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CANNABY · Cannabis und Marihuana (cbmu)

Cannabis-Wissen

Cannabis und Marihuana: der Unterschied einfach erklärt

Cannabis und Marihuana klingen wie zwei Wörter für dieselbe Sache. Tatsächlich beschreiben sie unterschiedliche Dinge, und der Unterschied ist größer, als die Alltagssprache vermuten lässt. Das eine ist ein botanischer Name für eine ganze Pflanzengattung, das andere gar kein botanischer Begriff. Genau daran hängt auch, warum Nutzhanf, Haschisch und CBD ständig durcheinandergeraten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Cannabis ist der Oberbegriff für die gesamte Pflanzengattung, Marihuana nur eine Form davon: die getrockneten Blüten THC-reicher Sorten.
  • Nutzhanf ist dieselbe Pflanzenart, gezüchtet auf höchstens 0,3% THC und damit nicht berauschend.
  • Haschisch ist das gepresste Harz der Blüten und enthält im Schnitt etwa doppelt so viel THC wie Marihuana.
  • CBD wird aus Nutzhanf gewonnen, wirkt nicht berauschend und ist frei verkäuflich.

Cannabis und Marihuana: der Unterschied in einem Satz

Cannabis ist die Pflanze, Marihuana ist ein Produkt daraus. Alles Weitere folgt aus diesem einen Satz. Cannabis ist der wissenschaftliche Name der Pflanzengattung, zu der jede Hanfpflanze gehört, vom Faserhanf auf dem Acker bis zur THC-reichen Züchtung. Marihuana bezeichnet dagegen nur die getrockneten Blüten solcher Sorten, die genug THC enthalten, um berauschend zu wirken.

Der Grund für die Verwirrung liegt in der Herkunft der beiden Wörter, und der ist aufschlussreicher als jede Definition. Cannabis ist ein botanischer Begriff, Marihuana keiner. Das Wort stammt aus dem mexikanischen Spanisch, seine genaue Herleitung gilt bis heute als ungeklärt. Im frühen 20. Jahrhundert verbreitete es sich über die USA, von dort kam es nach Europa. Übrigens ist auch die beliebte Erklärung, „Marihuana" komme vom Frauennamen María Juana und deshalb heiße es „Mary Jane", eine nachträgliche Volksetymologie. Sie entstand erst, nachdem das Wort ins Englische übernommen worden war.

Für dich heißt das: Wenn jemand von Cannabis spricht, musst du fragen, welche Form gemeint ist. Der Begriff schließt Faserhanf, Lebensmittel-Hanfsamen, CBD Produkte und Rauschmittel gleichermaßen ein. Marihuana dagegen meint immer nur eine davon.

Diese vier Begriffe kannst du dir so auseinanderhalten:

BegriffBezeichnetTHC-Gehalt
CannabisDie Pflanzengattung, Oberbegriff für alle FormenJe nach Sorte von nahezu null bis über 20%
HanfTHC-arme Sorten für Fasern, Samen, Lebensmittel und CBDHöchstens 0,3%
MarihuanaGetrocknete Blüten THC-reicher SortenIn der EU im Schnitt rund 12%
HaschischGepresstes Harz aus den BlütenIn der EU im Schnitt rund 25%

Auffällig ist die Zeile zum Hanf. Botanisch handelt es sich um dieselbe Art wie bei Marihuana, gezüchtet wurde sie nur in die entgegengesetzte Richtung. Nicht die Pflanze entscheidet also darüber, ob etwas berauscht, sondern die Sorte und der Pflanzenteil, den du vor dir hast.

Was ist Cannabis?

Cannabis ist der botanische Name einer Pflanzengattung, nicht der Name eines Rauschmittels. Sie gehört zur Familie der Hanfgewächse, und die Art, um die es praktisch immer geht, heißt Cannabis sativa L. Von dieser einen Art stammt alles ab, was dir unter den vier Begriffen begegnet: der Faserhanf im Dämmstoff, die Hanfsamen im Müsli, das Öl im Regal und eben auch Marihuana.

Interessant wird die Pflanze durch das, was in ihren Blüten steckt. Cannabis bildet mehr als hundert verschiedene Cannabinoide, und zwei davon kennst du mit Sicherheit. THC ist dasjenige, das berauschend wirkt. CBD wirkt nicht berauschend. Beide sitzen in denselben Harzdrüsen derselben Pflanze, nur in völlig unterschiedlichen Verhältnissen, je nachdem, worauf eine Sorte gezüchtet wurde.

Dazu kommen die Terpene, die ätherischen Öle, die jeder Sorte ihren eigenen Geruch geben. Wenn zwei Hanfsorten für dich völlig unterschiedlich riechen, liegt es an ihnen, obwohl beide zur selben Art gehören.

Ein Detail erklärt, warum in der ganzen Diskussion fast nur von weiblichen Pflanzen die Rede ist: Cannabis ist zweihäusig, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Nur die weiblichen bilden die harzreichen Blüten, in denen die Cannabinoide in nennenswerter Menge stecken. Männliche Pflanzen liefern Fasern und Pollen, aber kaum Wirkstoff.

Traditionell werden drei Typen unterschieden: Sativa, Indica und Ruderalis, benannt nach Wuchsform, Herkunftsregion und angeblich unterschiedlicher Wirkung. Diese Einteilung steckt in fast jedem Text zum Thema, und sie ist wissenschaftlich umstrittener, als ihre Verbreitung vermuten lässt. Neuere Arbeiten halten die Zuordnung „Sativa macht wach, Indica macht müde" für zu grob und sortieren stattdessen nach dem tatsächlichen Wirkstoffprofil.

Für dich lässt sich das auf einen Punkt bringen: Cannabis sagt dir, um welche Pflanze es geht. Es sagt dir nichts darüber, ob das, was du vor dir hast, berauscht.

Was ist Marihuana?

Marihuana sind die getrockneten Blüten der weiblichen Cannabispflanze, dazu die blütennahen Blätter. Mehr steckt hinter dem Begriff nicht: kein eigener Pflanzentyp, keine besondere Art, sondern ein bestimmter Pflanzenteil aus Sorten, die auf einen hohen THC-Gehalt gezüchtet wurden.

Genau in diesen Blüten sitzen die Harzdrüsen, und dort ist das THC konzentriert. Wie viel davon drinsteckt, schwankt erheblich. Die EU-Drogenagentur ermittelte für sichergestelltes Marihuana zuletzt einen Durchschnitt von rund 12% THC, im Handel liegen übliche Werte etwa zwischen 7% und 13%. Einzelne Züchtungen kommen deutlich darüber hinaus. Über zehn Jahre stieg dieser Durchschnitt um knapp ein Fünftel, also vergleichsweise langsam.

Umgangssprachlich hörst du meist andere Wörter. Gras und Weed sind die geläufigsten im Deutschen, Ganja stammt über Hindi und Urdu aus dem Sanskrit und ist vor allem in der Karibik verbreitet. Alle meinen dasselbe Produkt. Aus derselben Sprachwelt stammt auch die Zahl 420, die als Codewort für Cannabis um die Welt gegangen ist. Je mehr Wörter für eine Sache existieren, desto leichter geraten sie mit Wörtern für andere Sachen durcheinander.

Zur Wirkung, weil das die häufigste Frage dazu ist: THC bindet im zentralen Nervensystem an die CB1-Rezeptoren und verändert dort, wie Reize verarbeitet werden. Die Folgen reichen von veränderter Wahrnehmung und Zeitempfinden bis zu Müdigkeit oder gesteigertem Appetit. Sie fallen individuell sehr unterschiedlich aus. Zu den bekannten Risiken zählen Angst und Unruhe, vor allem bei höheren Dosen, ein vermindertes Reaktionsvermögen und damit eine eingeschränkte Fahrtüchtigkeit. Bei regelmäßigem Konsum kommen Abhängigkeitsrisiken hinzu, besonders wenn er früh im Jugendalter beginnt.

Für deine Ausgangsfrage ist vor allem eines wichtig: Marihuana ist eine von mehreren Formen, in denen dir Cannabis begegnet. Wenn du im Laden ein Hanfprodukt kaufst, hältst du etwas völlig anderes in der Hand, auch wenn beides von derselben Pflanzenart stammt.

Was ist Hanf?

Hanf ist dieselbe Pflanzenart wie Marihuana, nur in die entgegengesetzte Richtung gezüchtet. Wenn du Nutzhanf und eine THC-reiche Sorte nebeneinander stellst, siehst du zwei Pflanzen, die botanisch dasselbe sind und sich in ihrem Wirkstoffprofil kaum stärker unterscheiden könnten. Über Jahrzehnte wurde Nutzhanf gezielt so gezüchtet, dass er möglichst wenig THC bildet und dafür lange, stabile Fasern und ertragreiche Samen liefert.

Wie wenig THC das sein darf, ist genau festgelegt. In Deutschland liegt der Grenzwert für Nutzhanf bei 0,3%. Dieser Wert gilt seit dem 1. Januar 2023 und wurde damals von 0,2% angehoben, weil die EU im Rahmen ihrer Agrarpolitik den zulässigen Gehalt heraufgesetzt hatte. Angebaut werden dürfen außerdem nur Sorten, die im EU-Sortenkatalog stehen und diesen Wert zuverlässig einhalten. Der Anbau ist damit kein Graubereich, sondern normale Landwirtschaft mit Meldepflicht.

Praktisch heißt das für dich: Wenn auf einem Produkt Hanf steht, ist das kein versteckter Hinweis auf THC. Hanfsamen im Müsli, Hanfprotein im Shake, Hanföl in der Küche, Dämmwolle aus Hanffasern, all das stammt von Pflanzen, die schlicht nicht berauschen können.

Die Einsatzgebiete gehören zu den vielfältigsten, die eine einzelne Nutzpflanze zu bieten hat.

PflanzenteilVerwendung
FasernTextilien, Seile, Dämmstoffe und Baustoffe
SamenLebensmittel, Speiseöl und Proteinpulver
Blätter und BlütenRohstoff für CBD-Extrakte
SchäbenDer holzige Stängelrest, als Einstreu und Baumaterial

Hanf zählt zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt und wird seit Jahrtausenden genutzt, lange bevor irgendjemand über Cannabinoide nachgedacht hat. Dazu kommt ein landwirtschaftlicher Vorteil: Die Pflanze wächst schnell, wurzelt tief und kommt mit vergleichsweise wenig Pflanzenschutz aus.

Ein Punkt sorgt beim Einkauf regelmäßig für Ärger, und der lohnt sich zu wissen: Hanföl und CBD Öl sind nicht dasselbe. Hanföl wird aus den Samen gepresst und enthält praktisch kein CBD, CBD Öl entsteht aus Blättern und Blüten. Genau daran liegt es fast immer, wenn dir zwei Öle mit Hanf auf dem Etikett mit dem zwanzigfachen Preisunterschied begegnen. Worin sich Hanföl und CBD Öl genau unterscheiden, entscheidet sich also am verwendeten Pflanzenteil.

Was ist Haschisch?

Haschisch ist nicht die Blüte, sondern das Harz daraus. In den Blüten der weiblichen Pflanze sitzen winzige Harzdrüsen, die Trichome, und in ihnen steckt der größte Teil der Cannabinoide. Werden diese Drüsen von den Blüten getrennt und zusammengepresst, entsteht Haschisch. Es kommt meist als braune, feste Platte oder als Block vor, umgangssprachlich Hasch genannt.

Der Unterschied zu Marihuana ist damit kein Unterschied in der Pflanze, sondern einer in der Verarbeitung. Bei Marihuana bekommst du die ganze getrocknete Blüte mit allem, was botanisch dazugehört. Bei Haschisch bekommst du einen konzentrierten Auszug daraus, bei dem das meiste Pflanzenmaterial weggefallen ist.

Daraus folgt die höhere Wirkstoffdichte, und die ist deutlicher, als viele annehmen. Die EU-Drogenagentur maß in sichergestelltem Haschisch zuletzt einen durchschnittlichen THC-Gehalt von 24,6%, also rund das Doppelte von Marihuana. Innerhalb von zehn Jahren stieg dieser Wert um zwei Drittel, während er bei Marihuana weitgehend stabil blieb. Im Einzelfall überlappen sich die Spannen trotzdem, denn starkes Marihuana kann schwaches Haschisch übertreffen. Im Mittel aber ist Haschisch die konzentriertere Form, und dieser Abstand wächst.

Damit hast du die dritte Erscheinungsform derselben Pflanze vor dir, neben Nutzhanf und Marihuana. Und wie Marihuana hat es mit dem, was in einem Hanfprodukt aus dem Supermarktregal steckt, nichts zu tun.

Wo steht CBD in diesem Bild?

CBD lässt sich nicht in dieselbe Reihe stellen wie die anderen vier Begriffe, weil es eine andere Frage beantwortet. Cannabis, Hanf, Marihuana und Haschisch sagen dir, um welche Pflanze oder welchen Pflanzenteil es geht. CBD sagt dir, welcher Inhaltsstoff gemeint ist. Es ist ein einzelnes Cannabinoid, kein Pflanzentyp und kein Produkt.

Damit erklärt sich auch, warum CBD so oft in einen Topf mit Marihuana gerät: Es stammt aus derselben Pflanzenart. Nur eben aus Sorten, die auf der anderen Seite des Grenzwerts liegen. CBD wird aus Nutzhanf gewonnen, also aus Pflanzen mit höchstens 0,3% THC, und es wirkt selbst nicht berauschend. Wenn du dich fragst, ob dich ein CBD Produkt in irgendeiner Form benebelt: CBD macht nicht high, das übernimmt THC.

Praktisch bedeutet das für dich drei Dinge. Du bekommst CBD Produkte frei im Handel, ohne Rezept und ohne Altersnachweis im Sinne des Betäubungsmittelrechts. Du musst keinen Rausch und keinen positiven Drogentest wegen des CBD selbst befürchten, wohl aber wegen möglicher THC-Spuren, wenn ein Produkt schlecht kontrolliert ist. Und du solltest bei der Auswahl auf genau den Wert achten, um den sich dieser ganze Vergleich dreht: den THC-Gehalt, nachgewiesen durch ein Laborzertifikat pro Charge.

Ein Wert, den du nachlesen kannst

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Passendes Produkt finden

Bleibt eine Frage, die sich fast automatisch anschließt: Wenn CBD und THC aus derselben Pflanze stammen, warum ist das eine frei verkäuflich und das andere reguliert? Die Antwort steht im Gesetz, und die hat sich in Deutschland vor wenigen Jahren grundlegend geändert.

Was ist in Deutschland erlaubt?

Seit dem 1. April 2024 gilt in Deutschland eine völlig neue Rechtslage. Cannabis wurde aus dem Betäubungsmittelgesetz gestrichen, seither regeln zwei eigene Gesetze den Umgang damit: das Konsumcannabisgesetz für den privaten Bereich und das Medizinal-Cannabisgesetz für die ärztliche Verordnung.

Bemerkenswert daran ist etwas, das kaum jemand erwähnt. Das Konsumcannabisgesetz definiert in seinem ersten Paragrafen genau die Begriffe, um die es hier geht. Marihuana sind laut Gesetz die getrockneten Blüten und blütennahen Blätter der Cannabispflanze. Haschisch ist das abgesonderte Harz. Cannabis umfasst Pflanzen, Blüten, Pflanzenteile, Harz und Zubereitungen daraus. Nutzhanf steht als eigene Kategorie daneben, definiert über einen THC-Gehalt von höchstens 0,3%, zertifiziertes Saatgut und den Ausschluss jeder Nutzung zu Rauschzwecken. Die Begriffsordnung, die du bis hierher gelesen hast, ist damit nicht nur botanisch richtig, sondern steht wortgleich im Gesetzblatt.

Was für dich ab 18 gilt, lässt sich in wenigen Zahlen zusammenfassen.

WasGrenze
Besitz unterwegs25 Gramm
Besitz zu Hause50 Gramm
EigenanbauDrei Pflanzen
Anbauvereinigung ab 2125 Gramm pro Tag, 50 Gramm pro Monat

Anbauvereinigungen gibt es seit dem 1. Juli 2024. Sie bauen gemeinschaftlich an und geben ausschließlich an ihre Mitglieder ab, verkaufen dürfen sie nicht.

Ebenso klar ist, was nicht erlaubt ist. Es gibt keinen legalen Verkauf, keine Fachgeschäfte und keine Coffeeshops. Der Konsum in der Nähe von Schulen, Spielplätzen und Jugendeinrichtungen bleibt untersagt, für Minderjährige gilt das Verbot vollständig. Wer über die genannten Mengen hinausgeht oder Handel treibt, macht sich weiterhin strafbar.

Nutzhanf und die daraus gewonnenen Produkte fallen aus all dem heraus, weil sie im Gesetz eine eigene Kategorie bilden. Hanfsamen, Hanföl und Hanffasern kannst du normal kaufen, und bei CBD-Produkten entscheidet der THC-Gehalt darüber, wie sie einzuordnen sind. Welche Regeln für CBD Produkte im Handel gelten, hängt deshalb an genau diesem Wert.

Damit du dich nicht auf einen veralteten Stand verlässt: Die Regelungen zum privaten Besitz und Eigenanbau sind seit 2024 unverändert. Diskutiert wird derzeit nur eine Verschärfung beim Medizinalcannabis, nicht beim Eigenanbau. Bei Reisen ins Ausland gelten ohnehin die Gesetze des Ziellandes, und die weichen teils stark ab.

Häufige Fragen zu Cannabis und Marihuana

Ist Cannabis oder Marihuana stärker?
Die Frage lässt sich so nicht beantworten, weil Cannabis der Oberbegriff für Marihuana ist. Sinnvoll ist der Vergleich zwischen Marihuana und Haschisch: Nach Daten der EU-Drogenagentur enthielt sichergestelltes Haschisch zuletzt im Schnitt 24,6% THC, Marihuana rund 12%. Haschisch ist damit im Mittel etwa doppelt so stark.
Ist Marihuana dasselbe wie Cannabis?
Nein. Cannabis bezeichnet die gesamte Pflanzengattung, Marihuana nur die getrockneten Blüten THC-reicher Sorten. Auch Nutzhanf, Hanfsamen und Haschisch fallen unter Cannabis. Das deutsche Konsumcannabisgesetz verwendet beide Begriffe getrennt und definiert Marihuana ausdrücklich als Blüten und blütennahe Blätter.
Woraus besteht Cannabis?
Cannabis besteht aus Fasern, Samen, Blättern und Blüten. In den Harzdrüsen der weiblichen Blüten sitzen über hundert Cannabinoide, darunter THC und CBD, dazu Terpene, die den Geruch bestimmen. Welcher Stoff überwiegt, hängt von der Sorte ab, nicht von der Pflanzenart.
Wie wirkt Marihuana?
Das enthaltene THC bindet an CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem und verändert dort die Reizverarbeitung. Typisch sind eine veränderte Wahrnehmung und ein verändertes Zeitgefühl, dazu Müdigkeit oder gesteigerter Appetit. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt von Dosis, THC-Gehalt und der einzelnen Person ab.
Welche Nebenwirkungen hat Marihuana?
Häufig sind Angst und Unruhe, vor allem bei höheren Dosen, dazu trockener Mund, gerötete Augen und ein vermindertes Reaktionsvermögen. Die Fahrtüchtigkeit ist eingeschränkt. Bei regelmäßigem Konsum bestehen Abhängigkeitsrisiken, die umso höher liegen, je früher im Jugendalter der Konsum beginnt.
Ist Marihuana in Deutschland legal?
Seit dem 1. April 2024 ist der Besitz für Erwachsene ab 18 Jahren in Grenzen erlaubt: 25 Gramm im öffentlichen Raum, 50 Gramm zu Hause, dazu drei Pflanzen zum Eigenanbau. Einen legalen Verkauf gibt es nicht. Für Minderjährige bleibt der Umgang vollständig verboten.
Ist Gras dasselbe wie Marihuana?
Ja, Gras ist die geläufigste umgangssprachliche Bezeichnung für Marihuana. Gleiches gilt für Weed und in der Karibik für Ganja. Marihuana ist von diesen Begriffen der einzige, der im deutschen Recht vorkommt: Das Konsumcannabisgesetz verwendet ihn als offizielle Bezeichnung.

Unser Fazit

Eine Pflanze, vier Begriffe

Cannabis und Marihuana unterscheiden sich nicht in der Pflanze, sondern in dem, was der Begriff jeweils meint. Cannabis ist der Name der Pflanzengattung und umfasst alles: Nutzhanf für Fasern und Samen ebenso wie THC-reiche Züchtungen. Marihuana bezeichnet nur die getrockneten Blüten dieser THC-reichen Sorten, Haschisch das daraus gepresste Harz. CBD wiederum ist keine Pflanzenform, sondern ein einzelner Inhaltsstoff, gewonnen aus Nutzhanf mit höchstens 0,3% THC.

Wenn du diese vier Ebenen auseinanderhältst, verstehst du auch die Regeln dahinter. Denn das deutsche Konsumcannabisgesetz sortiert die Begriffe seit 2024 genauso: Pflanzengattung, Blüten, Harz und Nutzhanf als eigene Kategorie. Botanik und Gesetzestext sagen hier dasselbe, und die Verwirrung entsteht allein in der Alltagssprache.

Quellen
  1. Konsumcannabisgesetz (KCanG) vom 27. März 2024, BGBl. 2024 I Nr. 109, in Kraft seit 01.04.2024. Begriffsbestimmungen in § 1, Abgabemengen der Anbauvereinigungen in § 19. gesetze-im-internet.de/kcang
  2. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Höherer THC-Grenzwert für Nutzhanf. Pressemitteilung Nr. 18/2023 vom 15.02.2023. bmleh.de
  3. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2024). THC-Grenzwerte für Nutzhanf in Europa, WD 5 - 3000 - 165/24. bundestag.de
  4. Europäische Drogenagentur (EUDA): Cannabis – the current situation in Europe. European Drug Report 2026. Durchschnittlicher THC-Gehalt von sichergestelltem Haschisch und Marihuana. euda.europa.eu
  5. Europäische Drogenagentur (EUDA): EU Drug Market – Cannabis, Retail markets. Spannen der Wirkstoffgehalte im Einzelhandel. euda.europa.eu
  6. Wiktionary und Duden online, Stichwort Marihuana: Entlehnung aus dem mexikanischen Spanisch, weitere Herleitung ungewiss. duden.de
  7. Online Etymology Dictionary, Eintrag marijuana: Verbreitung im englischen Sprachraum ab 1918, Herleitung von María Juana als nachträgliche Volksetymologie. etymonline.com
Dominik Martzy

Dominik Martzy

CBD-Fachautor

Dominik Martzy ist CBD-Fachautor mit Schwerpunkt auf Wirkung, Dosierung und Anwendungssicherheit. Er hat über 300 Fachartikel für CANNABY recherchiert und verfasst, anhand aktueller Studien, mit klarer Trennung zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen.