns über das Kontaktformular. Häufige Irrtümer über CBD klärt unser Mythen- und Faktencheck.

Medizinischer Hinweis

Diese Studiensammlung dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. CBD ist, bis auf zugelassene Arzneimittel wie Epidyolex, kein Medikament. Sprich bei gesundheitlichen Beschwerden oder vor der Kombination mit Medikamenten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Medizinischer Haftungsausschluss
Dominik Martzy

Dominik Martzy

Autor & CBD-Fachredakteur

Dominik schreibt seit Jahren über Cannabinoide und liest Studien im Original, bevor er über sie schreibt. Sein Anspruch: verständlich erklären, was die Forschung trägt, und genauso klar sagen, wo sie an ihre Grenzen kommt.

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