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CBD Öl & Konzentration

Reines CBD Öl mit 100 Prozent – gibt es das wirklich?

Du suchst ein besonders starkes CBD Öl und stößt auf Angebote, die mit „100% CBD" oder „100% rein" werben. Das klingt nach dem Maximum, das überhaupt geht. Ein Öl mit 100 Prozent CBD kann es aber nicht geben, und das liegt nicht an den Herstellern, sondern an einer simplen physikalischen Grenze. Reines CBD dagegen existiert sehr wohl. Es sieht nur anders aus, als du erwartest.

Das Wichtigste im Überblick

  • Nein, ein CBD Öl mit 100 Prozent gibt es nicht: Ohne Trägeröl wäre das Produkt kein Öl, sondern Pulver.
  • Reines CBD existiert als Isolat mit rund 99% Reinheit, und zwar als weißes Kristallpulver.
  • „100 Prozent" auf dem Etikett meint fast immer die Reinheit des Rohstoffs oder „100% natürlich", nicht den CBD-Anteil.
  • Bei Ölen sind 50% die praktische Obergrenze, was 25mg CBD pro Tropfen entspricht.

Gibt es CBD Öl mit 100 Prozent?

Nein, ein CBD Öl mit 100 Prozent gibt es nicht. Der Grund steckt im Wort selbst: Die Prozentzahl auf der Flasche sagt dir, welchen Anteil CBD am Gesamtinhalt hat. Bei einem 10%-Öl sind das 1000mg Cannabidiol in 10ml Flüssigkeit, der Rest ist Trägeröl. Zieh diesen Rest ab, und du hast kein Öl mehr in der Hand.

Das Trägeröl ist dabei kein Streckmittel, mit dem jemand am Wirkstoff spart. CBD ist fettlöslich und liegt in reiner Form als Feststoff vor. Erst gelöst in MCT- oder Hanfsamenöl lässt es sich überhaupt tropfenweise dosieren, gleichmäßig verteilen und über die Mundschleimhaut aufnehmen. Ohne dieses Fett bekämst du eine Substanz, die du weder tropfen noch sinnvoll abmessen kannst.

Wichtig für dein Verständnis der Prozentzahlen: Sie sagen nichts über die Pflanze aus. Wie viel CBD am Ende in der Flasche steckt, entscheidet sich bei der Herstellung, wenn Extrakt und Trägeröl zusammenkommen. Ein 5%-Öl und ein 30%-Öl können aus exakt derselben Ernte stammen.

Reines CBD gibt es, aber nicht als Öl

Reines CBD existiert tatsächlich, es ist nur kein Öl. Als Isolat kommt Cannabidiol mit einer Reinheit von rund 99% auf den Markt, und in dieser Form ist es ein weißes, geruchloses Kristallpulver. Genau das ist die Antwort auf die Suche nach 100 Prozent: Sie führt nicht zu einer stärkeren Flasche, sondern zu einem anderen Aggregatzustand.

Wie selbstverständlich das in der Forschung gehandhabt wird, zeigt eine Untersuchung aus dem Jahr 2019, in der Epilepsie-Patienten Kapseln mit 99% reinem CBD erhielten. Auch dort steckte der Wirkstoff nicht pur in der Kapsel, sondern gelöst in Kokosöl. Nebenbei lieferte diese Studie einen praktischen Hinweis für dich: Wurde das CBD zusammen mit einem fettreichen Frühstück eingenommen, stieg die Konzentration im Blut um ein Vielfaches gegenüber der nüchternen Einnahme. Nimm deine Tropfen also am besten zu einer Mahlzeit, die etwas Fett enthält.

Zwischen Pulver und Öl liegt außerdem eine physikalische Hürde. In einer bestimmten Menge Trägeröl löst sich nur eine bestimmte Menge CBD. Kippt man mehr hinein, fällt der Überschuss mit der Zeit wieder als Kristall aus, setzt sich ab und verteilt sich ungleichmäßig. Deshalb sind 50% bei Ölen die praktische Obergrenze, und alles darüber kommt als zähe Paste in den Handel statt als klare Flüssigkeit.

Merke

100 Prozent CBD gibt es, aber nur als Pulver. Sobald ein Trägeröl dazukommt, sinkt der Anteil zwangsläufig. Ein „CBD Öl mit 100%" ist deshalb entweder falsch beschriftet oder schlicht kein Öl.

Für dich heißt das: Wer mit dieser Zahl wirbt, meint fast immer etwas anderes. Und das lässt sich am Etikett erkennen.

Was „100 Prozent" auf dem Etikett bedeutet

Wenn ein Etikett 100 Prozent verspricht, geht es fast nie um den CBD-Gehalt. Gemeint ist meistens die Reinheit des eingesetzten Rohstoffs, ein Bio-Anbau oder schlicht, dass keine synthetischen Zusätze drin sind. Alle drei Aussagen können stimmen und sagen dir trotzdem nichts darüber, wie viel Wirkstoff du pro Tropfen bekommst.

AngabeGemeintPrüfen
100% natürlichKeine synthetischen Zusätze oder AromenZutatenliste
100% BioAnbauweise des Hanfs, keine Aussage zum CBD-GehaltNummer der Bio-Kontrollstelle
100% HanfölÖl aus Hanfsamen, praktisch ohne CBDmg-Angabe fehlt komplett
100% reinReinheit des Rohstoffs, meist Isolat mit rund 99%Laborbericht mit CBD-Gehalt
VollspektrumKomplettes Pflanzenprofil, THC unter dem GrenzwertCannabinoid-Profil im Zertifikat

Die teuerste Verwechslung passiert in Zeile drei. Wer nach reinem CBD Öl mit 100 Prozent sucht, landet auf großen Marktplätzen schnell bei Flaschen mit der Aufschrift „100% Natur Hanföl". Dahinter steckt kaltgepresstes Öl aus Hanfsamen, das reich an Omega-Fettsäuren ist, aber kein nennenswertes CBD enthält. Der Unterschied zwischen Hanföl und CBD Öl entscheidet hier über den kompletten Nutzen deines Kaufs.

Verlässlich ist am Ende nur ein Wert: die Angabe in Milligramm, bestätigt durch ein Laborzertifikat mit passender Chargennummer. Auf diesen vier Punkten solltest du bestehen, bevor du ein Öl in den Warenkorb legst:

  • CBD-Gehalt in Milligramm pro Flasche und pro Tropfen, nicht nur in Prozent
  • THC-Gehalt, der in Deutschland bei 0,3% liegen darf
  • Prüfung auf Pestizide, Schwermetalle und Lösungsmittelreste
  • Eine Chargennummer, die zu deiner Flasche passt

Diese Werte stehen bei uns für jede einzelne Charge in den Analysenzertifikaten und lassen sich vor dem Kauf einsehen. Fehlt so ein Bericht, bleibt jedes Reinheitsversprechen eine Behauptung.

Welches ist das stärkste CBD Öl?

Das stärkste verfügbare CBD Öl liegt bei 50%, was rund 25mg CBD pro Tropfen entspricht. Darüber beginnt der Bereich der Pasten. Damit hast du die reale Obergrenze, hinter der viele Suchende eigentlich her sind, wenn sie 100 Prozent eintippen.

Eine höhere Konzentration bringt dir aber nicht mehr Wirkung, sondern weniger Tropfen für dieselbe Menge Wirkstoff. 10mg CBD bekommst du aus zwei Tropfen eines 10%-Öls genauso wie aus einem halben Tropfen bei 50%. Rechne deshalb nicht in Prozent, sondern in Milligramm pro Tag. Wie viele Tropfen das bei deinem Gewicht bedeutet, zeigt dir der Dosierungsrechner in wenigen Sekunden.

Für den Einstieg sind hohe Konzentrationen sogar unpraktisch, weil sich eine kleine Menge kaum fein genug abmessen lässt. Sinnvoll ist ein 5%- oder 10%-Öl, mit dem du dich langsam herantastest, und der Wechsel auf eine stärkere Variante erst, wenn du deinen Bedarf kennst. Welche Stufe zu dir passt, hängt an Gewicht, Erfahrung und Anlass, und genau darum dreht sich die Frage nach der richtigen Prozentzahl.

Bei der Anwendung bleibt die Stärke übrigens ohne Einfluss auf die Technik: Öl unter die Zunge geben, etwa 60 Sekunden einwirken lassen und dann schlucken.

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Zu den CBD Ölen

Isolat oder volles Spektrum?

Reiner heißt nicht automatisch wirksamer. Ein Isolat enthält ausschließlich CBD, während Breit- und Vollspektrum-Öle zusätzlich andere Cannabinoide, Terpene und Flavonoide mitbringen. Die Idee, dass diese Begleitstoffe die Wirkung des CBD verstärken, ist als Entourage-Effekt bekannt und wird von vielen Anbietern als gesichert dargestellt.

Ganz so eindeutig ist die Datenlage nicht. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2024 hat die Studien dazu zusammengetragen und kam zu dem Schluss, dass einzelne Terpene zwar eigene Effekte zeigen, eine belegte Verstärkung der Cannabinoid-Wirkung durch sie bisher aber aussteht. Nötig wären klinische Studien, die es in dieser Form noch nicht gibt. Wie Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat sich unterscheiden, entscheidet sich also weniger an einem Wirkungsplus als an deiner Situation.

Praktisch heißt das für dich: Ein Isolat ist die richtige Wahl, wenn du jedes Rest-THC ausschließen musst oder empfindlich auf Pflanzenstoffe reagierst. Willst du das volle Profil der Pflanze, greifst du zu Breit- oder Vollspektrum, wobei Breitspektrum ohne THC auskommt und Vollspektrum unter 0,05% liegt. Der Geschmack spielt dabei ebenfalls eine Rolle, weil wir das Chlorophyll aus allen Extrakten herausfiltern und unsere Öle dadurch mild statt bitter schmecken. Wie viel der Entourage-Effekt wirklich beiträgt, bleibt eine offene Frage der Forschung.

Welche Form am Ende zu dir passt, hängt davon ab, wie stark, wie flexibel und wie vollständig du dein CBD haben willst.

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Häufige Fragen zu reinem CBD Öl

Gibt es CBD Öl mit 100 ml Inhalt?
Ja, 100ml-Flaschen existieren, sind bei CBD Öl aber unüblich. Übliche Größen sind 10ml und 30ml, weil das Öl nach dem Öffnen nur begrenzt haltbar ist. Entscheidend ist ohnehin nicht das Volumen, sondern der CBD-Gehalt in Milligramm pro Flasche.
Was ist der Unterschied zwischen 100% Hanföl und CBD Öl?
Hanföl wird aus Hanfsamen gepresst und enthält praktisch kein CBD. CBD Öl besteht aus Hanfextrakt plus Trägeröl und enthält eine deklarierte Wirkstoffmenge. Fehlt auf einem Produkt die Angabe in Milligramm CBD, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um reines Speiseöl.
Gibt es 100% Vollspektrum CBD Öl?
Nein, auch ein Vollspektrum-Öl besteht nie zu 100 Prozent aus Extrakt. Die Angabe bezieht sich darauf, dass das komplette Cannabinoid- und Terpenprofil der Pflanze erhalten bleibt. Der CBD-Anteil liegt bei üblichen Vollspektrum-Ölen zwischen 5% und 50%.
Wie viel Prozent sollte ein CBD Öl haben?
Für den Einstieg sind 5% oder 10% sinnvoll, weil sich kleine Mengen damit gut abmessen lassen. Nimmst du regelmäßig höhere Mengen, sparst du mit 20% oder 30% Tropfen und Flaschen. Die Prozentzahl ist eine Frage der Praktikabilität, nicht der Qualität.
Wie rechne ich Prozent in Milligramm um?
Multipliziere die Milliliter mit der Prozentzahl und dann mit 10. Ein 10ml-Fläschchen mit 20% enthält also 2000mg CBD. Geteilt durch rund 200 Tropfen ergibt das 10mg pro Tropfen. Bei 50% sind es 25mg, bei 5% nur 2,5mg.
Ist ein höherer Prozentwert automatisch besser?
Nein, mehr Prozent bedeutet nur, dass dieselbe Wirkstoffmenge in weniger Tropfen steckt. Deine Tagesmenge in Milligramm bleibt gleich. Sehr hohe Konzentrationen erschweren sogar das feine Dosieren, weil ein einzelner Tropfen dann schon eine große Menge enthält.
Woran erkenne ich ein wirklich reines CBD Öl?
An einem aktuellen Laborzertifikat mit Chargennummer. Darin stehen CBD-Gehalt, THC-Wert und die Prüfung auf Pestizide, Schwermetalle und Lösungsmittelreste. Werbeworte wie „100% rein" oder „Premium" sind nicht geschützt und ersetzen diesen Nachweis nicht.
Kann CBD Öl kristallisieren oder trüb werden?
Ja, das kommt bei hohen Konzentrationen und Kälte vor. Übersteigt der CBD-Anteil die Löslichkeit im Trägeröl, fällt ein Teil als Kristall aus. Meist genügt es, die Flasche in der Hand oder im warmen Wasserbad zu erwärmen und anschließend gut zu schütteln.
Wie viel THC darf in CBD Öl enthalten sein?
In Deutschland gilt für Nutzhanf eine Grenze von 0,3% THC. Breitspektrum-Öle sind vollständig THC-frei, Vollspektrum-Öle liegen bei uns unter 0,05%. Den exakten Wert deiner Charge findest du im Analysezertifikat zur jeweiligen Chargennummer.

Unser Fazit

100 Prozent gibt es, nur nicht in der Flasche

Ein CBD Öl mit 100 Prozent gibt es nicht, weil ohne Trägeröl kein Öl übrig bliebe. Reines CBD existiert als Isolat mit rund 99% Reinheit, allerdings als Kristallpulver und nicht als Flüssigkeit.

Wirbt ein Etikett mit 100 Prozent, geht es um natürliche Zutaten, Bio-Anbau oder die Reinheit des Rohstoffs. Verlass dich deshalb auf die Milligramm-Angabe und das Laborzertifikat statt auf Prozentversprechen.

Die stärkste sinnvolle Stufe bei Ölen sind 50%, und für die meisten reicht deutlich weniger. Wichtiger als die Zahl auf dem Etikett ist die Menge, die für dich funktioniert.

Studien und Quellen
  1. Birnbaum AK, Karanam A, Marino SE, Barkley CM, Remmel RP, Roslawski M, Gramling-Aden M, Leppik IE. (2019). Food effect on pharmacokinetics of cannabidiol oral capsules in adult patients with refractory epilepsy. Epilepsia, 60(8), 1586–1592. onlinelibrary.wiley.com
  2. André R, Gomes AP, Pereira-Leite C, Marques-da-Costa A, Monteiro Rodrigues L, Sassano M, Rijo P, Costa MC. (2024). The Entourage Effect in Cannabis Medicinal Products: A Comprehensive Review. Pharmaceuticals, 17(11), 1543. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39598452
  3. Verbraucherzentrale (2026). CBD-Öl legal auf dem Markt? Hinweise zum THC-Grenzwert in EU-zertifizierten Hanfsorten. verbraucherzentrale.de
Dominik Martzy

Dominik Martzy

CBD-Fachautor

Dominik Martzy ist CBD-Fachautor mit Schwerpunkt auf Wirkung, Dosierung und Anwendungssicherheit. Er hat über 300 Fachartikel für CANNABY recherchiert und verfasst – anhand aktueller Studien, mit klarer Trennung zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen.