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CBGA - die Mutter aller Cannabinoide

Geschrieben von Dominik Martzy | Aktualisiert am 27.04.2026 | Lesezeit 7 min

CBGA ist die saure Vorstufe, aus der in der Hanfpflanze fast alle anderen Cannabinoide entstehen – darunter CBD, THC und CBG. Deshalb wird sie als „Mutter aller Cannabinoide" bezeichnet. Lange galt CBGA als reine Zwischenstufe ohne eigene Bedeutung. Heute zeigt die Forschung: Die saure Form bringt eigene Eigenschaften mit, die unabhängig von CBD interessant sind – von Entzündungsprozessen über Nierenforschung bis zur Bindung an das SARS-CoV-2-Spike-Protein.

CBGA – Reviewer Box
Dr. med. Wolfgang Furtlehner
Medizinisch geprüft

Dr. med. Wolfgang Furtlehner

Arzt | Doktor der gesamten Heilkunde

Fachlich korrekt, evidenzbasiert und aktuell.

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

CBGA – Überblick-Box

Das Wichtigste im Überblick

  • CBGA ist die saure Vorstufe vieler Cannabinoide und gilt als Mutter aller Cannabinoide – ohne CBGA gäbe es weder CBD noch THC.
  • Erste Studien zeigen Effekte von CBGA auf Nierenzellen, Stoffwechsel, Entzündungen und die Bindung an das SARS-CoV-2-Spike-Protein.
  • CBGA hemmt entzündungsfördernde Enzyme und blockiert den TRPM7-Ionenkanal, der bei Zellstress eine Rolle spielt.
  • In hochwertigen Vollspektrum-Ölen ist CBGA in kleinen Mengen enthalten und im Analysezertifikat als eigene Position erkennbar.

Was ist CBGA?

CBGA (Cannabigerolsäure) ist die saure Vorstufe nahezu aller Cannabinoide in der Hanfpflanze. Aus ihr entstehen über enzymatische Prozesse die bekannten Verbindungen wie CBD, THC und CBC. Deshalb trägt CBGA den Beinamen Mutter aller Cannabinoide.

Chemisch gehört CBGA zur Gruppe der Cannabinoid-Säuren. Charakteristisch ist die Carboxylgruppe (-COOH) am Molekül – sie macht CBGA zur sauren Form von Cannabigerol. Wird diese Gruppe durch Wärme oder lange Lagerung abgespalten, entsteht aus CBGA das aktive CBG.

CBGA bildet sich in den Trichomen der Hanfpflanze – den harzigen Drüsen auf Blüten und kleinen Blättern. Anders als THC ist CBGA nicht psychoaktiv und löst keinen Rausch aus. Im rohen, unerhitzten Pflanzenmaterial liegt CBGA in nennenswerter Konzentration vor; in fertigen, erhitzten Produkten findet sich meist nur noch ein Bruchteil davon.

Hanfpflanze mit CBGA-reichen Trichomen

Wie CBGA in der Hanfpflanze entsteht

CBGA bildet sich früh in der Pflanze, lange bevor die bekannten Cannabinoide entstehen. Die Pflanze stellt CBGA aus zwei Bausteinen her: Olivetolsäure und Geranyldiphosphat. Ein spezielles Enzym, die Cannabigerolsäure-Synthase, fügt beide zusammen. Erst danach beginnen die nächsten Umwandlungsprozesse – und damit die eigentliche Vielfalt der Hanfpflanze.

In jungen Pflanzen liegt CBGA in hoher Konzentration vor. Im Verlauf der Reife wandeln drei Enzyme das vorhandene CBGA in unterschiedliche Richtungen um. Was am Ende übrig bleibt, hängt stark vom Erntezeitpunkt ab.

Die drei Synthase-Wege

Drei spezialisierte Enzyme verteilen CBGA in drei Richtungen. Die THCA-Synthase bildet THCA, die saure Vorstufe von THC. Die CBDA-Synthase bildet CBDA, die saure Vorstufe von CBD. Und die CBCA-Synthase bildet CBCA, die Vorstufe des weniger bekannten CBC.

Welcher Weg in welcher Sorte überwiegt, ist genetisch festgelegt: CBD-reiche Hanfsorten haben eine aktive CBDA-Synthase, THC-reiche Sorten dafür eine starke THCA-Synthase. In klassischem Industriehanf, der für CBD-Öle angebaut wird, wandert der größte Teil in den CBDA-Zweig – was nicht umgewandelt wird, bleibt als Rest-CBGA im Pflanzenmaterial erhalten.

CBGA – Cannabinoid-Stammbaum

So entstehen die Cannabinoide

Wärme
CBDA-Synthase
Wärme
THCA-Synthase
Wärme
CBCA-Synthase
Wärme

CBGA Mutter-Cannabinoid

Die saure Vorstufe, aus der alle anderen Cannabinoide entstehen. CBGA ist nicht psychoaktiv und kommt in junger Hanfpflanze in höchster Konzentration vor. Drei Synthase-Enzyme verteilen es in unterschiedliche Richtungen – was übrig bleibt, wird durch Wärme zu CBG.

Tippe auf ein Cannabinoid, um mehr zu erfahren.

Decarboxylierung: Wie aus CBGA CBG wird

Solange CBGA in der frischen Pflanze bleibt, behält es seine saure Form. Sobald die Pflanze geerntet, getrocknet, gelagert oder erhitzt wird, beginnt ein chemischer Prozess: die Decarboxylierung. Dabei spaltet sich die Carboxylgruppe vom Molekül ab und CBGA verwandelt sich in das aktive Cannabigerol (CBG). Genau das gleiche passiert mit den anderen Säuren – aus THCA wird THC, aus CBDA wird CBD.

Die Geschwindigkeit hängt fast ausschließlich von der Temperatur ab. Bei Raumtemperatur läuft die Umwandlung extrem langsam, in der Pflanze über Wochen. Richtig schnell wird es ab 105–120 °C. Eine Studie von Wang und Kollegen aus 2016 zeigt: Bei 145 °C ist die Decarboxylierung der sauren Cannabinoide nach rund 60 Minuten nahezu vollständig, bei niedrigeren Temperaturen entsprechend langsamer. Wer Vollspektrum-Öle aus warm extrahiertem Hanf kauft, findet darin meist mehr CBG als CBGA – die Hitze hat die saure Form bereits aktiviert. Schonende Kaltextraktion erhält dagegen einen größeren Anteil der ursprünglichen Säurefraktion.

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CBGA vs. CBG vs. CBD vs. CBDA: die Unterschiede

CBGA wird oft mit CBG verwechselt, manchmal auch mit CBD. Die Verwirrung hat einen einfachen Grund: Alle vier sind eng miteinander verwandt, gehören aber zu zwei unterschiedlichen Familien. Saure Cannabinoide auf der einen Seite – CBGA und CBDA. Neutrale, aktivierte Cannabinoide auf der anderen – CBG und CBD. Und mittendrin steht CBGA als Ausgangspunkt für alle anderen.

Saure Cannabinoide tragen am Molekül noch eine Carboxylgruppe und kommen vor allem in roher, frischer Hanfpflanze vor. Wird die Pflanze geerntet, getrocknet oder erhitzt, beginnt die Umwandlung in die neutrale Form. Aus CBGA wird CBG, aus CBDA wird CBD. Beide neutralen Formen sind in Ölen besser erforscht, weil sie thermisch stabiler sind und sich leichter dosieren lassen. Genau hier setzt aktuelle Forschung an: Saure Cannabinoide haben offenbar eigene Eigenschaften, die ihre neutralen Geschwister so nicht zeigen.

Zur Einordnung nochmal die Hierarchie: CBGA steht ganz oben. Aus CBGA bildet die Pflanze CBDA, daraus wird durch Wärme CBD. Parallel wird aus CBGA selbst durch Decarboxylierung CBG. Wer sich für die Unterschiede zwischen den beiden bekanntesten neutralen Cannabinoiden interessiert, findet eine ausführliche Gegenüberstellung im Beitrag zu CBG vs. CBD.

CBGA – Vergleichstabelle saure vs. neutrale Cannabinoide
Cannabinoid Form Entstehung Typisch in Ölen
CBGA saure Vorstufe aus Olivetolsäure und Geranyldiphosphat geringe Mengen, vor allem in kalt extrahierten Vollspektrum-Ölen
CBG aktivierte Form von CBGA aus CBGA durch Wärme (Decarboxylierung) in Standard-Ölen niedrig, in CBG-Ölen gezielt erhöht
CBDA saure Vorstufe von CBD aus CBGA durch das Enzym CBDA-Synthase vor allem in Roh-Extrakten und kaltgepressten Ölen
CBD aktivierte Form von CBDA aus CBDA durch Wärme (Decarboxylierung) Hauptanteil in den meisten CBD-Ölen

Was die Forschung zu CBGA zeigt

CBGA ist lange Zeit kaum erforscht worden. Erst seit etwa 2020 gewinnt das Cannabinoid eigenständige Aufmerksamkeit, vor allem weil es in mehreren unabhängigen Studien interessante Effekte gezeigt hat. Wichtig vorab: Fast alle Ergebnisse stammen aus Labor- und Tierstudien. Klinische Studien am Menschen fehlen bisher fast vollständig. Was CBGA in einer Petrischale oder im Mausmodell zeigt, lässt sich nicht eins zu eins auf den menschlichen Alltag übertragen.

CBGA und das SARS-CoV-2-Spike-Protein

Das wohl meistzitierte Forschungsergebnis zu CBGA stammt aus dem Jahr 2022. Eine Studie der Oregon State University, veröffentlicht im Journal of Natural Products, zeigte: CBGA und CBDA binden an das Spike-Protein von SARS-CoV-2 – also genau an die Stelle, mit der das Coronavirus an menschliche Zellen andockt. In Zellkultur-Experimenten verhinderten beide Säuren den Zelleintritt des Virus, auch bei Varianten wie Alpha (B.1.1.7) und Beta (B.1.351). Die Forscher um Richard van Breemen schlugen CBGA und CBDA als mögliche ergänzende Strategie vor.

Was die Studie nicht zeigt: dass CBGA-haltige Hanfprodukte vor einer Corona-Infektion schützen. Es handelt sich um eine reine Laborstudie mit isolierten Zellen. Klinische Studien am Menschen fehlen, und die in der Studie verwendeten Konzentrationen sind über orale Hanfprodukte kaum erreichbar. Der Befund ist wissenschaftlich spannend – als Anwender solltest du daraus aber keine medizinischen Schlüsse ziehen.

CBGA in der Nierenforschung

Eine Studie aus dem Jahr 2023, veröffentlicht in Scientific Reports von Suzuki und Kollegen, untersuchte CBGA an einem Mäusemodell der akuten Niereninsuffizienz. Cisplatin – ein wirksames Chemotherapeutikum – schädigt häufig die Nieren. CBGA reduzierte in dieser Untersuchung den Gewichtsverlust der Tiere von 18 % auf 7 % und unterdrückte die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe in der Niere deutlich.

Bemerkenswert: CBGA war in dieser Studie wirksamer als CBD. Die Kombination beider Cannabinoide war sogar weniger wirksam als CBGA allein. Auch in einem zweiten Modell zur chronischen Nierenschädigung zeigten sich Hinweise auf antifibrotische Effekte. Die Übertragbarkeit auf den Menschen ist offen – doch CBGA gilt damit als interessanter Kandidat für die weitere Forschung an renalen Erkrankungen.

TRPM7-Kanal und Zellschutz

Eine Folgestudie der gleichen Arbeitsgruppe, 2024 ebenfalls in der Fachzeitschrift Function erschienen, untersuchte den Wirkmechanismus genauer. Im Vergleich von 22 verschiedenen Cannabinoiden hemmte CBGA den TRPM7-Ionenkanal am stärksten. TRPM7 ist ein Ionenkanal mit eigener Kinase-Funktion, der bei Zellstress, Krebszellwachstum, Schlaganfall und Nierenschäden eine Rolle spielt.

Die Forscher konnten zeigen: CBGA bindet an die Kinase-Domäne des Kanals und reduziert den Calcium-Einstrom, der bei Entzündungen zelluläre Schäden verstärkt. Das ist einer der konkretesten molekularen Mechanismen, den die CBGA-Forschung bisher beschrieben hat – und erklärt, warum CBGA in der Niere so anders wirkt als das chemisch verwandte CBD.

Stoffwechsel, Diabetes und PPAR-Rezeptoren

Eine italienische Studie aus 2019 identifizierte CBGA – zusammen mit CBDA und CBG – als dualen PPAR-α/γ-Agonisten in Zellversuchen mit Leber- und Fettzellen. PPAR-Rezeptoren sind Schaltstellen im Zellkern, die den Fett- und Zuckerstoffwechsel mitsteuern. Zusätzlich hemmt CBGA in Reagenzglas-Versuchen das Enzym Aldosereduktase, das mit diabetischen Folgekomplikationen wie Nervenschäden und Augenproblemen in Verbindung gebracht wird.

Wichtig: Diese Befunde stammen aus Computermodellen und Zellkultur-Tests. Eine echte Wirksamkeit beim Menschen mit Diabetes oder Stoffwechselstörungen ist daraus nicht ableitbar. Wer Diabetes hat, sollte CBGA-haltige Produkte nicht als Therapie-Ersatz verstehen, sondern Veränderungen an der Medikation immer mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Antimikrobiell und antikonvulsiv

Zwei weitere Forschungsfelder werden in der Literatur diskutiert. Erstens: Eine viel zitierte Studie aus 2008 der Universitäten Piemonte Orientale und London zeigte: CBGA und andere Hanf-Cannabinoide hemmen das Wachstum multiresistenter Staphylokokken (MRSA) im Labor – mit einer Wirksamkeit, die mit klassischen Antibiotika vergleichbar war. Zweitens: Eine australische Tierstudie aus 2021 (Anderson und Kollegen, British Journal of Pharmacology) testete CBGA an einem Mäusemodell des Dravet-Syndroms, einer schweren kindlichen Epilepsieform. CBGA reduzierte die Anfallshäufigkeit – allerdings traten in höheren Dosierungen Bewegungseinschränkungen auf.

Beide Felder sind weit von einer klinischen Anwendung entfernt. Sie zeigen aber, dass CBGA biologisch aktiv ist und sich von CBD und CBG funktional unterscheidet.

CBGA – Forschungs-Übersichtstabelle
Forschungsfeld Studientyp Kernbefund
SARS-CoV-2-Spike-Protein Zellkultur (Vero E6) CBGA bindet an das Spike-Protein und blockiert den Zelleintritt; auch gegen Alpha- und Beta-Variante wirksam
Akute Niereninsuffizienz Mausmodell CBGA reduziert Gewichtsverlust und Entzündungs-Botenstoffe stärker als CBD; Kombination beider weniger wirksam
TRPM7-Ionenkanal Patch-Clamp, HEK293-Zellen CBGA ist von 22 getesteten Cannabinoiden der stärkste TRPM7-Inhibitor; bindet an die Kinase-Domäne
Stoffwechsel und PPAR In-Silico und Zellversuche CBGA aktiviert PPAR-Rezeptoren und hemmt Aldosereduktase – Hinweise auf Stoffwechseleffekte
Antimikrobielle Wirkung Laborstudien Hemmwirkung gegen grampositive Bakterien einschließlich multiresistenter MRSA-Stämme
Anfallsmodell (Dravet-Syndrom) Mausmodell CBGA reduziert Anfallshäufigkeit; in höheren Dosen Bewegungseinschränkungen

CBGA in Hanfextrakten erkennen

CBGA gibt es selten als eigenständiges Produkt zu kaufen. In der Praxis taucht das Cannabinoid fast immer als Bestandteil eines breiteren Hanfextrakts auf – meist in Vollspektrum-Ölen, die das natürliche Cannabinoid-Profil der Pflanze möglichst vollständig erhalten. Wie viel CBGA tatsächlich im Öl steckt, hängt von zwei Faktoren ab: der Hanfsorte und der Verarbeitung. Je schonender extrahiert wird und je weniger Hitze ins Spiel kommt, desto eher bleiben saure Vorstufen wie CBGA messbar erhalten. Stark erhitzte Extrakte oder reine CBD-Isolate enthalten dagegen praktisch kein CBGA mehr.

Ein nennenswerter CBGA-Anteil ist deshalb weniger ein „Feature", das gezielt zugesetzt wird, sondern ein Hinweis auf Verarbeitung: Er zeigt, dass der Hersteller das natürliche Pflanzenprofil bewusst erhält statt es maximal auf einen Wirkstoff zu reduzieren.

Was das COA verrät

Wer wissen will, ob ein Öl wirklich CBGA enthält, schaut ins Analysezertifikat – kurz COA für Certificate of Analysis. Seriöse Hersteller veröffentlichen diese Laborberichte für jede Charge. Im COA stehen alle nachgewiesenen Cannabinoide einzeln aufgeführt, mit konkreten Werten pro Gramm oder als Prozentangabe.

Worauf du achten solltest: CBGA muss als eigene Position erscheinen, nicht nur unter Sammelbegriffen wie „Gesamt-Cannabinoide" oder „Total-CBD". Typische COA-Bezeichnungen sind CBGA (Cannabigerolsäure), CBG (Cannabigerol), CBD und THC oder Δ9-THC. Ebenso wichtig: Die Chargennummer auf dem Zertifikat sollte zur Charge auf deiner Flasche passen. Nur dann beweist das COA, dass du genau das in der Hand hältst, was getestet wurde.

CBGA – CTA-Box CBG-Öl
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CBG ist die aktivierte Form von CBGA – mit eigenem Profil und gezielt erhöhtem Cannabinoid-Anteil aus Schweizer Bio-Hanf.

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Wie du CBGA-haltige Produkte sinnvoll einordnest

CBGA ist kein Ersatz für CBD. Wer ein Öl wegen des CBGA-Anteils kauft, sollte realistische Erwartungen haben: Die Forschung ist spannend, aber präklinisch. Was sich im Mausmodell oder in der Petrischale zeigt, lässt sich nicht direkt auf den Alltag übertragen. Ein CBGA-Anteil im Öl ist deshalb eher als Indikator für ein vollständiges Cannabinoid-Profil zu sehen – ein Hinweis, dass der Extrakt schonend hergestellt wurde und neben CBD auch Vorstufen und kleinere Cannabinoide enthält.

Praktisch heißt das: Wenn du CBGA gezielt nutzen möchtest, lohnt sich der Blick auf Vollspektrum- oder Breitspektrum-Öle mit veröffentlichtem COA. Starte niedrig dosiert, gib das Öl unter die Zunge und lass es etwa 60 Sekunden einwirken. Beobachte über mehrere Tage hinweg, wie du reagierst, bevor du die Dosis anpasst. Entscheidend ist nicht der höchste Cannabinoid-Wert, sondern ein Produkt, das sauber hergestellt ist und dessen Inhaltsstoffe im Zertifikat klar nachvollziehbar sind. Eine Auswahl an Schweizer Bio-Vollspektrum-Ölen findest du in unseren CBD Ölen.

Häufige Fragen zu CBGA

CBGA – FAQ
Was ist CBGA?
CBGA, kurz für Cannabigerolsäure, ist die saure Vorstufe vieler Cannabinoide in der Hanfpflanze. Aus CBGA bildet die Pflanze über enzymatische Prozesse CBD, THC, CBG und weitere Verbindungen. Deshalb wird CBGA als Mutter aller Cannabinoide bezeichnet.
Was ist der Unterschied zwischen CBGA und CBG?
CBGA ist die saure Form, CBG die aktivierte. Durch Wärme oder Lagerung verliert CBGA seine Carboxylgruppe und wandelt sich in CBG um. CBGA findet sich hauptsächlich in roher, frischer Hanfpflanze; CBG entsteht erst durch Decarboxylierung und ist die Form, die in den meisten CBG-Ölen vorkommt.
Was ist der Unterschied zwischen CBGA und CBD?
CBGA ist die Vorstufe, aus der CBD überhaupt erst entsteht. Die Pflanze wandelt CBGA über das Enzym CBDA-Synthase zu CBDA um, durch Wärme entsteht daraus CBD. CBD ist deutlich besser erforscht und in den meisten Hanfölen der Hauptbestandteil. CBGA ist seltener, biologisch anders aktiv und steht erst seit wenigen Jahren im Forschungsfokus.
Ist CBGA psychoaktiv?
Nein. CBGA hat keine berauschende Wirkung und löst kein High aus. Anders als THC bindet CBGA nicht direkt an die CB1-Rezeptoren im Gehirn, die für Rauschwirkungen verantwortlich sind.
Ist CBGA legal in Deutschland?
Ja. CBGA fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und ist als natürlicher Bestandteil von Hanfprodukten legal. Voraussetzung ist wie bei CBD-Ölen, dass der THC-Gehalt im fertigen Produkt unter 0,3 % liegt.
Ist CBGA in CBD-Ölen enthalten?
In Vollspektrum- und Breitspektrum-Ölen ist CBGA meist in kleinen Mengen enthalten, vor allem wenn das Öl schonend kalt extrahiert wurde. In stark erhitzten Extrakten und reinen CBD-Isolaten findet sich kein CBGA mehr. Den genauen Anteil zeigt das Analysezertifikat des jeweiligen Produkts.
Schützt CBGA vor Corona?
Eine Laborstudie der Oregon State University aus 2022 hat gezeigt, dass CBGA in Zellkultur an das Spike-Protein von SARS-CoV-2 bindet und den Zelleintritt verhindern kann. Diese Ergebnisse sind wissenschaftlich interessant, lassen sich aber nicht direkt auf den Alltag übertragen. Klinische Studien am Menschen fehlen, und die Konzentrationen aus dem Laborversuch sind über handelsübliche Hanfprodukte nicht erreichbar. CBGA-haltige Öle sind daher kein Schutz gegen eine Corona-Infektion.
Welche Wirkung von CBGA ist wissenschaftlich belegt?
Belegt sind Effekte in Labor- und Tierstudien: CBGA hemmt entzündungsfördernde Botenstoffe, blockiert den TRPM7-Ionenkanal und schützt im Mausmodell die Niere vor Schäden durch Chemotherapie. Daraus lässt sich aber keine Wirkung beim Menschen ableiten. Klinische Studien fehlen bisher, weshalb CBGA als vielversprechender, aber noch früher Forschungskandidat gilt.

Unser Fazit zu CBGA

CBGA ist mehr als eine chemische Zwischenstufe in der Hanfpflanze. Aus ihr entstehen CBD, THC, CBG und viele weitere Cannabinoide – und gleichzeitig hat CBGA eigene Eigenschaften, die in den letzten Jahren wissenschaftlich Aufmerksamkeit bekommen. Die Forschung steht früh, fast alle Ergebnisse stammen aus Labor- und Tierstudien, klinische Daten am Menschen fehlen weitgehend. Wer CBGA in einem Hanfprodukt finden möchte, sollte auf Vollspektrum- oder Breitspektrum-Öle mit veröffentlichtem Analysezertifikat achten – dort zeigt sich, ob das Cannabinoid wirklich enthalten ist und in welcher Menge.

Medizinischer Haftungsausschluss

CBGA – Studien und Quellen
Studien und Quellen
  1. van Breemen, R. B., Muchiri, R. N., Bates, T. A. et al. (2022). Cannabinoids Block Cellular Entry of SARS-CoV-2 and the Emerging Variants. Journal of Natural Products, 85(1), 176–184. pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.jnatprod.1c00946
  2. Suzuki, S., Fleig, A., & Penner, R. (2023). CBGA ameliorates inflammation and fibrosis in nephropathy. Scientific Reports, 13, 6341. nature.com/articles/s41598-023-33507-2
  3. Suzuki, S., Wakano, C., Monteilh-Zoller, M. K. et al. (2024). Cannabigerolic Acid (CBGA) Inhibits the TRPM7 Ion Channel Through its Kinase Domain. Function, 5(1), zqad069. academic.oup.com/function/article/5/1/zqad069/7462310
  4. Faouzi, M., Wakano, C., Monteilh-Zoller, M. K. et al. (2022). Acidic Cannabinoids Suppress Proinflammatory Cytokine Release by Blocking Store-operated Calcium Entry. Function, 3(4), zqac033. academic.oup.com/function/article/3/4/zqac033/6634246
  5. D'Aniello, E., Fellous, T., Iannotti, F. A. et al. (2019). Identification and characterization of phytocannabinoids as novel dual PPARα/γ agonists by a computational and in vitro experimental approach. Biochimica et Biophysica Acta - General Subjects, 1863(3), 586–597. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30611848
  6. Appendino, G., Gibbons, S., Giana, A. et al. (2008). Antibacterial Cannabinoids from Cannabis sativa: A Structure-Activity Study. Journal of Natural Products, 71(8), 1427–1430. pubs.acs.org/doi/10.1021/np8002673
  7. Anderson, L. L., Heblinski, M., Absalom, N. L. et al. (2021). Cannabigerolic acid, a major biosynthetic precursor molecule in cannabis, exhibits divergent effects on seizures in mouse models of epilepsy. British Journal of Pharmacology, 178(24), 4826–4841. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34384142
  8. Wang, M., Wang, Y.-H., Avula, B. et al. (2016). Decarboxylation Study of Acidic Cannabinoids: A Novel Approach Using Ultra-High-Performance Supercritical Fluid Chromatography/Photodiode Array-Mass Spectrometry. Cannabis and Cannabinoid Research, 1(1), 262–271. liebertpub.com/doi/10.1089/can.2016.0020

Befasst sich schon seit vielen Jahren leidenschaftlich mit Gesundheit, Ernährung und natürlichen Heilmethoden und hat 2016 eine Ausbildung zum Masseur absolviert. Seitdem er die Heilkraft von CBD für sich entdeckt hat, lässt ihn das Thema nicht mehr los. So veröffentlicht er nun regelmäßige Artikel über die vielfältigen Wirkungsweisen und Einsatzmöglichkeiten des Cannabinoids.

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