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CBD und das Nervensystem – Wirkung, Beruhigung und Nervenschutz

CBD und das Nervensystem – Wirkung, Beruhigung und Nervenschutz

Innere Unruhe, Dauerstress, schlechter Schlaf oder brennende Nervenschmerzen zeigen, wie sehr dein Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten kann. Mit CBD kannst du deine Nerven auf natürliche Weise unterstützen und im Alltag leichter zur Ruhe kommen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Öl gibst du unter die Zunge, lässt es etwa 60 Sekunden einwirken und schluckst es dann.
  • Bei Unruhe und Stress startest du mit 10 bis 20 mg am Tag, bei Nervenschmerzen mit 15 bis 25 mg.
  • Nimm die erste Menge am Abend und steigere alle paar Tage um etwa einen Tropfen.
  • Für den Einstieg reicht ein 10%-Öl, bei Kribbeln in Händen oder Füßen passt zusätzlich ein Gel.

Wie wirkt CBD auf das Nervensystem?

CBD wirkt auf das Nervensystem vor allem über das Endocannabinoid-System: Es bremst den Abbau des körpereigenen Botenstoffs Anandamid und spricht zusätzlich Serotonin- und Schmerzrezeptoren an. So kann CBD überreizte Nerven beruhigen, Entzündungen im Nervengewebe dämpfen und die Schmerzverarbeitung beeinflussen, ohne high zu machen.

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein körpereigenes Netzwerk aus Rezeptoren und Botenstoffen. Es regelt unter anderem Schmerzempfinden, Stimmung, Entzündungsreaktionen und Schlaf. CBD setzt dabei nicht direkt an den Cannabinoid-Rezeptoren an, sondern wirkt indirekt und beeinflusst so mehrere Stellen der Nervenregulation gleichzeitig. Die wichtigsten Rezeptoren sind diese:

CB1-Rezeptoren in Gehirn und Rückenmark

CB1-Rezeptoren sitzen vor allem im zentralen Nervensystem und steuern Gedächtnis, Bewegung, Stimmung und Schmerzverarbeitung. CBD hemmt das Enzym FAAH, das den körpereigenen Botenstoff Anandamid abbaut. Dadurch bleibt mehr Anandamid zwischen den Nervenzellen aktiv, was die Stimmung ausgleichen und Schmerzen lindern kann. Auch bei Zittern ohne erkennbaren Grund setzen manche auf CBD Öl bei essentiellem Tremor.

CB2-Rezeptoren im Immunsystem und in den Nerven des Körpers

CB2-Rezeptoren befinden sich vor allem auf Immunzellen und in den Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Über sie zeigt CBD seine entzündungshemmenden und das Immunsystem ausgleichenden Eigenschaften. Das zählt besonders bei Nervenschäden und lang anhaltenden Entzündungen.

Weitere Rezeptoren: Serotonin und Schmerzkanäle

CBD wirkt zusätzlich über zwei weitere Wege, die kein anderes pflanzliches Cannabinoid so breit abdeckt. Es aktiviert den Serotonin-Rezeptor 5-HT1A, der bei Angst und Stimmung eine Schlüsselrolle spielt. Gleichzeitig beeinflusst es den Rezeptor TRPV1, der Schmerzsignale und Entzündungsreize verarbeitet. Diese Kombination erklärt, warum CBD beruhigend und schmerzlindernd auf das Nervensystem wirken kann, ohne die psychoaktiven Effekte von THC.

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Kann CBD das vegetative Nervensystem beruhigen?

CBD kann das vegetative Nervensystem beruhigen, indem es die Stressachse dämpft, die Ausschüttung von Cortisol senkt und so dem Parasympathikus, dem Teil für Ruhe und Erholung, mehr Raum gibt. Dein Körper findet nach Stress dadurch leichter aus der Anspannung heraus und kann besser regenerieren.

Das vegetative Nervensystem steuert alle Körperfunktionen, die ohne dein bewusstes Zutun ablaufen: Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung. Dabei arbeiten zwei Gegenspieler zusammen:

Funktion Sympathikus Parasympathikus
Aufgabe Aktivierung, Kampf-oder-Flucht Entspannung, Regeneration
Herzschlag beschleunigt verlangsamt
Atmung schneller, flacher tiefer, ruhiger
Verdauung gehemmt aktiv
Stresshormone Cortisol und Adrenalin steigen Cortisol sinkt
Typisches Gefühl Anspannung, Wachheit Ruhe, Erholung

Im Alltag wechseln beide Systeme ständig, das ist normal. Schwierig wird es, wenn der Sympathikus dauerhaft überwiegt: Anhaltender Stress, Reizüberflutung oder Schlafmangel halten deinen Körper in ständiger Alarmbereitschaft. Die Folge können Bluthochdruck, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen und innere Unruhe sein.

Die Rolle des Vagusnervs

Der Vagusnerv ist der Hauptnerv des Parasympathikus und einer der längsten Nerven im Körper. Er verläuft vom Hirnstamm bis in den Bauchraum, regelt Herzfrequenz, Verdauung und Entzündungsreaktionen und beeinflusst sogar deine Stimmung. Arbeitet er gut, findest du nach Stress schnell wieder in die Erholung. Ist er dauerhaft wenig aktiv, bleibt dein Körper in der Anspannung hängen.

CBD kann die Aktivität des Parasympathikus und damit des Vagusnervs unterstützen. Das läuft über die sogenannte HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse), das zentrale Steuersystem deiner Stressreaktion und ein wichtiger Regler für das innere Gleichgewicht deines Körpers. Bei Dauerstress schüttet diese Achse zu viel Cortisol aus, was den Sympathikus überaktiviert. CBD kann die HPA-Achse beeinflussen und die Cortisol-Ausschüttung senken. Dadurch bekommt der Parasympathikus wieder mehr Raum und dein Körper wechselt leichter in die Erholung. CBD wirkt dabei nicht auf Knopfdruck, sondern als tägliche Unterstützung, am besten zusammen mit Atemübungen, Bewegung und ausreichend Schlaf.

Zuardi et al. (1993) zeigten in einer doppelblinden Studie mit 11 Probanden, dass CBD (300–600 mg) den Cortisol-Abfall im Tagesverlauf deutlich beeinflusste. Das spricht dafür, dass CBD direkt in die Ausschüttung von Cortisol eingreift.

Eine Übersichtsarbeit von Kesner & Lovinger (2021) fasste sieben doppelblinde, placebokontrollierte Studien zusammen (insgesamt 232 Teilnehmer). Alle zeigten, dass CBD die Stressreaktion deutlich verringerte, unter anderem über den gebremsten Abbau von Anandamid und die Wirkung auf die HPA-Achse.

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Kann CBD Nervenzellen schützen?

CBD kann Nervenzellen schützen: Es fängt aggressive Sauerstoffverbindungen ab, bremst Entzündungen im Nervengewebe und hilft, Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu erhalten. Fachleute nennen das neuroprotektive Wirkung. In einer Tierstudie überlebten mit CBD deutlich mehr geschädigte Nervenzellen als ohne.

Nervenzellen sind besonders empfindlich gegenüber zwei Dingen: oxidativem Stress, also aggressiven Sauerstoffverbindungen, die Zellstrukturen angreifen, und lang anhaltenden Entzündungen. Beide spielen bei Erkrankungen, bei denen Nervenzellen nach und nach verloren gehen, und bei Nervenverletzungen eine zentrale Rolle. CBD wirkt an beiden Stellen: Es fängt freie Radikale ab und bremst über die CB2-Rezeptoren überschießende Reaktionen der Immunzellen im Nervensystem (Astroglia und Mikroglia).

Zusätzlich kann CBD die Blut-Hirn-Schranke überwinden und so direkt im zentralen Nervensystem wirken. Das unterscheidet es von vielen anderen pflanzlichen Wirkstoffen, die diese Barriere nicht passieren können. Erste Hinweise deuten außerdem darauf hin, dass CBD die Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn fördern könnte, auch wenn hier noch deutlich mehr Forschung nötig ist.

Was die Forschung zeigt

Die bisher aussagekräftigste präklinische Studie zum Nervenschutz durch CBD stammt von Perez et al. (2021). Das Team untersuchte, ob CBD nach einer Schädigung des Ischiasnervs bei neugeborenen Ratten das Überleben von Nervenzellen verbessert. Die Ergebnisse:

  • CBD steigerte das Überleben geschädigter Nervenzellen um etwa 54 %, sowohl nach 5 Tagen als auch nach 8 Wochen.
  • Rund 35 % mehr Synapsen blieben im geschädigten Bereich erhalten.
  • Die Entzündungsreaktion der Mikroglia sank akut um 62 %, die der Astroglia um 31–39 %.
  • Wurden die Rezeptoren CB1 und CB2 blockiert, fiel der Schutz deutlich schwächer aus. CBD wirkt also über beide Rezeptortypen.

Diese Ergebnisse stammen aus einem Tiermodell und lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen. Sie zeigen aber deutlich, auf welchen Wegen CBD Nervenzellen schützen kann, und machen CBD zu einem der spannendsten Kandidaten für die Forschung an Nervenverletzungen.

Kann CBD die Nervenregeneration fördern?

Nervenschutz und Nervenregeneration sind zwei verschiedene Dinge: Schutz verhindert weitere Schäden, Regeneration heißt, dass sich geschädigte Nerven erholen. Erste präklinische Studien deuten darauf hin, dass CBD beides unterstützen kann.

Im Tiermodell förderte CBD die Bildung neuer Nervenzellen, vor allem im Hippocampus, der Hirnregion für Gedächtnis und Lernen. Außerdem gibt es Hinweise, dass CBD die Bildung von Myelin unterstützen kann. Myelin ist die Schutzhülle um die Nervenfasern, die für eine schnelle Signalübertragung sorgt. Bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose wird genau diese Hülle angegriffen.

Die Studie von Perez et al. (2021) zeigte zusätzlich zum Zellschutz, dass in der CBD-Gruppe rund 35% mehr Synapsen erhalten blieben. CBD schützt also nicht nur die Nervenzellen selbst, sondern stabilisiert auch ihre Verbindungen untereinander.

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Kann CBD bei Nervenschmerzen helfen?

CBD kann Nervenschmerzen lindern, weil es überschießende Schmerzsignale dämpft, Entzündungen im Nervengewebe verringert und über mehrere Rezeptoren beeinflusst, wie stark Schmerz weitergeleitet wird. In einer kleinen Studie gingen stechende Schmerzen und Kälteempfinden bei Neuropathie mit CBD-Öl auf der Haut deutlich zurück.

Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) unterscheiden sich grundlegend von anderen Schmerzen. Sie entstehen nicht durch eine Verletzung des Gewebes, sondern durch geschädigte oder überreizte Nerven selbst. Typisch sind Brennen, Stechen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder plötzlich einschießende Schmerzattacken, oft in Händen und Füßen. Häufige Ursachen sind Diabetes (diabetische Polyneuropathie), Bandscheibenvorfälle, Chemotherapie, Multiple Sklerose oder lang anhaltende Entzündungen.

Klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen wirken bei Nervenschmerzen oft kaum, weil der Schmerz anders entsteht. CBD setzt an mehreren Stellen gleichzeitig an:

  • Über die CB2-Rezeptoren in den Nerven des Körpers verringert es Entzündungen, die Nervenschäden verstärken.
  • Über den Rezeptor TRPV1 beeinflusst es direkt die Weiterleitung von Schmerzsignalen.
  • Über den Serotonin-Rezeptor 5-HT1A kann es die Schmerzwahrnehmung und die seelische Belastung durch lang anhaltenden Schmerz abmildern.

CBD auf der Haut bei örtlichen Nervenschmerzen

Neben dem Öl unter der Zunge kannst du CBD bei örtlichen Nervenschmerzen auch äußerlich anwenden. CBD-Gele oder Cremes trägst du direkt auf die schmerzende Stelle auf. Dort erreichen sie die Nerven unter der Haut, ohne den Umweg über den Verdauungstrakt. In unserer CBD Kosmetik gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten, etwa das CBD Sportgel.

Was sagt die Forschung?

Die Studien zu CBD allein (ohne THC) bei Nervenschmerzen werden mehr. Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie untersuchte CBD-Öl auf der Haut bei 29 Patienten mit Neuropathie in den Beinen über vier Wochen. In der CBD-Gruppe gingen stechende Schmerzen, Kälteempfindungen und Juckreiz im Vergleich zur Placebogruppe deutlich zurück, ohne Nebenwirkungen.

Zu Kombinationen aus THC und CBD gibt es mehr Daten: Eine Übersichtsarbeit (Lewis et al., 2024) wertete 17 randomisierte kontrollierte Studien aus. THC/CBD-Kombinationen senkten die Schmerzen teilweise deutlich, die Studien mit reinem CBD waren bislang klein. Die Forschung spricht aber dafür, dass CBD über seine entzündungshemmende und schmerzdämpfende Wirkung einen eigenen Beitrag leisten kann.

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Wie viel CBD für das Nervensystem?

Für das Nervensystem startest du mit 10 bis 20 mg CBD am Tag bei Unruhe, Stress oder Schlafproblemen und mit 15 bis 25 mg bei Nervenschmerzen. Mit einem 10% Öl sind das 2 bis 5 Tropfen. Nach einigen Tagen steigerst du langsam, die meisten landen zwischen 20 und 50 mg täglich.

Anliegen Start Ziel Tropfen 10% zum Start
Innere Unruhe, Stress 10–20 mg 20–35 mg 2–4
Schlafprobleme 10–20 mg 20–40 mg 2–4
Nervenschmerzen 15–25 mg 25–50 mg 3–5

Die Werte gelten für etwa 70 kg Körpergewicht. Gewicht, Stoffwechsel und deine Empfindlichkeit spielen eine Rolle. Deshalb startest du niedrig und steigerst langsam, so wie es beim Dosierungsprinzip für CBD Öl üblich ist.

Welche Produktform passt zu welchem Ziel?

Für Unruhe, Stress und Schlaf passt CBD Öl am besten, weil du die Menge Tropfen für Tropfen anpassen kannst. Kapseln sind die geschmacksneutrale Alternative mit fester Menge. Bei Kribbeln oder Schmerzen an einer bestimmten Stelle ergänzt ein Gel oder eine Creme das Öl direkt auf der Haut.

Am vielseitigsten ist CBD Öl: Du gibst es unter die Zunge, lässt es etwa 60 Sekunden einwirken und schluckst es dann. Über die Mundschleimhaut gelangt CBD schnell ins Blut, die Wirkung setzt in der Regel nach 15–30 Minuten ein. Unsere Breit- oder Vollspektrum-Öle nutzen den sogenannten Entourage-Effekt: Neben CBD wirken weitere Cannabinoide und Terpene zusammen, was die Gesamtwirkung verstärken kann.

Suchst du eine geschmacksneutrale Alternative mit genau festgelegter Menge, passen CBD Kapseln. Sie wirken etwas langsamer (30–60 Minuten), weil sie über den Verdauungstrakt aufgenommen werden, dafür gleichmäßiger und länger.

Bei Nervenschmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in Händen und Füßen kann CBD auch äußerlich helfen. Gele oder Cremes aus unserer CBD Kosmetik, etwa das CBD Sportgel oder die CBD Salbe Pure, erreichen die Nerven unter der Haut direkt, ohne den Umweg über den Verdauungstrakt.

Unsere Empfehlungen für dein Nervensystem

Für die Wirkung von innen passt ein Öl in der Stärke, die zu deiner Menge passt, für Kribbeln und Schmerzen an einer Stelle ein Gel. Mit diesen drei Produkten deckst du beides ab.

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Praktische Tipps für den Einstieg

Beginne abends mit einer niedrigen Menge. So siehst du, wie dein Körper reagiert, ohne dass mögliche Müdigkeit im Alltag stört. Steigere alle 3–5 Tage um 5–10 mg, bis du eine spürbare Wirkung merkst. Halte die Menge dann mindestens eine Woche stabil, bevor du weiter anpasst. Bei Nervenschmerzen brauchst du meist etwas mehr als bei Stress. Dann hält ein hochdosiertes CBD Öl die Anzahl der Tropfen klein.

Welche Nebenwirkungen hat CBD?

CBD gilt als gut verträglich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2017 bestätigt, dass CBD kein Missbrauchspotenzial hat und in der Regel sicher ist. Vor allem am Anfang oder bei höheren Mengen können trotzdem leichte Nebenwirkungen auftreten.

Müdigkeit ist die häufigste, besonders bei höheren Mengen. Nimmst du CBD abends, ist das sogar ein Vorteil. Mundtrockenheit tritt gelegentlich auf und verschwindet meist nach wenigen Tagen. Selten berichten Anwender in den ersten Tagen von leichten Magen-Darm-Beschwerden, die sich mit der Gewöhnung legen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wichtiger als die Nebenwirkungen sind mögliche Wechselwirkungen, wenn du schon Medikamente nimmst. CBD wird in der Leber über das Enzymsystem CYP450 abgebaut, über das auch viele Medikamente abgebaut werden. CBD kann diese Enzyme hemmen und dadurch die Wirkung bestimmter Medikamente verstärken oder abschwächen. Betroffen sein können unter anderem Blutverdünner, Antidepressiva, Antiepileptika und bestimmte Schmerzmittel.

Gerade bei neurologischen Erkrankungen nehmen Betroffene oft mehrere Medikamente gleichzeitig. Welche Wirkstoffe über dasselbe Enzymsystem abgebaut werden, ist bei CBD Wechselwirkungen genauer aufgeschlüsselt. Nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich die Einnahme vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

Häufige Fragen zu CBD und dem Nervensystem

Was macht CBD mit den Nerven?

CBD reguliert die Nervenaktivität über das Endocannabinoid-System, ohne sie zu betäuben. Es hemmt den Abbau des körpereigenen Botenstoffs Anandamid, wirkt entzündungshemmend über CB2-Rezeptoren und beeinflusst Serotonin- sowie Schmerzrezeptoren. Dadurch kann es überreizte Nerven beruhigen, Schmerzsignale dämpfen und die Stimmung stabilisieren.

Was macht CBD mit der Psyche?

CBD kann die Psyche ausgleichen, weil es den Serotonin-Rezeptor 5-HT1A aktiviert, der bei Angst und Stimmung eine Schlüsselrolle spielt. Außerdem dämpft es die Stressachse und kann die Ausschüttung von Cortisol senken. In Studien verringerte CBD die Stressreaktion deutlich, ohne high zu machen.

Kann CBD das Nervensystem beruhigen?

Ja, CBD kann die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus unterstützen. Es beeinflusst die HPA-Achse, die zentrale Stressachse, und kann die Cortisol-Ausschüttung senken. Dadurch bekommt der Parasympathikus und damit der Vagusnerv mehr Raum für Entspannung und Erholung.

Wie wirkt CBD auf den Vagusnerv?

CBD stärkt den Parasympathikus, dessen Hauptnerv der Vagusnerv ist. Über die Senkung von Cortisol und die Hemmung entzündlicher Prozesse kann CBD die Aktivität des Vagusnervs fördern. Das wirkt sich positiv auf Herzfrequenz, Verdauung und den Umgang mit Stress aus.

Kann CBD Öl bei Nervenschmerzen helfen?

Ja, CBD kann neuropathische Schmerzen lindern, indem es Entzündungen im Nervengewebe verringert und Schmerzsignale über die Rezeptoren TRPV1 und CB2 dämpft. Erste randomisierte Studien zeigen gute Ergebnisse, besonders bei Anwendung auf der Haut. Bei Nervenschmerzen startest du mit 15 bis 25 mg am Tag.

Kann CBD Nervenzellen schützen?

Präklinische Studien zeigen schützende Effekte: CBD wirkt antioxidativ, hemmt entzündungsfördernde Gliazellen und kann den Erhalt von Synapsen unterstützen. In einer Tierstudie steigerte CBD das Überleben geschädigter Nervenzellen um 54 %. Studien am Menschen stehen hier noch aus.

Fördert CBD die Nervenregeneration?

Ja, erste Tierstudien deuten darauf hin. Dort förderte CBD die Bildung neuer Nervenzellen im Hippocampus, und es gibt Hinweise, dass es die Bildung der Schutzhülle Myelin unterstützt. In einer Studie an Ratten blieben mit CBD rund 35 % mehr Synapsen erhalten.

Welche Dosierung ist sinnvoll für das Nervensystem?

10 bis 20 mg am Tag sind bei innerer Unruhe, Stress oder Schlafproblemen ein guter Start, bei Nervenschmerzen 15 bis 25 mg. Steigere alle 3–5 Tage um 5–10 mg. Die meisten landen zwischen 20 und 50 mg täglich.

Wie schnell wirkt CBD auf das Nervensystem?

15 bis 30 Minuten dauert es beim Öl unter der Zunge, bis die Wirkung einsetzt. Kapseln brauchen 30–60 Minuten. Die ausgleichende Wirkung auf das vegetative Nervensystem baut sich über Tage bis Wochen auf, CBD wirkt am besten bei regelmäßiger Einnahme.

Darf ich CBD bei neurologischen Erkrankungen einnehmen?

CBD ist kein Ersatz für eine ärztliche Therapie. Wenn du an einer neurologischen Erkrankung leidest (z. B. MS, Parkinson, Epilepsie), sprich die Einnahme vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab, besonders wegen möglicher Wechselwirkungen mit bestehenden Medikamenten. Bei bestimmten schweren Epilepsieformen ist CBD als zugelassenes Medikament (Epidiolex) bereits im Einsatz.

Was sagt die EFSA zur Menge?

Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA nennt vorläufig 0,0275 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag als sichere Menge für gesunde Erwachsene ab 25 Jahren, also rund 2 mg bei 70 kg. Der Wert ist bewusst sehr vorsichtig gewählt, weil Langzeitdaten fehlen. Er ist kein Wert, ab dem Schäden belegt sind. Die Mengen in diesem Artikel stammen aus unserem Dosierungsrechner, in der Cortisol-Studie bekamen die Teilnehmenden 300 bis 600 mg.

Unser Fazit

Für wen lohnt sich CBD zur Unterstützung des Nervensystems?

CBD kann dein Nervensystem auf mehreren Ebenen unterstützen: Es beruhigt das vegetative Nervensystem, indem es Cortisol senkt und den Parasympathikus stärkt. Es schützt Nervenzellen durch seine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung. Und es kann Nervenschmerzen über die Rezeptoren CB2, TRPV1 und Serotonin lindern.

Besonders interessant ist CBD für dich, wenn du unter Dauerstress, innerer Unruhe, Schlafproblemen oder Nervenschmerzen leidest und eine pflanzliche, gut verträgliche Ergänzung suchst. CBD ersetzt keine ärztliche Behandlung, kann aber die Selbstregulation deines Nervensystems gezielt unterstützen.

Starte mit 10 bis 20 mg am Abend, bei Nervenschmerzen mit 15 bis 25 mg, steigere langsam und gib deinem Körper ein paar Wochen Zeit. Die Forschung wächst, und wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig, sobald neue Studien vorliegen.

Dieser Artikel dient deiner Information und ersetzt keine ärztliche oder tierärztliche Beratung. CBD ist kein Arzneimittel. Medizinischer Haftungsausschluss

Studien und Quellen
  1. Zuardi A.W., Guimarães F.S., Moreira A.C. (1993). Effect of cannabidiol on plasma prolactin, growth hormone and cortisol in human volunteers. Brazilian Journal of Medical and Biological Research, 26(2), 213-217. Studie zu CBD und Hormonen bei gesunden Probanden auf PubMed ansehen
  2. Henson J.D., Vitetta L., Quezada M., Hall S. (2021). Enhancing Endocannabinoid Control of Stress with Cannabidiol. Journal of Clinical Medicine, 10(24), 5852. Review zu CBD und Stressregulation im PMC ansehen
  3. Perez M. et al. (2021). Short and long-term neuroprotective effects of cannabidiol after neonatal peripheral nerve axotomy. Neuropharmacology, 197, 108726. Präklinische Studie zu neuroprotektiven Effekten von CBD auf PubMed ansehen
  4. Xu D.H. et al. (2020). The Effectiveness of Topical Cannabidiol Oil in Symptomatic Relief of Peripheral Neuropathy of the Lower Extremities. Current Pharmaceutical Biotechnology, 21(5), 390-402. Studie zu topischem CBD-Öl bei peripherer Neuropathie auf PubMed ansehen
  5. Lewis M., Baroutian S., Hanning S.M. (2024). Phytocannabinoids for the Treatment of Neuropathic Pain: A Scoping Review of Randomised Controlled Trials Published Between 2012 and 2023. Current Pain and Headache Reports, 28, 109-118. Scoping Review zu Phytocannabinoiden bei neuropathischen Schmerzen auf PubMed ansehen
  6. EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (2025). Update of the statement on the safety of cannabidiol as a novel food. EFSA Journal. efsa.europa.eu
Dominik Martzy

Autor

Dominik Martzy

Schreibt für CANNABY über Wirkung, Dosierung und sichere Anwendung von CBD. Mehr als 300 Artikel hat er recherchiert, immer auf Basis aktueller Studien.