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CBD-Wissen

CBDa – die natürliche Vorstufe von CBD und was sie im Körper macht

Wenn du an einer frischen, ungetrockneten Hanfpflanze riechst, steckt darin fast kein CBD – sondern seine Vorstufe CBDa. In der rohen Pflanze ist CBDa sogar das häufigste Cannabinoid und wird erst durch Wärme zu dem CBD, das du aus Ölen kennst. Lange galt CBDa deshalb als bloße Zwischenstufe. Inzwischen schaut die Forschung genauer hin, weil CBDa im Körper offenbar eigene Wege geht.

Das Wichtigste im Überblick

  • CBDa ist die natürliche Vorstufe von CBD in der Hanfpflanze – durch Hitze, Licht oder Zeit wird daraus CBD.
  • Die meisten Erkenntnisse stammen aus Labor- und Tierstudien; belastbare Daten am Menschen fehlen bislang.
  • Untersucht wird CBDa vor allem bei Übelkeit und Entzündungsprozessen sowie am Serotonin-System (5-HT1A).
  • Ob ein Öl CBDa enthält, verrät das Analysezertifikat – CBDa und CBD sollten dort getrennt stehen.
Dr. med. Wolfgang Furtlehner
Medizinisch geprüft

Dr. med. Wolfgang Furtlehner

Arzt | Doktor der gesamten Heilkunde

Fachlich korrekt, evidenzbasiert und aktuell.

Mehr über Dr. Furtlehner
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist CBDa?
  2. Wie CBDa wirkt
  3. CBDa und CBD: der Unterschied
  4. CBDa in CBD-Ölen erkennen
  5. Häufige Fragen
  6. Fazit

Was ist CBDa?

CBDa (Cannabidiolsäure) ist die saure Vorstufe von CBD und entsteht in der Pflanze aus CBGA, der Mutter aller Cannabinoide. In der lebenden Hanfpflanze liegt Cannabidiol fast vollständig als CBDa vor. Erst wenn die Pflanze erhitzt wird, altert oder Licht abbekommt, spaltet sich eine Carboxylgruppe ab und aus CBDa wird das aktive CBD. Diesen Umbau nennt man Decarboxylierung.

Wichtig ist dabei ein Missverständnis, das sich hartnäckig hält: CBDa ist nicht „unwirksam“. Es ist einfach eine andere Form von Cannabidiol, mit eigener Struktur und eigenen Ansatzpunkten im Körper. Wie das fertige CBD macht CBDa nicht high und bindet kaum an die klassischen Cannabinoid-Rezeptoren.

Wie CBDa wirkt

CBDa greift anders in den Körper ein als CBD. Statt breit an vielen Stellen anzusetzen, wirkt es vor allem über zwei Wege: Es hemmt das Entzündungsenzym COX-2 und verstärkt die Aktivierung eines bestimmten Serotonin-Rezeptors (5-HT1A). Beides ist bisher vor allem in Labor- und Tierstudien gezeigt.

Der auffälligste Unterschied zu CBD: CBDa ist ein selektiver COX-2-Hemmer. COX-2 ist genau das Enzym, an dem auch klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen ansetzen. In einer Laboruntersuchung von 2008 hemmte CBDa dieses Enzym rund neunmal gezielter als das verwandte COX-1 – ein Grund, warum es als möglicher entzündungshemmender Ansatzpunkt erforscht wird.

Am besten untersucht ist CBDa bei Übelkeit. Über den Serotonin-Rezeptor 5-HT1A dämpfte es in einer Tierstudie von 2013 Brechreiz und Übelkeitsverhalten deutlich stärker als CBD. Weil dieser Rezeptor auch mit Stimmung und Anspannung zu tun hat, wird zusätzlich ein Bezug zum Serotonin-System und zu angstlösenden Effekten geprüft.

Ein dritter Strang betrifft Krampfanfälle. Im Mausmodell wirkte CBDa krampflösend, und zwar schon bei deutlich niedrigeren Mengen als CBD. Das ist bemerkenswert, bleibt aber Grundlagenforschung – eine Anwendung für den Menschen lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Der ehrliche Rahmen: CBDa sieht in diesen frühen Studien vielversprechend aus, aber verlässliche Untersuchungen am Menschen fehlen bislang. CBDa kann eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen.

CBDa und CBD: der Unterschied

CBDa und CBD sind chemisch fast identisch – der Unterschied ist eine einzige Carboxylgruppe, die beim Erhitzen abfällt. Im Körper verhalten sich beide trotzdem unterschiedlich. CBD ist breit erforscht und wirkt über viele Rezeptoren; CBDa ist eher der Spezialist mit klaren Schwerpunkten und einer noch jungen Datenlage.

MerkmalCBDaCBD
FormSaure VorstufeAktive Form
VorkommenRohe, unerhitzte PflanzeNach dem Erhitzen
WirkwegVor allem COX-2 und 5-HT1AViele Rezeptoren
ForschungJung, meist Tier und LaborBreit untersucht
PsychoaktivNeinNein

Besser oder schlechter gibt es hier nicht. CBD ist die verlässlichere Wahl, wenn es um erprobte Anwendung geht. CBDa ist eher der interessante Zusatz, der in einem Breit- oder Vollspektrum-Öl sein natürliches Umfeld hat.

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Ob Breit- oder Vollspektrum, ob mild oder stark – der passende Typ hängt von deinem Ziel ab. Unser Produktfinder führt dich in wenigen Schritten zur richtigen Wahl.

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CBDa in CBD-Ölen erkennen

Ob ein Öl CBDa enthält, hängt fast nur davon ab, wie schonend es hergestellt wurde. Wird der Extrakt kaum erhitzt, bleibt mehr CBDa erhalten; bei stärkerer Verarbeitung wandelt sich das meiste in CBD um. Ein messbarer CBDa-Anteil ist deshalb oft ein Hinweis auf ein besonders naturnah verarbeitetes Öl.

Sicherheit gibt dir am Ende nur ein Blick ins Analysezertifikat (COA). Reine CBDa-Öle sind in Deutschland kaum erhältlich – in der Praxis steckt CBDa in unseren CBD Ölen als Breit- oder Vollspektrum-Varianten, die neben CBD auch CBG, CBN und CBDA enthalten und so nah am natürlichen Pflanzenspektrum liegen.

Merke

So liest du ein Analysezertifikat in Sekunden: CBDa und CBD sollten getrennt aufgeführt sein, nicht nur als Sammelwert „Gesamt-CBD“. Der THC-Gehalt sollte ausgewiesen sein und unter dem Grenzwert von 0,3% liegen. Und das Zertifikat sollte über Datum oder Chargennummer zum Produkt passen.

Wer CBDa gezielt mitnehmen möchte, greift also am besten zu einem naturnah verarbeiteten Breit- oder Vollspektrum-Öl mit transparentem Laborbericht. Drei Profile aus unserem Sortiment im Überblick:

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Häufige Fragen zu CBDa

Was ist CBDa einfach erklärt?
CBDa ist die natürliche Vorstufe von CBD in der Hanfpflanze. Durch Hitze, Licht oder Zeit wandelt es sich in CBD um. In der rohen, unerhitzten Pflanze ist CBDa das häufigste Cannabinoid.
Macht CBDa high?
Nein. CBDa ist wie CBD nicht psychoaktiv und bindet kaum an die klassischen Cannabinoid-Rezeptoren. Eine berauschende Wirkung hat es nicht, egal in welcher Menge.
Ist CBDa besser als CBD?
Nicht pauschal. CBD ist deutlich besser erforscht und breiter anwendbar. CBDa hat eigene Schwerpunkte wie die COX-2-Hemmung, aber die Studienlage am Menschen ist noch dünn.
Wird CBDa im Körper zu CBD?
Kaum von selbst. Die Umwandlung braucht vor allem Hitze, Licht oder Zeit. Welche Form du aufnimmst, hängt also davon ab, was im Produkt enthalten ist.
Ist CBDa in Deutschland legal?
CBDa ist ein natürlicher Bestandteil von Hanfextrakten. Über die Zulässigkeit entscheidet das Gesamtprodukt, vor allem der THC-Gehalt und die Verkehrsfähigkeit. Seriöse Anbieter legen dazu ein Analysezertifikat vor.
Wie erkenne ich CBDa im Laborbericht?
Im Analysezertifikat (COA) sollte CBDa als eigener Wert neben CBD stehen. Taucht nur ein Sammelwert wie „Gesamt-CBD“ auf, lässt sich der CBDa-Anteil nicht ablesen.

Unser Fazit

CBDa: die stille Vorstufe mit eigenem Profil

CBDa ist die natürliche Vorstufe von CBD und steckt vor allem in schonend verarbeiteten Hanfextrakten. Durch Wärme, Licht und Zeit wird daraus CBD – deshalb enthalten manche Öle beide Formen nebeneinander.

Die bisherige Forschung ist spannend, gerade bei Übelkeit und Entzündungsprozessen, steckt beim Menschen aber noch in den Anfängen. CBDa ist kein Ersatz für CBD, sondern eine Ergänzung mit eigenem Profil.

Wenn du ein Öl mit CBDa nutzen möchtest, achte auf ein transparentes Analysezertifikat, in dem CBDa und CBD getrennt ausgewiesen sind. So weißt du genau, was drin ist.

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient deiner Information und ersetzt keinen Arztbesuch. CBD und CBDa sind keine Medikamente und nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder zu behandeln. In der Schwangerschaft, in der Stillzeit oder bei Dauermedikation sprich die Einnahme vorher mit deinem Arzt ab.

Medizinischer Haftungsausschluss
Studien und Quellen
  1. Takeda S, Misawa K, Yamamoto I, Watanabe K. (2008). Cannabidiolic acid as a selective cyclooxygenase-2 inhibitory component in cannabis. Drug Metabolism and Disposition, 36(9), 1917–1921. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18556441
  2. Bolognini D, Rock EM, Cluny NL, Cascio MG, Limebeer CL, Duncan M, Stott CG, Javid FA, Parker LA, Pertwee RG. (2013). Cannabidiolic acid prevents vomiting in Suncus murinus and nausea-induced behaviour in rats by enhancing 5-HT1A receptor activation. British Journal of Pharmacology, 168(6), 1456–1470. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23121618
  3. Anderson LL, Low IK, Banister SD, McGregor IS, Arnold JC. (2019). Pharmacokinetics of Phytocannabinoid Acids and Anticonvulsant Effect of Cannabidiolic Acid in a Mouse Model of Dravet Syndrome. Journal of Natural Products, 82(11), 3047–3055. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31686510
Dominik Martzy

Dominik Martzy

CBD-Fachautor

Dominik Martzy ist CBD-Fachautor mit Schwerpunkt auf Wirkung, Dosierung und Anwendungssicherheit. Er hat über 300 Fachartikel für CANNABY recherchiert und verfasst – anhand aktueller Studien, mit klarer Trennung zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen.