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Cannabis und Marihuana – der Unterschied einfach erklärt

Geschrieben von Dominik Martzy | Aktualisiert am 06.02.2026 | Lesezeit 6 min

Cannabis und Marihuana werden im Alltag häufig gleichgesetzt. Viele gehen davon aus, dass es sich dabei um dasselbe handelt. Tatsächlich besteht jedoch ein klarer Unterschied zwischen Cannabis und Marihuana – ebenso wie zu Hanf, Hasch und CBD. Wer verstehen möchte, was genau mit Cannabis gemeint ist, worin sich Marihuana davon unterscheidet und wie sich Hanf und CBD einordnen lassen, findet hier eine sachliche und verständliche Erklärung.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

Cannabis Terminologie

  • Cannabis Sativa: Wissenschaftlicher Begriff für eine Pflanzengattung mit vielfältiger Nutzung.
  • Unterscheidung zwischen nicht-psychoaktiven Hanfformen (industrielle Nutzung) und psychoaktiven Formen (Marihuana, Hasch) aufgrund des THC-Gehalts.

Marihuana

  • Bekannt als Weed, Gras, Ott, Dope, Mary Jane.
  • Psychoaktive getrocknete Blüten der weiblichen Cannabis-Sativa-Pflanze.
  • Hoher THC-Gehalt; verbreitet als Rauschmittel.
  • Konsummethoden: Rauchen (Joints, Pfeifen, Bongs), Edibles.
  • Rechtlicher Status variiert stark; Risiko von Verunreinigungen bei illegalem Marihuana.

Hanf - Der industrielle Alleskönner

  • Eine der ältesten Nutzpflanzen, kultiviert seit über 10.000 Jahren.
  • Vielseitige Verwendung: Lebensmittel (Hanföl, Hanfproteinpulver), Textilien, Baustoffe.
  • Umweltfreundlich: Schnelles Wachstum, verbessert Bodenqualität, benötigt wenig Pestizide/Herbizide.
  • Geringer THC-Gehalt (<0,2%), legaler Anbau in vielen Ländern.

Cannabis in der Medizin

  • Medizinische Nutzung gewinnt an Bedeutung; legalisiert in Deutschland seit März 2017.
  • Behandlung von chronischen Schmerzen, neurologischen und psychischen Störungen.
  • Produkte: Mundspray Sativex, Cannabis-Öl Dronabinol, Cannabis-Vollspektrumextrakte.

Hasch

  • Konzentriertes Cannabisprodukt aus Harz und Trichomen der Blüten.
  • Hohe THC-Konzentration, potenter als Marihuana.
  • Konsummethoden: Rauchen, Verdampfen, Verwendung in Esswaren.
  • Rechtlicher Status variiert, oft strengere Regulierung als bei Marihuana.

1. Was ist Cannabis?

Cannabis ist der botanische Oberbegriff für die Hanfpflanze mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Cannabis Sativa L. Alle bekannten Formen wie Hanf, Marihuana und Hasch stammen von dieser einen Pflanzengattung ab. Der Begriff Cannabis beschreibt dabei nicht automatisch eine berauschende Substanz, sondern zunächst lediglich die Pflanze selbst.

Entscheidend ist, dass Cannabis keine einzelne Sorte ist, sondern eine Pflanzengattung mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Durch jahrzehntelange Züchtung wurden Pflanzen mit völlig verschiedenen Eigenschaften entwickelt – je nach gewünschter Nutzung. Während einige Sorten gezielt auf einen sehr niedrigen THC-Gehalt gezüchtet werden, um sie industriell oder für CBD-Produkte zu nutzen, werden andere Sorten speziell wegen ihres hohen THC-Gehalts angebaut.

Cannabinoide sind natürliche Inhaltsstoffe der Cannabispflanze. Zu den bekanntesten zählen THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). THC ist das Cannabinoid, das für die psychoaktive, berauschende Wirkung verantwortlich ist, während CBD nicht psychoaktiv wirkt. Welche Wirkung eine Cannabispflanze entfaltet, hängt daher maßgeblich von der Zusammensetzung und Konzentration dieser Cannabinoide ab. Neben Cannabinoiden enthält die Cannabispflanze auch sogenannte Terpene, die für Aroma und Duft verantwortlich sind und je nach Sorte unterschiedlich ausgeprägt sein können. 

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Cannabis häufig mit Marihuana gleichgesetzt. Das ist fachlich jedoch nicht korrekt. Marihuana bezeichnet lediglich die getrockneten Blüten bestimmter Cannabissorten mit hohem THC-Gehalt. Der Begriff Cannabis umfasst sowohl THC-arme Nutzhanfsorten als auch THC-reiche Varianten, die häufig in Sortentypen wie Sativa und Indica eingeordnet werden.

Zusammengefasst ist Cannabis der Sammelbegriff für eine vielseitige Pflanze, deren Eigenschaften stark variieren können. Erst durch Züchtung, Wirkstoffgehalt und Verwendungszweck wird aus Cannabis entweder Nutzhanf, Marihuana oder die Grundlage für weitere Produkte wie Hasch oder CBD.

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2. Was ist Marihuana?

Marihuana bezeichnet die getrockneten Blüten der weiblichen Cannabispflanze, die einen hohen Gehalt an THC enthalten. Diese Blüten werden gezielt aus Cannabissorten gewonnen, die auf eine psychoaktive Wirkung hin gezüchtet sind.

Im Unterschied zu Nutzhanf steht bei Marihuana nicht die industrielle oder funktionale Nutzung im Vordergrund, sondern die Wirkung der enthaltenen Cannabinoide. Der THC-Gehalt kann je nach Sorte, Anbaumethode und Verarbeitung deutlich variieren und bestimmt maßgeblich die Intensität der psychoaktiven Effekte.

Marihuana ist unter verschiedenen umgangssprachlichen Bezeichnungen bekannt, darunter Weed, Gras oder Mary Jane. Es wird überwiegend geraucht oder verdampft, seltener in Lebensmitteln verarbeitet. Die Art des Konsums beeinflusst Dauer und Intensität der Wirkung.

Da Marihuana psychoaktiv wirkt, unterliegt es in vielen Ländern besonderen gesetzlichen Regelungen. In regulierten Märkten wird der Anbau kontrolliert und die Produkte werden hinsichtlich Wirkstoffgehalt und Reinheit geprüft.

Zusammengefasst ist Marihuana eine spezielle Form von Cannabis, bei der die THC-reichen Blüten im Mittelpunkt stehen. Es unterscheidet sich von Nutzhanf durch seine Wirkung, seinen Verwendungszweck und seine rechtliche Einordnung.


Marihuana, Hanf & Cannabis im direkten Vergleich
Begriff THC-Gehalt Wirkung Nutzung Legalität (DE)
Hanf < 0,2 % nicht berauschend Lebensmittel, CBD, Industrie legal
Marihuana hoch psychoaktiv Rauschmittel, medizinisch reguliert
Hasch sehr hoch stark psychoaktiv Rauschmittel reguliert
Cannabis variabel abhängig vom Typ Oberbegriff für alle Formen unterschiedlich

3. Was ist Hanf (Nutzhanf)

Hanf, häufig auch als Nutzhanf bezeichnet, ist eine spezielle Form der Cannabispflanze, die gezielt für nicht berauschende Zwecke angebaut wird. Botanisch gehört Hanf ebenfalls zur Pflanzengattung Cannabis Sativa L., unterscheidet sich jedoch deutlich in Nutzung, Eigenschaften und Wirkstoffprofil von THC-reichen Cannabisformen.

Der zentrale Unterschied liegt im sehr niedrigen THC-Gehalt. Nutzhanf wird so gezüchtet, dass er keine psychoaktive Wirkung entfaltet und nicht als Rauschmittel genutzt werden kann. Stattdessen stehen funktionale und industrielle Eigenschaften im Vordergrund.

Hanf zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird seit Jahrtausenden genutzt. Historisch spielte er vor allem bei der Herstellung von Seilen, Textilien und Papier eine wichtige Rolle. Auch heute ist Hanf aufgrund seiner robusten Fasern, seines schnellen Wachstums und seiner vielseitigen Verwertbarkeit ein geschätzter Rohstoff.

Moderne Nutzhanfanwendungen umfassen unter anderem:

• Lebensmittel wie Hanföl, Hanfsamen oder Hanfprotein
• Textilien, Seile, Dämmstoffe und Baustoffe
• Kosmetische Produkte
• CBD-Produkte aus Blättern und Blüten

Im Gegensatz zu Marihuana stehen beim Nutzhanf nicht berauschende Eigenschaften im Fokus. Je nach Verwendungszweck werden Samen, Fasern oder cannabinoidarme Pflanzenteile genutzt, die keine psychoaktive Wirkung auslösen.

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist der Anbau zugelassener Nutzhanfsorten erlaubt. Die rechtliche Grundlage dafür ist die klare Abgrenzung zu berauschenden Cannabisformen.

Zusammengefasst ist Hanf eine vielseitige, nicht berauschende Variante der Cannabispflanze, die vor allem wegen ihrer funktionalen Eigenschaften genutzt wird und die Grundlage für zahlreiche Alltags- und Industrieprodukte bildet.

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4. Was ist Hasch?

Hasch, kurz für Haschisch, ist ein konzentriertes Cannabisprodukt, das aus dem Harz der Cannabispflanze gewonnen wird. Dieses Harz befindet sich vor allem auf den Blüten der weiblichen Cannabispflanze und enthält eine hohe Konzentration an Cannabinoiden, insbesondere THC.

Im Unterschied zu Marihuana, bei dem die getrockneten Blüten verwendet werden, steht bei Hasch nicht die gesamte Blüte im Fokus, sondern das daraus gewonnene Harz. Durch diese Konzentration weist Hasch in der Regel einen deutlich höheren THC-Gehalt auf und gilt als potenter als Marihuana.

Die Herstellung von Hasch erfolgt auf unterschiedliche Weise. Traditionell wird das Harz durch Trocknen, Sieben oder Pressen der Blüten gewonnen und anschließend zu festen Formen verarbeitet. Je nach Herstellungsverfahren, Ausgangsmaterial und Qualität kann Hasch in Farbe, Konsistenz und Wirkstoffgehalt variieren.

Hasch wird meist geraucht oder verdampft. Aufgrund seiner hohen Wirkstoffkonzentration ist die Wirkung oft intensiver und kann länger anhalten als bei Marihuana. Aus diesem Grund unterliegt Hasch in vielen Ländern strengeren gesetzlichen Regelungen.

Zusammengefasst ist Hasch ein stark konzentriertes Cannabisprodukt, das sich von Marihuana vor allem durch seinen höheren THC-Gehalt und seine Herstellungsform unterscheidet. Seine Wirkung, Nutzung und rechtliche Einordnung machen Hasch zu einer eigenständigen Kategorie innerhalb der Cannabisprodukte.

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5. Wo ordnet sich CBD ein?

CBD, kurz für Cannabidiol, ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid der Cannabispflanze. Im Gegensatz zu THC wirkt CBD nicht psychoaktiv und verursacht kein Rauschgefühl. Aus diesem Grund unterscheidet sich CBD grundlegend von Marihuana und Hasch, obwohl es ebenfalls aus der Cannabispflanze stammt.

CBD wird überwiegend aus Nutzhanf gewonnen. Diese Hanfsorten enthalten nur sehr geringe Mengen THC und eignen sich daher für die Herstellung nicht berauschender Produkte. CBD-Produkte fallen in vielen Ländern nicht unter das Betäubungsmittelrecht, sofern sie die gesetzlich erlaubten THC-Grenzwerte einhalten.

Im Kontext der Cannabispflanze nimmt CBD eine Sonderrolle ein. Es gehört zwar zu den Cannabinoiden, wird jedoch nicht wegen einer berauschenden Wirkung genutzt. Stattdessen steht bei CBD-Produkten die nicht-psychoaktive Eigenschaft im Vordergrund, wodurch sie sich klar von THC-haltigen Cannabisprodukten abgrenzen.

Zusammengefasst lässt sich sagen: CBD ist weder Marihuana noch Hasch, sondern ein nicht berauschender Bestandteil der Cannabispflanze. Es wird aus Nutzhanf gewonnen und ordnet sich zwischen industriellem Hanf und psychoaktiven Cannabisformen ein, ohne deren Wirkung oder rechtliche Einordnung zu teilen.

6. Fazit: Der Unterschied zwischen Cannabis und Marihuana

Der Unterschied zwischen Cannabis und Marihuana liegt nicht in der Pflanze selbst, sondern in Züchtung, Wirkstoffgehalt und Verwendungszweck. Cannabis ist der Oberbegriff für die Hanfpflanze. Hanf wird als Nutzpflanze eingesetzt und wirkt nicht berauschend. Marihuana bezeichnet THC-reiche Blüten mit psychoaktiver Wirkung, während Hasch ein daraus gewonnenes, stark konzentriertes Cannabisprodukt ist. CBD ist ein nicht psychoaktiver Bestandteil der Cannabispflanze und wird überwiegend aus Nutzhanf gewonnen. Wer die Begriffe Hanf, Marihuana, Hasch und Cannabis klar unterscheidet, kann die Cannabispflanze sachlich einordnen und Missverständnisse vermeiden – sowohl in Bezug auf Wirkung als auch auf rechtliche Einordnung.

Medizinischer Haftungsausschluss


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Dominik Martzy
Dominik Martzy

Dominik Martzy ist CBD-Fachautor mit Schwerpunkt auf Wirkung, Dosierung und Anwendungssicherheit. Er hat über 300 Fachartikel für CANNABY recherchiert und verfasst – anhand aktueller Studien, mit klarer Trennung zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen. Alle Inhalte werden regelmäßig überprüft und bei neuen Erkenntnissen aktualisiert.

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